Helleria brevicornis – die etwas andere Assel

  • Gerne möchte ich hier die Asselart Helleria brevicornis vorstellen und über meine Haltungserfahrungen berichten. Ich finde die Art in mehrerer Hinsicht interessant und einzigartig. Leider findet man online noch relativ wenig Informationen zu den Haltungsparametern.

    Zur Art allgemein

    Helleria brevicornis gehört in die Familie Tylidae und ist daher nicht sehr nahe mit den anderen bekannten Asselgattungen (Armadillidum, Porcellio, Cubaris usw.) verwandt. Sie kann sich wie die Rollasseln zusammenrollen, ist aber mit einer Körperlänge von bis zu 2.7 cm um einiges grösser als Rollasseln. Im Gegensatz zu den meisten anderen Asselarten bewegt sich H. brevicornis sehr langsam und gemächlich.

    Die Art kommt nur auf Korsika, Sardinien und dem angrenzenden Festland vor, wobei die Vorkommen auf dem Festland auch auf Verschleppungen zurückzuführen sein könnten. H. brevicornis gräbt sehr tief und verbringt ein Grossteil ihres Lebens unterirdisch, aber ich beobachte bei mir auch immer wieder Exemplare an der Oberfläche.

    Meine Haltungserfahrungen

    Als ich vor etwa 2 Jahren mit der Haltung begonnen habe standen mir kaum Informationen zur Verfügung. Da die Haltung bis jetzt sehr erfolgreich war und sich die Art gut vermehrt, möchte ich meine Erfahrungen teilen. Gut möglich, dass die Haltung auch anders funktioniert. Das hier ist einfach das, was bei mir funktioniert hat.

    Ich halte die Asseln in einer Plastikbox mit den ungefähren Massen 30x20x25cm. Das Substrat ist etwa 15cm hoch. Ein genügend tiefes Substrat ist nötig, da sich die Tiere bei mir auch so tief verbuddeln. Als Substrat nehme ich die klassische Tausendfüssererde: Mix aus Walderde, zersetztem Laub, weissfaulem Holz, wenig Sand und das Ganze etwas aufgekalkt. An der Oberfläche liegt noch eine Schicht Laub.

    Das Substrat halte ich ziemlich feucht. Auch die Belüftung ist nur mässig, aber ich habe an beiden Seiten der Box Belüftungsflächen eingebaut.

    Bis zum letzten Winter habe ich die Art jeweils bei Zimmertemperatur gehalten. Nun habe ich gehört dass eine Winterruhe die Vermehrung fördert, weswegen ich die Asseln den letzten Winter bei 10-15°C überwintert habe. Die Auswirkung der Überwinterung kann ich schlecht beurteilen. Auch bei kühlen Temperaturen waren die Tiere bei mir aktiv.

    In der Box lebt zudem eine gigantische Kolonie tropischer weisser Springschwänze sowie ein paar rote Springschwänze, die sich schon erstaunlich lange halten konnten.

    Bemerkenswert ist die Ernährung und der Pflegeaufwand: Die Art ernährt sich (fast?) ausschliesslich von verrottendem Laub und weissfaulem Holz. An Früchten oder Fischfutter habe ich Helleria noch nie gesehen. Ich gebe trotzdem hie und da ganz kleine Mengen rein, wohl eher für mein Gewissen und für die Springschwänze.

    Da die 15cm tiefe Bodenschicht bei nicht zu starker Belüftung die Feuchtigkeit sehr lange hält und da Zusatzfütterung nicht nötig ist, ist Helleria wahrscheinlich eines der pflegeleichtesten Haustiere überhaupt. Wenn die Feuchtigkeit stimmt und man frisches Laub/Holz nachgelegt hat kann man problemlos einen Monat verreisen ohne dass man nach den Tieren schauen muss. Also selbst im Vergleich mit anderen Asseln oder Tausendfüssern ist die Art pflegeleicht. Etwa ein bis zweimal pro Jahr mache ich einen Substratwechsel, wobei ich 2/3 neues Substrat und 1/3 altes Substrat in die Box fülle.

  • Hi Mohammed,

    Schöner Haltungsbericht.

    Tatsächlich hatte ich diese Art auch schon einmal vor ca. 3 Jahren auf dem Schirm. Eine Schneckenhalterin pflegte sie damals und schwärmte von den Tieren.

    Da sie aber - wie du ja auch berichtest - ein sehr "unterirdisches" Leben führen, habe ich mich bisher immer gegen Helleria entschieden.

    Liebe Grüße