Zephroniidae spec. Malaysia Sammelthread

  • Guten Tag,

    ich möchte hier kurz meine Erfahrungen zu einer regelmäßig verfügbaren, unbestimmten Riesenkugler Art aus dem Cameron Hills, Malaysia festhalten. Vorab: kein Erfolg.

    Die Art wird als Zephronia sp. verkauft, gehört aber wahrscheinlich der Gattung Tigridosphaera an. Eine genaue Bestimmung ist nicht möglich, da die Riesenkugler aus dieser Region Taxonomisch aufgearbeitet werden müssen.


    Ich habe am 27. September letzten Jahres 10 wildgefangene Exemplare gekauft, wovon drei/vier bereits tot ankamen. Sie wurden zusammen mit einzelnen Laubblättern und wenigen Kotpellets* in kleine Plastikdosen gepresst, diese waren zu klein um überhaupt das auskugeln der Tiere zu ermöglich. Somit war der zwei bis dreitägige Versand bereits sehr stressig für die Tiere. Auch dass ich sie erst zwei Wochen nach Import gekauft habe, hat der Gesundheit der Tiere sicherlich nicht gut getan.

    *Die in den Boxen beinhalteten Kotpellets waren Lehmartig, grob rechteckig und 4mm lang.

    Allgemeine Beschreibung:
    30-45mm große Sphaerotheriida (Zephroniidae, vermutlich Tigridosphaera spec.). Die Segmente tragen einen dünnen, schwarzen Rand auf dem eine orangene Grundfärbung folgt. Das große Analschild ist komplett in dem selben orangenen Farbton gefärbt.
    Fundort soll Malaysia, Cameron Hills sein.

    Als( zusammengerollt/eingekugelt) Durchmesser habe ich für ein großes Exemplar etwa 28mm notiert. Lebendgewicht 8 Gramm.


    Körperlänge des größten konservierten Exemplares, ausgestreckt ~45mm, Breite des Brustschildes ca 19mm. Sedimentablagerung (grau-braun) am nach unten gerichteten, dünnen Rand des Brustschildes, direkt unterhalb der verdickten, oval-fast U-förmigen Struktur des Brustschildes.
    Färbung des ersten Segmentes nach dem Brustschild:
    1,8mm schwarze Färbung (sichtbarer Rand wenn ausgestreckt), 2,8mm orangene Färbung dahinter, diese ist nur sichtbar bei Beugung und Einrollung.

    [Anmerkung: kleineres Exemplar trägt schwarz umrandetes „Ausschlupfloch“ (~0,6mm?) im oberen, rechten Teil des Analschildes.
    (Vgl. (paraphrasierte) persönliche Anmerkung Rene Werndl: 15 verstorbene Sphaerobelum sp. „Thailand“ Exemplare hatten schwarze Löcher auf dem Körper, den zwei langfristig Überlebenden fehlten diese.)
    Kleine (1mm) Dipteren-ähnliche Tiere krabbelten auf den Sphaerotheriida Körpern zum Zeitpunkt der Konservierung. Ob es sich hier um Parasiten/Parasitoiden oder postmortem angelockte Aasfresser handelt ist unklar.]

    Ich habe die Tiere tagsüber bei etwa 22Grad mit Nachtabsenkung auf 16 Grad gehalten, in einer 20ltr Box. Hohe Feuchtigkeit. Mein Saftkugler-Laub haben sie in großen Mengen gefressen.


    Am 12. Oktober hatte sich die Anzahl lebender Tiere auf drei Stück reduziert.
    Die starke Gewichtsabnahme, die viele Halter bei ihren halbtoten/sterbenden Riesenkuglern beobachten, konnte ich nicht feststellen. Exemplare lagen eines Tages tot in der Box, ohne von ihrem hohen Lebendgewicht verloren zu haben. Kein Exemplar hatte sich in meiner Hand leicht angefühlt. Sie standen nicht nur im Futter, sie haben auch viel gefressen.

    Die anfangs lehmigen Kotpellets wurden schnell durch organisch, braune Ersetzt, nachdem sie ihren Verdauungstrakt dem Material entleert haben, dass sie vor dem Versand gefressen haben.

    Die Schicht aus Kotpellets war in der Box zu diesem Zeitpunkt fast 2cm hoch.

    Am ersten November, ein Monat nach erhalt, waren noch drei Exemplare am Leben. Zwei waren groß, ich habe mir die Gewichte 6,5 und 7,3g notiert.

    Mitte Dezember verstarben zwei weitere Exemplare. Das letzte, ein 45mm (ausgerollt) Riese, verstarb Anfang Februar.


    Moose, Flechten, Buchenlaub und gammeliges Holz wurden allesamt nicht gefressen.

    Es ist auch eine der Arten, von der ich keinerlei Erfolgsgeschichten kennen.

    Zusammengefasst: Finger weg!

    Händler verdienen mit dieser Art nettes Geld, wären die Tiere verrecken.

  • Huhu Beelte,

    kleineres Exemplar trägt schwarz umrandetes „Ausschlupfloch“ (~0,6mm?) im oberen, rechten Teil des Analschildes.

    [...] 15 verstorbene Sphaerobelum sp. „Thailand“ Exemplare hatten schwarze Löcher auf dem Körper, den zwei langfristig Überlebenden fehlten diese.

    Sehr interessant! Wenngleich ich mich mit Kuglern mal so rein gar nicht auskenne, überlege ich aufgrund der oben zitierten Schilderungen, ob die Todesursache in einem "Parasitenbefall" zu suchen ist? Bei dem Wort "Ausschlupfloch" assoziiere ich, dass die Kugler womöglich von einer Art "Schlupfwespe" o. ä. befallen wurden - also ein Insekt, welches mittels Legestachel Eier in den lebenden Organismus "einbringt", und dieser als Wirt, bzw. Futterreservoir für die sich entwickelnden Larven dient, bis diese dann aus ihrem Wirtstier herausschlüpfen. Das Wirtstier stirbt, nat. an den Folgen. Jedoch wäre dann vermutlich ein Gewichtsverlust zu verzeichnen, da der Wirt ja von innen heraus aufgefressen wird, oder? Wobei ... Vielleicht auch nicht, denn die vom Wirtstier zehrenden Larven nehmen ja im Laufe der Zeit ihrerseits an Größe und Gewicht zu! Somit wird zwar das Wirtstier immer leichter, aber "sein Gepäck" (parasitäre Larven) immer schwerer. Also würde es gar nicht auffallen, dass das Wirtstier abnimmt.

    Auch überlege ich mir, ob deine Kugler, die deiner Schilderung nach gut fraßen, evtl. das Futter nicht entsprechend aufspalten konnten, sodass sie dennoch verhungert sind. Du sagst, ihre ursprünglichen Köttel waren sehr lehmhaltig. Wäre es nicht denkbar, dass die genau das im Verdauungstrakt benötigen - sei es der Lehm/das Sandgemisch an sich, welcher als Ballaststoff fungiert oder auch, um die Futterbestandteile zu zermahlen (ähnlich wie bei Hühnern z. B., die entsprechende Kiesel mit der Nahrung aufnehmen müssen) oder darin enthaltene Mikroorganismen oder auch Algen, die darauf wachsen.

    Da ich mich jedoch, wie gesagt, in der Materie überhaupt nicht auskenne, können meine Gedanken nat. auch völliger Humbug sein ...

    Liebe Grüße

  • Auch überlege ich mir, ob deine Kugler, die deiner Schilderung nach gut fraßen, evtl. das Futter nicht entsprechend aufspalten konnten, sodass sie dennoch verhungert sind. Du sagst, ihre ursprünglichen Köttel waren sehr lehmhaltig. Wäre es nicht denkbar, dass die genau das im Verdauungstrakt benötigen - sei es der Lehm/das Sandgemisch an sich, welcher als Ballaststoff fungiert oder auch, um die Futterbestandteile zu zermahlen (ähnlich wie bei Hühnern z. B., die entsprechende Kiesel mit der Nahrung aufnehmen müssen) oder darin enthaltene Mikroorganismen oder auch Algen, die darauf wachsen.

    Ich sage es mal so:

    in keiner der mir bekannten, erfolgreichen Riesenkuglernachzuchten wurde Lehm verwendet. Sicherlich ist inorganisches Material gut für die Tiere, meine Saftkugler nehmen es öfters auf, aber vielleicht nicht unabdingbar.

    Sie waren nicht nur lehmhaltig, sondern soweit es mit dem Auge erkennbar war, nur aus Lehm und Sandpartikeln bestehend - ohne Hinweise auf Laub o.ä.

    Viele Grüße

  • Hallo

    es lassen sich einige Arten halten und auch züchten. Das bleibt den allermeisten Hobbyisten aber aus verschiedensten Gründen verwehrt.

    Das wusste ich nicht. Ich kenne vor allem die Beiträge aus diesem Forum, wo es abgesehen von dem einen Fall bei Solaris jedes Mal nicht geklappt hat. Da braucht es aber wohl sehr spezifische Haltungsbedingungen und entsprechendes Know-How.

    LG

  • Hallo,

    ich hatte die Art auch mal vor 10 Jahren oderso kurzfristig in der Haltung. Ohne Erfolg. Mein Verdacht war dass die größten Tiere mehr Reserven haben und deshalb langsamer verhungern. Ein frisch abgetötetes Tier war auch voller Eier, diese wurden wohl bei anderen resorbiert.

    Wie war denn das vn Dir angebotene und aufgenommene Laubgemisch (sauer, alkalisch; zersetzt, schon schwarz?)? Ich hattees schon mehrmals bei Riesenkuglern dass auch das Laub nicht gefressen wurde. Oder es wurde gefressen, dann plötzlich nichtmehr, Neues wurde dann wieder 1-2 Tage lang gefressen usw.

    Generell scheinen (fast) alle Riesenkugler die ich gesehen habe voller Parasiten zu sein. Nematoden, Gergarinen und Nermertini - auf madagassischen auch parasitische Milbenlarven.

  • Wie war denn das vn Dir angebotene und aufgenommene Laubgemisch (sauer, alkalisch; zersetzt, schon schwarz?)? Ich hattees schon mehrmals bei Riesenkuglern dass auch das Laub nicht gefressen wurde. Oder es wurde gefressen, dann plötzlich nichtmehr, Neues wurde dann wieder 1-2 Tage lang gefressen usw.

    Hallo Thomas,

    das war das stinknormale weit zersetzte, sehr weiche, braune Esskastanienlaub das ich für meine Kugler zubereite. Das wird recht sauer sein, der Untergrund ist Rhyolith/Buntsandstein.

    MfG

  • Hallo,
    dieses Jahr habe ich mich erneut an diese Art getraut. Ebenfalls an die „Zephronia sp. milky“, die sehr populäre, schwarz-weiße Art aus dem selben Verbreitungsgebiet.

    10x Zephroniidae sp. „milky, 8 Adult, 2 Jungtiere

    8x Zephroniidae sp. „rusty“, 7x Adult, 1x Farbvariante/verwandte Art.

    Um es kurz zu fassen: ich habe die Tiere am 02.04. bekommen. Es leben jetzt noch 2 adulte sowie die 2 juvenilen sp. „milky“, ein typischer sp. „rusty“ und der invers gefärbte Kugler, der entweder eine Farbvariante oder eine zweite Art darstellt.
    Die Zephroniidae spec. „milky“ sind hauptsächlich unterwegs. Sie krabbeln fast den ganzen Tag. Sie fressen relativ wenig und fallen einfach tot um.
    Kein signifikanter Gewichtsverlust.

    Die Zephroniidae sp. „rusty“ sind fast nur im Substrat vergraben, fressen sehr viel, sterben aber einfach an Ort und Stelle. Bei einigen Exemplaren ist aus dem Kadaver Pilzgewebe herausgewachsen. Ich habe dem lieben Dr. Wesener ein solches Exemplar gebracht, er meinte der Pilz hatte seinen Ursprung bzw. wächst im Darm der Kugler.

    Vielleicht hatte ich sie die letzten 1,5 Monate etwas zu warm stehen. (16-18 Grad.)
    Die 18 Kugler haben in den 2 Monaten etwa 3,5 Liter reinen Kot produziert! Da sind einige Liter Laub verschlungen wurden.

    Es wurden auch Eier gelegt, aber die Überlebenschance ist meiner Meinung nach gering.


    MfG

  • Wobei,

    ich muss mich kurz selbst korrigieren:

    angenommen, dass das angebotene Futter geeignet ist, haben die Eier bzw. die schlüpfenden Jungtiere eine größere Überlebenschance als die Adultis, da sie hier gelegt wurden und nicht den kraftzehrenden Import-Prozess durchgemacht haben.


    Vielleicht ist das aber auch nur Wunschdenken…

  • BeetlebreederGermany June 7, 2025 at 8:50 AM

    Changed the title of the thread from “Zephroniidae spec. (cf. Tigridosphaera sp.) Erfahrung” to “Zephroniidae spec. Malaysia Sammelthread”.
  • Hallo Waldfee,

    vielen Dank.

    Ich möchte noch nachtragen, seitdem die Tiere in den Keller gewandert sind, ist das pausenlose umherkrabbeln der Zephroniidae spec. „Milky“ deutlich reduziert worden. Davor waren die Tiere wirklich jeden Tag auf der Oberfläche, Stundenlang am Laufen.
    Nach einigen Tagen Akklimatisierung im Keller verbringen die Exemplare viele Tage wohl ausschließlich im Laub, da ich auch bei 2-3 Checks täglich über eine halbe Woche keinerlei Aktivität beobachten kann. Der Laubbedarf scheint ebenfalls erhöht zu sein, sprich die Kugler verbringen Ihre Zeit nun mehr mit Fressen und weniger mit Laufen.

    Ich habe mir das Substrat angesehen und innerhalb von Sekunden direkt zwischen Kotpellets zwei Eier gefunden. Hoffentlich sind das frisch gelegte und nicht von den überführten Eiern welche, die ausgebuddelt wurden.

    MfG

  • Hallo Beetlebreeder


    Mal eine dumme Frage, oder auch nicht...

    Du schreibst, dass die Kugler im Keller weniger an der Oberfläche herumlaufen und mehr fressen.

    Kann man das irgendwie auch auf Tausendfüsser beziehen?

    Also ist es überhaupt erstrebenswert, dass Füsser viel an der Oberfläche zu sehen sind oder ist es besser, sie halten sich vermehrt im Substrat auf? Oder kann man das überhaupt nicht miteinander vergleichen?

    Das ist jetzt nur so ein Gedanke von mir.

    Meine Wissens ist die Oberflächenaktivität von Füssern abhängig von der Art und vom Alter.

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Mal eine dumme Frage, oder auch nicht...

    Du schreibst, dass die Kugler im Keller weniger an der Oberfläche herumlaufen und mehr fressen.

    Kann man das irgendwie auch auf Tausendfüsser beziehen?

    Hallo Waldfee,

    rein logisch würde ich sagen, ja. Wenn den Tieren die Bedingungen im Terra nicht passen, möchten sie einen geeigneteren Ort aufsuchen - sprich sie krabbeln umher auf der Suche eines Ausweges aus dem Behältnis.

    Also ist es überhaupt erstrebenswert, dass Füsser viel an der Oberfläche zu sehen sind oder ist es besser, sie halten sich vermehrt im Substrat auf? Oder kann man das überhaupt nicht miteinander vergleichen?

    Das ist natürlich von Art zu Art unterschiedlich. Bei einem Archispirostreptus gigas ist Oberflächenaktivität normal. Bei einer Art wie Anadenobolus monilicornis, die hauptsächlich nur im Substrat lebt, würde ich starke Oberflächenaktivität dagegen als Indiz eines Problemes sehen. Irgendetwas stimmt nicht und das Tier zeigt artuntypisches Verhalten.

    Daher muss man das natürlich immer ins Verhältnis zum natürlichen Verhalten der Arten stellen.

    Noch ein Nachtrag zu den schwarz-weißen Zephroniiden.

    In ihrem Verhaltensmuster gleichen die allermeisten Kugler Spiroboliden sehr. Sie leben in der Natur versteckt in der Laubschicht und verbringen die meiste Zeit mit fressen. Männchen krabbeln deutlich mehr umher als Weibchen, wahrscheinlich um letztere zur Paarung aufzusuchen. Entsprechend haben sie eher kurze Beinchen und sind schlechte Kletterer.

    Jungtiere leben auch bis zu einer gewissen Größe versteckt.

    Der Kugler Zephroniidae spec. „milky“ ist allerdings kein typischer Kugler. Diese Tiere haben sehr lange Beine, können entsprechend schnell krabbeln, besitzen zwei große Klauen an den Füßen und sie können ihr Gewicht auch kopfüber gehalten, tragen. Das Analschild ist reduziert, das Brustschild ist vergrößert. Die Tiere entrollen sich nach Störung sehr schnell.

    Alleine der Körperbau zeigt schon, dass es sich nicht um einen typischen Streubewohner handelt. Es ist mehr eine Spirostreptiden-Variante des Kuglerbauplans.

    Nun sind die Tiere aber wirklich über Stunden hinweg pausenlos umhergekrabbelt ohne zu fressen. Das kann kein normales Verhalten mehr sein, da ja immer Futter und Feuchtigkeit vorhanden ist. Somit ist der Gedanke, dass etwas nicht stimmt und sie entkommen möchten.

    Das Beruhigen der Tiere und ihr leicht gesteigerter Appetit ist für mich nun ein Hinweis, dass die Bedingungen stimmen und sie nicht mehr den Drang haben zu entkommen.

    Letztendlich würde vorallem eine Studie des Verhaltens im Habitat Aufklärung bringen.

    Wenn die Tiere in der Natur auch sehr mobil sind, wieso auch immer, würde das für uns Halter natürlich bedeuten, dass es kein schlechtes Zeichen ist.

    Die Vermutung von Thomas, dass diese Art vielleicht mehr Algen- bzw. Moosrasen abweidet anstatt Laubstreu zu fressen, erscheint mir schlüssig. Algen- und Moose auf Gestein, Brettwurzeln oder toten Stämmen sind natürlich in einer bedeutend geringeren Dichte vorhanden als Laubstreu und um sie zu erreichen, muss das Tier gewisse Kletterfähigkeiten aufweisen. Somit muss der Kugler mobiler sein und auch besser klettern können als die allermeisten anderen Arten, die sich ja doch recht bewegungsarm in Laubansammlungen den Bauch vollschlagen.

    Ohne eine Beobachtung in der Natur ist es aber auch eben nur eine Vermutung.

    Vielleicht kommt diese Art in einer deutlich geringeren Dichte vor und die Tiere müssen zur Partnersuche größere Distanzen zurücklegen - entsprechend beeinflusst das den Körperbau um die Überwindung weiterer Strecken zu ermöglichen.

    Die Möglichkeiten sind grenzenlos - wir wissen es einfach nicht.


    MfG

  • Hallo,

    ich habe durch Glück einen weiteren Import erwischt und konnte mich mit frischen Exemplaren der vorherigen Arten und einer neuen, dritten eindecken.

    Ich muss hierzu aber auch erwähnen, dass wenn 80% dieser Exemplare erneut in 2-3 Monaten absterben, dass das dann erstmal der letzte Versuch mit diesen Arten war.

    Das ist weder zuträglich für den Geldbeutel noch kann ich das weiterhin mit meinem Gewissen vereinbaren.
    Wenn die allermeisten Importe dieser Arten so schlecht laufen, dass die meisten Individuen schon zum Tode verdammt sind, dann muss man diese Arten aufgeben.
    Ich kann und will mir nicht 100 Riesenkugler kaufen, damit ich 90 beim sterben zusehe und mit Glück 10 fitte Exemplare dabei habe!

    Das ist einfach nicht akzeptabel.

    Kommen wir nun

    zu den eigentlichen Tieren:
    1. 9x Zephroniidae spec. Rusty, 6x adult und 4x juvenil

    2. 10x Zephroniidae spec. Milky, adult

    Die sind soweit nichts neues, die kennen wir im Hobby ja alle schon seit 20 Jahren, wenn nicht schon länger.

    Jetzt kommt aber der Knüller:


    3. 9x Zephroniidae spec. Black, adult

    Das ist eine lack-schwarze Art, die den vorherigen Z. spec. „Milky“ extrem ähnlich sieht.

    Der Körperbau beider Arten ist extrem ähnlich, in der Färbung unterscheiden sie sich gut wie man erkennen kann. Meine Zephroniidae spec. Black sind im Schnitt etwas kleiner als die Z. spec. Milky, aber aufgrund der kleinen Importmenge ist die tatsächliche Größenspanne der Art schwierig zu bestimmen. Auch diese können schnell schreiten und fallen eben durch den untypischen Ratio von Brustschild zu Analschild auf.

    Ich bin besonders gespannt was Dr. Wesener zu dieser Art sagen wird, da ich Ihm bei nächster Gelegenheit ein in Alkohol konserviertes Männchen überreichen werde.

    Rechts dasselbe wie links nur „in grün“.

    Interessanterweise wurden diese Tiere aber zusammen mit der ersten Art, unter demselben Namen wie diese, importiert und verkauft.
    Und da stellt sich mir die entscheidende Frage, wieso ist das so?

    Da möchte ich noch anmerken, dass ich diese Art wissentlich noch nicht gesehen habe.
    Ich habe bisher einen Wildfund dieser Art ausfindig machen können, wo sie zusammen mit Z. spec. Milky vorkommt. Aber das sagt uns nicht viel.

    Die Exporteure oder Sammler sehen definitiv, dass das eine andere Art sein muss als die Z. spec. Rusty, keine Frage.
    Die Ähnlichkeit zu Z. spec. Milky ist eindeutig.
    Ich vermute, die zwei Arten kommen im selben Areal vor, oder besitzen zumindest ein überlappendes Verbreitungsgebiet. Ggf. ist es auch so unwirklich oder klein, dass die Art schwierig zubekommen ist.
    Somit werden sie einfach gemeinsam eingesammelt und vertickt…

    Alternativ ist diese Art seltener und der Aufwand, sich einen zweiten Namen auszudenken und alles lohnt nicht, deshalb wird sie bei Z. spec. Rusty Importen „untergemischt“.

    Möglicherweise ist diese Art auch so fragil, dass die Exporteure meist garnicht genug haben, um die Art separat anzubieten. Wenn dann zufällig welche mit eingesammelt werden, dann kommen die halt auch in den Verkauf, aber eine gezielte Suche lohnt sich nicht weil die meisten zu schnell versterben…?

    Womöglich sind die Sammler/Exporteure, die Zugang zu dieser Art haben, auch exklusiv für bspw. den asiatischen Markt und kommen daher nur selten in Europa an.

    Alles nur spielerische Gedankengänge, um das Fehlen dieser Art im Handel zu erklären…
    Wieso auch immer diese Art hier selten angeboten wird, ich bin froh diesen Import erwischt zu haben.


    Jetzt aber noch ein Nachtrag zu Zephroniidae spec. Rusty. Ich kannte die Jungtiere dieser Art vor diesem Kauf nur von Fotos, aber jetzt habe ich sie selbst vorliegen. Sie sehen so aus, wie ich sie kannte.

    In ihrer Farbgebung sind sie absolut typisch.


    Da muss ich aber über meinem Sonderfall aus dem letzten Zephroniidae spec. Rusty Import zurückdenken. Das adulte Exemplar mit der invertierten Zeichnung. Links normal, rechts Sonderfall:

    Das Jungtier von Zephroniidae spec. Rusty trägt orangene Segmente mit dünnen, schwarzen Außenrändern und ein orangenes Analschild. Das adulte Exemplar trägt orange-rötliche Segmente mit einem stark ausgeprägten, schwarzen Rand. Dieser ist bei den adulten Tieren so dick, dass er in ausgestreckter Körperhaltung den zuvor orangenen Anteil übernommen hat. Erst bei Einkugelung der adulten Tiere ist der innere, aber verkleinerte orangene Anteil wieder zu erkennen.

    Mein Sonderfall trägt das orange-rötliche Analschild, aber die Außenränder der Segmente sind orange, die Innenränder sind schwarz. Somit ist das nicht einfach die beibehaltene Juvenilfärbung, sondern die oben erwähnt, die Invertierung der adulten Farbgebung.

    Es ist mir ein Rätsel!

    Nun hoffe ich, dass diese Exemplare stabiler sind und nicht alle direkt umkippen. Hoffentlich klappt vielleicht sogar die Nachzucht dieser Gruppen.


    MfG

  • Jetzt aber noch ein Nachtrag zu Zephroniidae spec. Rusty. Ich kannte die Jungtiere dieser Art vor diesem Kauf nur von Fotos, aber jetzt habe ich sie selbst vorliegen. Sie sehen so aus, wie ich sie kannte.

    Ich muss meinen Beitrag korrigieren:

    nachdem Dr. Wesener konservierte Exemplare der „Jungtiere“ untersuchten konnte, hat es sich herausgestellt, dass es sich hierbei um eine andere Art handelt!

    Tatsächlich gibt es einige Morphologische Unterschiede, die ich vor seiner Untersuchung „unter den Tisch“ fallen lassen habe, da ich sie einfach für juvenile Merkmale gehalten habe:

    1. im Vergleich zu ihrer Körpergröße besitzen sie sehr lange Antennen.

    2. das Brustschild endet in einen abgerundeten Aussenrand.

    3. bei Einkugelung ragt das Analschild stark über den Rand des Brustschildes heraus.

    Leider lebt von dieser Art nurnoch 1 Exemplar.
    Hoffentlich kann ich weitere Exemplare erhalten und mit Glück auch hier eine Nachzucht erhalten.

    Die Art kommt im selben Verbreitungsgebiet wie die Zephroniidae sp. Rusty vor und ist mindestens genauso Anfällig. Sie sind womöglich minimal Oberflächenaktiver, aber das ist mit der geringen Gruppenstärke und schlechtem Gesundheitszustand schwierig zu beurteilen. Immerhin habe ich mitnerweile ein paar geeignete Futtermittel ermittelt.

    Bei Zephroniidae sp. Black scheint es sich um eine andere Gattung als Zephroniidae sp. Milky zu handeln, womöglich gehören sie der Gattung Prionobelum an. Ich konnte Dr. Wesener (leider) reichlich Material mitgeben, welches die Bestimmung oder gar Artbeschreibung letztendlich ermöglichen sollte.
    In ihrem Verhalten und Körperbau ähneln sich beide Arten sehr. Ich konnte mitnerweile folgendes Verhaltensmuster, insbesondere bei sp. Milky, feststellen:

    3-5 Tage lang sind die Tiere recht aktiv und krabbeln viel umher. Dies betrifft etwa die halbe Gruppe. Nachdem diese Bewegungsphase vorbei ist, verstecken sich die Kugler für 3-5 Tage in der Laubstreu/im Substrat und legen „Fresskuhlen“ an. Sie liegen auf der Seite und fressen über mehrere Tage hinweg. Währenddessen wird viel Kot abgesetzt und vermutlich findet in dieser Phase auch die Eiablage statt. Die Eier werden meist einfach lose zwischen Kotpellets abgelegt.

    Angenommen, dass das Verhalten normal ist, und die Morphologie der vielen Bewegung angepasst ist, habe ich folgende Hypothese formuliert.

    Im Habitat sind die Tiere an einem Ort und fressen dort. Es finden ggf. Paarungen und vorallem Eiablagen statt. Nach einigen Tagen wandern die Kugler von diesem Ort ab und suchen sich einen neuen Platz, wo sie sich erneut niederlassen und dort Eier ablegen.
    -

    Am liebsten würde ich 1 Jahr Urlaub nehmen und diese Kugler in den Cameron Hills persönlich beobachten. Wenige Arten interessieren mich so sehr wie diese.

    MfG

  • Ich habe nun 3 Jungtiere von Zephroniidae sp. Rusty vorliegen.

    Sie sind 25-30mm lang und gleichen den Adulttieren 1:1.

    Anbei noch weitere Bilder der Zephroniidae sp. Little Tiger.

    Die sehr langen Fühler sind gut zu sehen.
    Die Färbung ist nicht identisch.

    1x Zephroniidae sp. Black Männchen ist verstorben. Immerhin konnte ich es super frisch in Alkohol legen.

    Mit etwas Glück bekomme ich noch einen frischen Import in ein paar Wochen.

    Schade wie einfach es ist, an diese Tiere ranzukommen!

    MfG