Zeigt uns eure Wälder und Sammelplätze

Hallo zusammen, in den nächsten Tagen könnte es hin und wieder zu Unerreichbarkeit der Domains forum.diplopoda.de sowie dipopoda.de kommen. Für die zukünftige Administration bin ich am Umstrukturieren des Server-Aufbaues. Tut mir leid, dass es in letzter Zeit gehäuft zu solchen Arbeiten kommt. Danach sollte aber soweit keine weiteren Einschränkungen mehr bestehen. LG, Robert
  • Hallo miteinander


    Was haltet ihr davon, wenn wir hier ein bisschen unsere Gegend zeigen? Wo wir Substrat sammeln, weissfaules Holz, tolle Fundstellen oder einfach nur spazieren gehen.

    Vielleicht auch etwas zur Gegend erzählen, also ob es eher Misch- oder Laubwälder sind, wie der Boden beschaffen ist, Zeigerpflanzen, usw.

    Wir hatten im Thread Futterlaub für Diplopoden -mein Rezept bereits einige dieser Themen aufgegriffen. Es wäre schön, wenn wir das hier ein bisschen weiter vertiefen könnten, auch mit Bildern.

    Habt ihr Lust darauf?

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Dann mache ich mal den Anfang.

    Inzwischen hat hier ja bestimmt jeder mitbekommen, dass ich im Schwabenland wohne. Genauer auf der Schwäbischen Alb mit überwiegend Buchenmischwäldern auf Kalkstein.


    Ich kann "meinen" Wald in gut fünf Minuten fussläufig erreichen. Ich geniesse das und bin an meinen freien Tagen viel im Wald.

    Gerne auf den schmalen Wegen, wo man nicht unbedingt viele Menschen trifft.

    Heute ging es wieder ganz hoch auf gut 900 Meter Höhe bei herrlichem Sonnenschein.

    Unsere kleine Höhle, in der Fledermäuse wohnen.


    Hier werde ich eventuell bald WFH ernten können.

    Treppchen, Kalkstein , Weg.

      



    Dieses Bild ist von gestern. Man konnte sogar die Alpen sehen, leider schafft das meine Handycamera nicht.

    Heute hatte mich mich zunächst gefreut, weil ich schönes watteweiches WFH gefunden hatte. Es wird gerade Holz gemacht und da lagen wunderbar dicke Stämme herum.

    Ich hatte glücklicherweise ein Tütchen dabei und hatte schon eingesackt, als ich mir die Stämme genauer angeschaut habe. Es war Fichte... oder ein anderes Nadelholz.

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hallo Sabine

    Tolle Idee! Und tolle Bilder! Da geht man gerne spazieren. Erinnert mich landschaftlich ein wenig an den Schweizer Jura, wo ich früher gewohnt habe.

    Dann werde ich beim nächsten Spaziergang auch ein paar Bilder machen.

    Der verfaulte Baumstrunk auf dem zweiten Bild sieht für mich ein wenig verdächtig nach Fichte aus, aber gut möglich, dass ich mich da irre...

    LG, Mohammed

  • Hallo Mohammed


    Gut möglich, dass der Baumstumpf Fichte ist. Hab mich nicht getraut, näher hinzugehen. Da gehts gleich steil den Abhang runter.

    An was erkennst du den Baumstumpf? Wenn ich die Rinde nicht sehe, bin ich da ziemlich aufgeschmissen.


    Ich freue mich schon auf deine Bilder.

    Liebe Grüße

    Sabine

  • An was erkennst du den Baumstumpf? Wenn ich die Rinde nicht sehe, bin ich da ziemlich aufgeschmissen.

    Ich kanns auch nur dann sicher sagen, wenn ich die Rinde oder die Astverzweigungen sehe. Hier ist es nur ein Gefühl basierend auf meinen Erfahrungen. Wahrscheinlich ist es der sehr gleichmässige fasrige Zerfall bei gleichzeitig noch gut erkennbarer Gesamtstruktur sowie die ausgeprägten Wurzelansätze.

    LG, Mohammed

  • Ich würde dann mal weitermachen,

    Ich komme aus dem Herzen des Ruhrgebietes, aus Mülheim an der Ruhr und mein Sammelgebiet ist im Duisburger Wald.

    Typischer mitteleuropäischen Mischwald mit weitflächigen Rotbuchenbestand. Zwischendrin gibt's immer wieder mal Eichen, Kiefern, Fichten und Birken.

    An manchen Stellen auch viel Robinie.


    So siehts hier fast überall aus,


    Die Humusschicht, bzw. Die Schicht mit dem schön zerfallendem Laub ist sehr dünn, daher muss ich für ein Terrarium oftmals etwa 3 Quadratmeter Fläche absammeln um die entsprechende Substratmenge zu bekommen.

    Hier war es mal etwas mehr:

    Ab und zu liegen hier mitten im Wald komplett zerfallende Baumstämme, die hervorragend sind um weißfaules Holz und Moospolster zu sammeln.


    Bei folgendem Bild freut sich doch jeder Diplopodenhalter: Komplett weiches Weißfaules Holz wo sogar noch Pilze dran wachsen:)

    Gruß Johnny

  • Nun ein paar Bilder von meinem Sonntagsspaziergang.

    Meine Sammelwälder stehen im Schweizer Alpenvorland auf 750-800 m.ü.M. Untergrundgestein ist meist Moräne oder Sandstein. Die Bödensäure variiert lokal von leicht basisch bis sehr sauer, ist meist jedoch schwach sauer.

    Meiner Meinung nach sind die Wälder aus zwei Gründen nicht optimal fürs Substratsammeln:
    1) Bedingt durch die Waldwirtschaft findet sich fast nur Laub-Nadel-Mischwald oder reiner Nadelwald. Reine Laubholzbestände wie oben im Bild finden sich fast nur in den Windwurfflächen der letzten Jahrzehnten, früher hat man meistens auf Fichte und Tanne gesetzt.
    2) Die Böden sind eher sauer, weswegen ich das Substrat jeweils genügend aufkalke.

    Tatsächlich war bei mir die Substratsammeleignung der umliegenden Wälder nur eines von vielen Kriterien bei der Wahl des Wohnungsortes ;- )

    Hier sieht man, dass sich unter der obersten Schicht Laubstreu eine schlecht zersetzte zweite Schicht befindet. Die sammle ich bevorzugt.

    Die Wald-Hainsimse Luzula sylvatica ist ein guter Hinweis auf saure Böden:

    Ein Überbleibsel einer Eiche oder Esche mit gut zersetztem weissfaulem Holz in der Mitte:

    Landschaft:

    So sieht es an den meisten Orten aus, mit viel Nadelholz:

    Moosteppich an einem Buchen-Wurzelansatz. Das grosse dunkelgrüne, dass wie kleine Tännchen aussieht, ist das Waldhaarmützenmoos, das aber bei den Füssern nicht so beliebt zu sein scheint.

    Die optisch wirklich schönen Wälder in meiner Umgebung habe ich heute nicht besucht, kann aber später noch Fotos nachreichen.

    LG, Mohammed