Hallo,
ich habe durch Glück einen weiteren Import erwischt und konnte mich mit frischen Exemplaren der vorherigen Arten und einer neuen, dritten eindecken.
Ich muss hierzu aber auch erwähnen, dass wenn 80% dieser Exemplare erneut in 2-3 Monaten absterben, dass das dann erstmal der letzte Versuch mit diesen Arten war.
Das ist weder zuträglich für den Geldbeutel noch kann ich das weiterhin mit meinem Gewissen vereinbaren.
Wenn die allermeisten Importe dieser Arten so schlecht laufen, dass die meisten Individuen schon zum Tode verdammt sind, dann muss man diese Arten aufgeben.
Ich kann und will mir nicht 100 Riesenkugler kaufen, damit ich 90 beim sterben zusehe und mit Glück 10 fitte Exemplare dabei habe!
Das ist einfach nicht akzeptabel.
Kommen wir nun
zu den eigentlichen Tieren:
1. 9x Zephroniidae spec. Rusty, 6x adult und 4x juvenil

2. 10x Zephroniidae spec. Milky, adult

Die sind soweit nichts neues, die kennen wir im Hobby ja alle schon seit 20 Jahren, wenn nicht schon länger.
Jetzt kommt aber der Knüller:
3. 9x Zephroniidae spec. Black, adult

Das ist eine lack-schwarze Art, die den vorherigen Z. spec. „Milky“ extrem ähnlich sieht.
Der Körperbau beider Arten ist extrem ähnlich, in der Färbung unterscheiden sie sich gut wie man erkennen kann. Meine Zephroniidae spec. Black sind im Schnitt etwas kleiner als die Z. spec. Milky, aber aufgrund der kleinen Importmenge ist die tatsächliche Größenspanne der Art schwierig zu bestimmen. Auch diese können schnell schreiten und fallen eben durch den untypischen Ratio von Brustschild zu Analschild auf.
Ich bin besonders gespannt was Dr. Wesener zu dieser Art sagen wird, da ich Ihm bei nächster Gelegenheit ein in Alkohol konserviertes Männchen überreichen werde.

Rechts dasselbe wie links nur „in grün“.
Interessanterweise wurden diese Tiere aber zusammen mit der ersten Art, unter demselben Namen wie diese, importiert und verkauft.
Und da stellt sich mir die entscheidende Frage, wieso ist das so?
Da möchte ich noch anmerken, dass ich diese Art wissentlich noch nicht gesehen habe.
Ich habe bisher einen Wildfund dieser Art ausfindig machen können, wo sie zusammen mit Z. spec. Milky vorkommt. Aber das sagt uns nicht viel.
Die Exporteure oder Sammler sehen definitiv, dass das eine andere Art sein muss als die Z. spec. Rusty, keine Frage.
Die Ähnlichkeit zu Z. spec. Milky ist eindeutig.
Ich vermute, die zwei Arten kommen im selben Areal vor, oder besitzen zumindest ein überlappendes Verbreitungsgebiet. Ggf. ist es auch so unwirklich oder klein, dass die Art schwierig zubekommen ist.
Somit werden sie einfach gemeinsam eingesammelt und vertickt…
Alternativ ist diese Art seltener und der Aufwand, sich einen zweiten Namen auszudenken und alles lohnt nicht, deshalb wird sie bei Z. spec. Rusty Importen „untergemischt“.
Möglicherweise ist diese Art auch so fragil, dass die Exporteure meist garnicht genug haben, um die Art separat anzubieten. Wenn dann zufällig welche mit eingesammelt werden, dann kommen die halt auch in den Verkauf, aber eine gezielte Suche lohnt sich nicht weil die meisten zu schnell versterben…?
Womöglich sind die Sammler/Exporteure, die Zugang zu dieser Art haben, auch exklusiv für bspw. den asiatischen Markt und kommen daher nur selten in Europa an.
Alles nur spielerische Gedankengänge, um das Fehlen dieser Art im Handel zu erklären…
Wieso auch immer diese Art hier selten angeboten wird, ich bin froh diesen Import erwischt zu haben.
Jetzt aber noch ein Nachtrag zu Zephroniidae spec. Rusty. Ich kannte die Jungtiere dieser Art vor diesem Kauf nur von Fotos, aber jetzt habe ich sie selbst vorliegen. Sie sehen so aus, wie ich sie kannte.


In ihrer Farbgebung sind sie absolut typisch.
Da muss ich aber über meinem Sonderfall aus dem letzten Zephroniidae spec. Rusty Import zurückdenken. Das adulte Exemplar mit der invertierten Zeichnung. Links normal, rechts Sonderfall:
Das Jungtier von Zephroniidae spec. Rusty trägt orangene Segmente mit dünnen, schwarzen Außenrändern und ein orangenes Analschild. Das adulte Exemplar trägt orange-rötliche Segmente mit einem stark ausgeprägten, schwarzen Rand. Dieser ist bei den adulten Tieren so dick, dass er in ausgestreckter Körperhaltung den zuvor orangenen Anteil übernommen hat. Erst bei Einkugelung der adulten Tiere ist der innere, aber verkleinerte orangene Anteil wieder zu erkennen.
Mein Sonderfall trägt das orange-rötliche Analschild, aber die Außenränder der Segmente sind orange, die Innenränder sind schwarz. Somit ist das nicht einfach die beibehaltene Juvenilfärbung, sondern die oben erwähnt, die Invertierung der adulten Farbgebung.
Es ist mir ein Rätsel!
Nun hoffe ich, dass diese Exemplare stabiler sind und nicht alle direkt umkippen. Hoffentlich klappt vielleicht sogar die Nachzucht dieser Gruppen.
MfG