Kordel's Einstieg in die Diplopoden-Narretei

  • Hallo Kordel


    Bist du dir denn sicher, dass du immer dasselbe Tier siehst?


    Zur Besatzdichte hab ich mir noch ein paar Gedanken gemacht. Das sind aber nur meine Gedanken, ohne n├Ąheres Wissen dar├╝ber.

    In unseren Terras sollten an die Bewohner angepasste klimatische Bedingungen herrschen, widrige Witterungseinfl├╝sse gibt es nicht.

    Es sollte auch keine Fressfeinde im Terra geben... ok, falls man sich mal Skolopender einf├Ąngt oder K├Ąfer oder was auch immer d├╝rften die Eier, Larven und F├╝sserbabys durchaus gef├Ąhrdet sein.

    Grosse Nahrungskonkurrenten gibt es nicht.

    Das sind sicherlich Punkte, die sich auf die Besatzdichte in "freier Wildbahn" auswirken.

    Der wichtigste Punkt dazu scheint mir aber das Nahrungsangebot zu sein. In unseren Terrarien leben die F├╝sser ja quasi im Essen und bekommen obendrein noch Zusatzfuter angeboten.

    Draussen d├╝rften nicht so paradiesische Zust├Ąnde herrschen.

    Wenn ich bei mir ein bisschen im Wald gucke, gerade beim Sammeln, ist z. B. die Humusschicht an den H├Ąngen sehr d├╝nn. Auch sonst ist die Humusschicht bei uns nicht sonderlich ausgepr├Ągt, ausser in den doch immer wieder vorkommenden Senken.

    Die bei uns vorherrschende Buche wird nur in Teilen weissfaul und bis das Holz verzehrfertig ist, vergeht recht viel Zeit (frag bitte nicht, wie lange).

    Moos ist mal mehr, mal weniger vorhanden.

    Es gibt Stellen, wo ich so gut wie keine Tausendf├╝sser finde und an g├╝nstigen Stellen finde ich manchmal recht viele.


    Was ich damit sagen m├Âchte:

    Ich denke schon, dass die F├╝sser es gut verkraften, wenn das Terra zeitweise durch Jungtiere sozusagen ├╝berf├╝llt ist. Man muss nat├╝rlich schauen, dass das Nahrungsangebot stimmt.

    Durch die langen Winter in Deutschland bzw. die niedrigen Nachttemperaturen, die an meinem Wohnort bis weit in den Mai vorherrschen k├Ânnen, ist ein sicherer Versand der Jungtiere nicht immer m├Âglich. Und eine bestimmt Gr├Âsse sollten sie beim Verschicken eben auch haben, damit sie eine eventuelle l├Ąngere Reise auch gut verkraften.


    Inwieweit den F├╝ssern der Freiheitsentzug etwas ausmacht, mag ich nicht beurteilen. Da muss man Tierhaltung allgemein hinterfragen, finde ich.

    Ich weiss nicht, ob die F├╝sser in ihren Heimatl├Ąndern standorttreu sind oder weiterziehen, wenn die Nahrung an einem Ort aufgebraucht ist. Oder ob sie ihre Vermehrungsrate an das Futterangebot anpassen.

    Tut mir leid, wenn meine Gedanken ein bisschen ungeordnet sind, ich bekomme das gerade nicht besser hin. Ich hoffe, man kann trotzdem verstehen, was ich sagen m├Âchte.

    Liebe Gr├╝├če

    Sabine

  • Hallo zusammen

    W├Ąhrend ich gerade an einer Antwort herumstudiere, hat Sabine schon geantwortet. Meine Gedanken gehen in eine ├Ąhnliche Richtung..

    Wieso du, Kordel, deine F├╝sser so selten siehst, kann ich nicht sicher sagen. Aus meinen eigenen Erfahrungen, da ich auch schon Tiere tot geglaubt habe und du ja anscheinend auch alles richtig mit der Haltung machst, gehe ich eher nicht davon aus, dass alle gestorben sind.

    Auch w├╝rde ich den Satz nicht unterschreiben, dass man Tausendf├╝sser erst bei einem ├ťberbesatz sieht. Ich habe mit vier Centrobolus splendidus angefangen. Einer sah ich jede Nacht, zwei ab und zu und der vierte hielt ich etwa 2 Monate lang f├╝r tot. Hab mir dann zwei neue Tiere bestellt und einen Substratwechsel gemacht. Voil├á, der totgeglaubte war quicklebendig und in der kommenden Zeit sah ich regelm├Ąssig alle 6 gleichzeitig im Terri herumwandern! Verstehe die Tausendf├╝sser, wer willÔÇŽ

    Ein paar Gedanken zum ├ťberbesatz:

    Selbst wenn wir wissen wie hoch die Tausendf├╝sserdichte im nat├╝rlichen Lebensraum ist, haben wir noch keine Ahnung, was f├╝r die Tiere selbst angenehm ist und wann es f├╝r sie stressig wird. Ich finde es sehr unwahrscheinlich, dass die Tausendf├╝sserdichte in der Natur durch innerartlichen Dichtestress begrenzt ist. Viel wahrscheinlicher sind doch Ressourcenknappheit und Pr├Ądation. H├Ątten die F├╝sser in der Natur keine nat├╝rlichen Feinde, keine Nahrungskonkurrenz durch Asseln und andere Tiere und noch mehr Futter zur Verf├╝gung, so w├Ąre die Dichte sicher h├Âher. Es gibt ja auch bei manchen Arten Massenvermehrungen. F├╝hlen sich die Tieren bei so einem Massenaufkommen gestresst, gibt ihnen die grosse Zahl Sicherheit oder ist es ihnen v├Âllig egalÔÇŽ? Schwer zu sagen.

    Das ÔÇ×ProblemÔÇť sehe ich generell bei vielen wirbellosen Haustieren: Wenn die Bedingungen einigermassen gut sind, dann vermehren sich die Tiere recht schnell innert kurzer Zeit. In der Natur k├Ânnen wir davon ausgehen, dass die Zahl der F├╝sser pro Fl├Ąche langfristig gleich bleiben muss. Das heisst, jeder Tausendf├╝sser produziert im Schnitt ein Nachkomme, welcher sich auch wieder fortpflanzen kann. Die restlichen vielleicht 100 Nachkommen schaffen es nicht, weil sie gefressen werden, nicht gen├╝gend Futter finden oder an anderem sterben.

    Nun ist es so, dass wir in der Haltung versuchen, jedigliche Stressfaktoren zu eliminieren und daher nicht nur ein, sondern viele Jungtiere ├╝berleben. Es kommt unweigerlich zu einem Anstieg der Populationsgr├Âsse. Wenn wir sagen, dass das richtig ist was in der Natur geschieht, d├╝rfte nur ein kleiner Teil der Nachkommen bei uns ├╝berleben.

    Ich selbst habe nicht das Gef├╝hl, dass meine Tausendf├╝sser unter der eher hohen Populationsdichte leiden. Daf├╝r sprechen meiner Meinung die gute Vermehrungsrate, die Tatsache, dass ich noch nie kranke oder vorzeitig verstorbene Tiere beobachten konnte und dass sie auch kein getresstes Verhalten zeigen - Sie verhalten sich jetzt genau so, wie als sie noch zu 6 waren. Wie gesagt ist das mein Gef├╝hl .. ich kann nicht in den Kopf der Tausis hineinschauen.

    LG, Mohammed

  • Also entweder meine Tiere zeigen sich kaum bis gar nicht, weil

    Sie sind da und sie leben. Evtl. h├Ąuten sie sich nur oder sie fressen das Substrat. War bei mir jedenfalls so.

    Eins wurde noch nicht genannt. Das Licht k├Ânnte eine Rolle spielen, warum Tiere tags├╝ber nicht oder selten zu sehen sind. Bei mir kommen sie raus (nicht alle), wenn das Licht aus ist. Weniger Licht geht bei mir aber wegen der Pflanze nicht.

    Hab ├╝brigens auch nicht das Gef├╝hl, dass sie unter der Besatzdichte leiden (60 x 40). Die C. splendidus vermehren sich wie Bolle, w├╝rden sie wohl nicht tun, wenn die Bedingungen nicht stimmen w├╝rden.

    Herzliche Gr├╝├če

    Leeloo

  • Bist du dir denn sicher, dass du immer dasselbe Tier siehst?

    Nee, keinesfalls. Das hatte ich an anderer Stelle schon einmal kurz angesprochen. Es ist absolut m├Âglich, dass sich jeder meiner Tausis in einer Nacht zeigt, dann ges├Ąttigt f├╝r ein paar Tage wieder abtaucht und ein anderer zum Fressen "nach oben kommt", sodass ich dann den Eindruck bekomme, es regt sich nur ein Tausi im Terra. Aber irgendwie w├Ąre das schon ein lustiger Zufall - die k├Ânnen sich doch nicht so absprechen, dass bisher niemals zwei oder gar mehr Tiere gemeinsam sp├Ąt Abends/in der Nacht unterwegs sind, oder? :/

    [...] Der wichtigste Punkt dazu scheint mir aber das Nahrungsangebot zu sein. In unseren Terrarien leben die F├╝sser ja quasi im Essen und bekommen obendrein noch Zusatzfuter angeboten. [...]

    Das sind sicherlich Punkte, die sich auf die Besatzdichte in "freier Wildbahn" auswirken.

    Stimmt - aus diesem Blickwinkel habe ich das Thema noch gar nicht betrachtet. Sehr guter Punkt!

    Inwieweit den F├╝ssern der Freiheitsentzug etwas ausmacht, mag ich nicht beurteilen. Da muss man Tierhaltung allgemein hinterfragen, finde ich.

    Auch hier stimme ich dir zu - tats├Ąchlich hinterfrage ich Tierhaltung auch in bestimmten Bereichen und bin selbst manchmal recht zwiegespalten. Aber das ist ein Thema, welches sehr weit f├╝hrt und in so vielen Facetten besprochen, beurteilt oder bewertet werden kann.

    Ich weiss nicht, ob die F├╝sser in ihren Heimatl├Ąndern standorttreu sind oder weiterziehen, wenn die Nahrung an einem Ort aufgebraucht ist.

    Wie das in "fernen L├Ąndern" aussieht, wei├č ich auch nicht; hierzulande, wird aber immer wieder einmal von Massenwanderungen einheimischer Arten berichtet.

    Quote

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tausendf%C3%BC%C3%9Fer

    Da Weibchen in den Schw├Ąrmen ├╝berwiegen, wird daraus geschlussfolgert, dass die Suche nach geeigneten Habitaten f├╝r Paarung und Eiablage eine Ursache f├╝r die Massenwanderungen sein k├Ânnte.

    Huhu Mohammed,

    Aus meinen eigenen Erfahrungen, da ich auch schon Tiere tot geglaubt habe und du ja anscheinend auch alles richtig mit der Haltung machst, gehe ich eher nicht davon aus, dass alle gestorben sind.

    Das h├Ârt sich schon mal etwas beruhigend an. Auch Basti und Sabine haben ja in den vergangenen Wochen immer wieder mal gemeint, dass meine Tausis sich bestimmt lustig am frischen "fetten" Substrat laben und darum keine Notwendigkeit f├╝r sie besteht, an die Oberfl├Ąche zu kommen. Aber dennoch; ihr k├Ânnt meine Besorgnis sicherlich nachvollziehen.

    Auch w├╝rde ich den Satz nicht unterschreiben, dass man Tausendf├╝sser erst bei einem ├ťberbesatz sieht. Ich habe mit vier Centrobolus splendidus angefangen. Einer sah ich jede Nacht, zwei ab und zu und der vierte hielt ich etwa 2 Monate lang f├╝r tot. Hab mir dann zwei neue Tiere bestellt und einen Substratwechsel gemacht. Voil├á, der totgeglaubte war quicklebendig und in der kommenden Zeit sah ich regelm├Ąssig alle 6 gleichzeitig im Terri herumwandern! Verstehe die Tausendf├╝sser, wer willÔÇŽ

    Diese Anmerkung finde ich sehr hilfreich. Da ich noch keinerlei Erfahrung in der Haltung von Tausis habe, mir aber h├Ąufiger gesagt wurde, dass ich nur ein bissl warten m├╝sse, bis sich meine Tiere fortgepflanzt haben und dann w├╝rde ich praktisch immer welche sehen, erwuchs in mir der Eindruck, dass eine regelm├Ą├čige Sichtung eben erst stattfindet, wenn die Population merklich ansteigt. Ich bin ja sehr beruhigt, wenn dem nicht so ist!

    Selbst wenn wir wissen wie hoch die Tausendf├╝sserdichte im nat├╝rlichen Lebensraum ist, haben wir noch keine Ahnung, was f├╝r die Tiere selbst angenehm ist und wann es f├╝r sie stressig wird. Ich finde es sehr unwahrscheinlich, dass die Tausendf├╝sserdichte in der Natur durch innerartlichen Dichtestress begrenzt ist.

    Das ist ein sehr interessanter Gedanke. W├╝rdest du vielleicht etwas genauer ausf├╝hren, warum du es als unwahrscheinlich erachtest, dass aufgrund von "├ťberbev├Âlkerung" die Populationsdichte in Grenzen gehalten wird?

    Bei Asseln, welche in begrenztem Raum (Terrarium) gehalten werden, soll es wohl tats├Ąchlich so sein, sich die Vermehrung einstellt, wenn die Population eine bestimmte Anzahl erreicht hat. Ob das stimmt, vermag ich nicht zu sagen. Aber ich kann berichten, dass es bei meinen damaligen A. maculatum einmal tats├Ąchlich passierte, dass "pl├Âtzlich" vermehrt Tiere starben, als die Anzahl im Terra recht hoch geworden war. Nachdem ich die Tierdichte reduziert hatte, war das Sterben genauso pl├Âtzlich wieder vor├╝ber.

    F├╝hlen sich die Tieren bei so einem Massenaufkommen gestresst, gibt ihnen die grosse Zahl Sicherheit oder ist es ihnen v├Âllig egalÔÇŽ? Schwer zu sagen.

    Ja, schwierig - da gebe ich dir recht. Nur mal so ins Blaue gedacht: Es k├Ânnte schon eine Art Stress entstehen, wenn sich "zu viele Tiere" auf einer bestimmten begrenzten Fl├Ąche befinden, denn dann gibt es nicht mehr genug Nahrung - auch nicht f├╝r den Nachwuchs. Au├čerdem k├Ânnte es zur Konkurrenz zwischen den einzelnen paarungswilligen Tieren kommen, bzw. kann es evtl. auch stressig f├╝r die Tiere sein, ├╝berhaupt einen passenden Partner zu finden, weil ein Nebenbuhler schneller war.

    Sieht man z. B. bei Kr├Âtenwanderungen, wenn eine Kr├Âtendame gleich von mehreren Kerlen umklammert wird und die Kr├Âteriche mit aller Macht versuchen, ihre Nebenbuhler loszuwerden.

    Wenn wir sagen, dass das richtig ist was in der Natur geschieht, d├╝rfte nur ein kleiner Teil der Nachkommen bei uns ├╝berleben.

    Gut formuliert. "Wenn wir sagen, dass das richtig ist, was in der Natur geschieht [...]".

    Wer vermag das zu beurteilen? Du hast recht. Das ist eine Ansichtssache. Ich selbst sage ja oft, dass man die nat├╝rlichen Bedingungen mit denen in der Heimtierhaltung h├Ąufig gar nicht vergleichen kann. Und auch wild lebende Tiere haben mit jenen, die in menschlicher Obhut gez├╝chteten (oder gar domestiziert) wurden oft nicht mehr allzu viel miteinander gemein.

    Und vielleicht ist es den F├╝├čern tats├Ąchlich v├Âllig schnurz, ob sie in ihrem Terra zu 3. oder zu 30. miteinander leben?!

    Ich bedanke mich f├╝r eure ausf├╝hrliche Stellungnahme, Sabine und Mohammed. Eure Anmerkungen haben meine Gedanken in eine andere Richtung geleitet. Ich werde weiter beobachten und schauen, wie sich alles entwickelt. Es bleibt spannend!

    Was ich jedoch noch kurz anf├╝hren m├Âchte: Ich wei├č nat├╝rlich, dass F├╝├čer eher d├Ąmmerungs - und nachtaktiv sind! Und das Tier, welches ich alle 2 bis 3 Tage sehe (ob jedesmal derselbe Wurm oder doch auch ein anderer) wird immer erst gegen 23 Uhr munter. Das ist echt sp├Ąt, um sich noch lange zum Beobachten vorm Terra aufzuhalten - ich gehe meist gegen 23:30 zu Bett! Das finde ich schon etwas doof. ├ändert sich das Wachverhalten zum Fr├╝hling/Sommer hin auch - oder warum sieht man bei euch im Terra auch immer wieder ├╝ber den Tag F├╝├čer bei ihren Aktivit├Ąten (unabh├Ąngig davon, dass ihr mehr Tiere im Terra habt)?

    Liebe Gr├╝├če

  • Huch - Leeloo, da hast du gepostet, w├Ąhrend ich am Schreiben meines Textes war.

    Also gehe ich jetzt auf deinen Beitrag noch einmal gesondert ein.

    Stimmt, das Licht wurde hier noch nicht angesprochen, aber Basti hatte das bereits in einem Beitrag ein paar Seiten zuvor getan und mir auch geraten, das Licht f├╝r einen Tag ganz auszumachen, um zu sehen, ob die F├╝├čer sich dann blicken lassen. Taten sie jedoch nicht ...

    Und der F├╝├čer, den ich gestern Nacht mit der Cam eingefangen habe, den habe ich auch 2 Mal mit Blitzlicht fotografiert. Das hat ihn anscheinend ├╝berhaupt nicht gejuckt. Nicht einmal gezuckt hat er, als ich abgedr├╝ckt hatte. Meine Pandas hingegen: uiii, was sind die br├╝skiert, wenn ich mit der Cam in ihr Terra leuchte. Da flitzen die aber ganz schnell vom Futterteller unter die Bl├Ątterdeckung. Ich beleuchte das Aoutii-Eck mit einer 6 Watt LED und ab 18 Uhr wird das Licht mittels roter Folie unter der Birne gedimmt. "Zu hell" sollte es eigentlich nicht sein?! :/

    Die C. splendidus vermehren sich wie Bolle, w├╝rden sie wohl nicht tun, wenn die Bedingungen nicht stimmen w├╝rden.

    Das Thema hatten wir ja auch irgendwo schon einmal angerissen. Ich sehe eine hohe Vermehrungsrate nicht unbedingt als ein Indiz f├╝r gute Haltungsbedingungen!

    Da gibt es Beispiele, die eine andere Geschichte erz├Ąhlen.

    Liebe Gr├╝├če

  • Und der F├╝├čer, den ich gestern Nacht mit der Cam eingefangen habe, den habe ich auch 2 Mal mit Blitzlicht fotografiert. Das hat ihn anscheinend ├╝berhaupt nicht gejuckt.

    Da habe ich eine andere Erfahrung gemacht und auch nur einmal. 2 C. splendidus haben extrem auf das Blitzlicht reagiert. Sie haben sich im Kreis gekringelt, sind sehr hektisch geworden. In dem Moment hatte ich das Gef├╝hl, dass sie sehr stark geblendet wurden. Mache ich nicht wieder.

    Das Thema hatten wir ja auch irgendwo schon einmal angerissen. Ich sehe eine hohe Vermehrungsrate nicht unbedingt als ein Indiz f├╝r gute Haltungsbedingungen!

    Ich schon. Die von uns gehaltenen Tiere (z. B. auch Fische) haben nun mal h├Ąufig bessere Bedingungen als in der freien Natur, wo sie h├Ąufig Opfer sind. Sie werden ├Ąlter, haben besseres und vor allen Dingen dauerhaft zur Verf├╝gung stehendes Futter.

    Mal vermenschlicht dargestellt: Sie m├╝ssen sich um ihren Nachwuchs keine Sorgen machen, weil sie wissen, dass er durchkommt.

    Ich bezweifle nicht, dass es meinen Tausendf├╝├čern und Asseln in meinem Terra gut geht. Nur weil es auf begrenztem Raum mehr sind, als es in der Natur ├╝blich ist, hei├čt das nicht, dass sie sich so nicht wohlf├╝hlen. Abgesehen davon, dass man so einen Beweis wohl nicht erbringen kann. Nicht mit den uns hier zur Verf├╝gung stehenden Mitteln. Wenn sie sich paaren, f├╝hlen sie sich sicher. Sonst w├╝rden sie es wohl nicht tun.


    Apropos: Wieviele Eier legt eine Tausendf├╝├čer-Dame eigentlich? Wei├č jemand, ob es Vorratsbefruchtung bei Tausendf├╝├čern gibt?

    Herzliche Gr├╝├če

    Leeloo

  • Hi Kordel

    W├╝rdest du vielleicht etwas genauer ausf├╝hren, warum du es als unwahrscheinlich erachtest, dass aufgrund von "├ťberbev├Âlkerung" die Populationsdichte in Grenzen gehalten wird?

    Bei Asseln, welche in begrenztem Raum (Terrarium) gehalten werden, soll es wohl tats├Ąchlich so sein, sich die Vermehrung einstellt, wenn die Population eine bestimmte Anzahl erreicht hat.

    In einem begrenzten Raum, und besonders in einem Terrarium, kann ich mir schon vorstellen, dass ├ťberbev├Âlkerung die Populationsdichte in Grenzen h├Ąlt. Meine Aussage bezog sich auf die Tausendf├╝sser in freier Natur. Da ist die Nahrungsmenge sicher limitiert. Zudem gibt es so viele andere Arten, die mit der entsprechenden Tausendf├╝sserart um Nahrung und andere Ressourcen konkurrenzieren. W├╝rde mal sch├Ątzen, dass in unseren W├Ąldern auf einen Tausendf├╝sser ein paar Dutzend Asseln kommen... Ich kann mir daher kaum vorstellen, dass es nur desswegen nicht mehr Tausendf├╝sser im Wald gibt, weil sie sich durch Artgenossen gestresst f├╝hlen.

    Ich wollte damit darlegen: Es ist sicher interessant zu wissen wie hoch die Tausendf├╝sserdichte im nat├╝rlichen Lebensraum ist. Aber wir k├Ânnen daher nicht zwingend ableiten, was f├╝r die Tiere optimal ist.

    ├ändert sich das Wachverhalten zum Fr├╝hling/Sommer hin auch - oder warum sieht man bei euch im Terra auch immer wieder ├╝ber den Tag F├╝├čer bei ihren Aktivit├Ąten (unabh├Ąngig davon, dass ihr mehr Tiere im Terra habt)?

    Die Jahreszeit k├Ânnte schon eine Rolle spielen. Ich kenne deine Art nicht. Aber bei mir sind die Spirostreptus gregorius auch nur selten am Tag zu sehen. Bei bew├Âlktem Wetter und daher geringeren Lichtverh├Ąltnissen h├Ąufiger als wenn es hell ist. Auch kommt es nur sehr selten vor, dass ich alle drei adulten Tiere auf einmal sehe. Bei meinen Centrobolus splendidus ist das anders. Denen scheint die Tageszeit viel weniger wichtig zu sein, ich sehe sie auch h├Ąufig mal durch den Tag hindurch.

    LG, Mohammed

  • Apropos: Wieviele Eier legt eine Tausendf├╝├čer-Dame eigentlich? Wei├č jemand, ob es Vorratsbefruchtung bei Tausendf├╝├čern gibt?

    So richtig bekomme ich es nicht mehr zusammen. Irgendwo in den Tiefen des Forums steht da aber etwas dazu.

    Vielleicht finde ich es noch.

    Es ist auf jeden Fall bekannt, dass Tausendf├╝sser Weibchen das Sperma ├╝ber Wochen und sogar Monate speichern k├Ânnen um die Befruchtung zu dem Zeitpunkt (wie auch immer) durchzuf├╝hren, der f├╝r sie g├╝nstig ist.

    Spiroboliden legen weniger Eier als Spirostreptiden. Etliche Spiroboliden legen die Eier einzeln ab, z. T. in Ootheken, Spirostreptiden haben eher gr├Âssere Gelege und nicht einzelne Eier.

    Bei den S. sp. 1 k├Ânnen die Gelege glaub 100 und mehr Eier umfassen.

    Solaris hatte dazu mal was geschrieben. Wenn ich Zeit habe, suche ich mal.

    Liebe Gr├╝├če

    Sabine

  • Da habe ich eine andere Erfahrung gemacht und auch nur einmal. 2 C. splendidus haben extrem auf das Blitzlicht reagiert. Sie haben sich im Kreis gekringelt, sind sehr hektisch geworden.

    Vielleicht ist die Reaktion auf Blitzlicht individuell unterschiedlich?!

    Ich konnte gestern auch eine neue Beobachtung machen, aber dazu sp├Ąter mehr ... (*)

    Allgemein jedoch bin ich beim Fotografieren auch gegen den Einsatz des Blitzes.
    Leider ist es in meinem Aoutii-Terra ab 18 Uhr aber so dunkel, dass meine alte Cam wirklich keine guten Bilder macht. Doch die Regel soll und wird es nicht werden, dass ich einen Blitz verwende!

    Ich schon. Die von uns gehaltenen Tiere (z. B. auch Fische) haben nun mal h├Ąufig bessere Bedingungen als in der freien Natur, wo sie h├Ąufig Opfer sind. Sie werden ├Ąlter, haben besseres und vor allen Dingen dauerhaft zur Verf├╝gung stehendes Futter.

    Ich wei├č aus der Aquaristik, dass es Fische gibt, wie z. B. den Guppy oder den Ancistrus, welche sich auch dann noch vermehren, wenn die Lebensbedingungen im AQ alles andere als gut sind - solange sie nur ausreichend Futter bekommen. Kann man deshalb darauf schlie├čen, dass es ihnen gut geht? F├╝r mich lautet die Antwort: Nein.

    Vermutlich muss man generell erst einmal zwischen wild lebenden Tieren und jenen in menschlicher Obhut unterscheiden.

    Aber selbst von manchen B├Ąumen ist bekannt, dass sie in einem D├╝rrejahr (also, wenn ihnen die Lebensbedingungen nicht zusagen, sie D├╝rrestress empfinden) besonders reichlich zur Frucht- und Samenbildung neigen, um den Fortbestand der Art dennoch zu gew├Ąhrleisten. Bei der Garnelenzucht aus der Nahrungsmittelindustrie hat man herausgefunden, dass die Weibchen viel mehr Eier/Nachkommen produzieren, wenn man ihnen ein Auge abtrennt!

    Der Mondfisch z. B. wird in Gefangenschaft (Zoo) ├╝berhaupt nicht alt - insgesamt gibt es Tierarten, die auch bei bester F├╝tterung und ohne den Stress des wilden Lebens, also in menschlicher Obhut, nicht einmal ansatzweise so lange leben, wie in Freiheit.

    Ich finde nicht, dass man verallgemeinernd sagen kann, dass Tiere in Gefangenschaft "bei guter Pflege" unwillk├╝rlich dazu neigen, sich reichlich fortzupflanzen, worauf man dann als Mensch den R├╝ckschluss zieht, dass sich diese Tiere wohlf├╝hlen, sonst w├╝rden sie sich ja nicht vermehren.

    Nur weil es auf begrenztem Raum mehr sind, als es in der Natur ├╝blich ist, hei├čt das nicht, dass sie sich so nicht wohlf├╝hlen.

    Da kann ich nicht widersprechen! Allerdings w├╝rde ich deine Anmerkung evtl. noch erweitern:
    Nur weil es auf begrenztem Raum mehr sind, als es in der Natur ├╝blich ist, hei├čt das nicht, dass sie sich so nicht wohlf├╝hlen. Es hei├čt aber auch nicht, dass sie es tun. Wir wissen es schlicht nicht!

    Wenn sie sich paaren, f├╝hlen sie sich sicher. Sonst w├╝rden sie es wohl nicht tun.

    Davon w├╝rde man aus menschlicher Sicht wohl ausgehen. Doch - wie du ja selbst auch schon sagst - wissen wir das nicht genau! Der Paarungstrieb ist so stark in den Lebewesen verankert, dass Sexualpartner teilweise sehr riskante/lebensgef├Ąhrliche Situationen auf sich nehmen. Allein bei Spinnen und Gottesanbeterinnen (es gibt viele andere Beispiele) ├╝berwiegt der Fortpflanzungstrieb des M├Ąnnchens vor der Angst, gefressen zu werden! Also kann man auch hieraus nicht unbedingt und mit Gewissheit ableiten, dass sich nur Tiere paaren, denen es gut geht und die sich auch sicher f├╝hlen - finde ich.

    Huhu Mohammed,

    Meine Aussage bezog sich auf die Tausendf├╝sser in freier Natur. Da ist die Nahrungsmenge sicher limitiert. Zudem gibt es so viele andere Arten, die mit der entsprechenden Tausendf├╝sserart um Nahrung und andere Ressourcen konkurrenzieren.

    Vielen Dank f├╝r deine Ausf├╝hrung.

    Ich kann mir daher kaum vorstellen, dass es nur desswegen nicht mehr Tausendf├╝sser im Wald gibt, weil sie sich durch Artgenossen gestresst f├╝hlen.

    Du denkst also, dass haupts├Ąchlich Nahrungsangebot und die Futterkonkurrenten die Bestandsdichte in freier Natur bestimmt, bzw. reguliert (abgesehen von Fressfeinden)?

    K├Ânnte aber nicht auch ein gewisses territoriales Verhalten oder das Absondern bestimmter Pheromone ebenfalls einen Einfluss auf die Populationszahlen eines bestimmten Lebensraumes haben?

    Es gibt Asselarten, bei denen die M├Ąnnchen sehr territorial sind; ebenso kann man ein derartiges Verhalten bei Grillen und Heimchen beobachten. W├Ąre es nicht auch m├Âglich, dass F├╝├čer sich ├Ąhnlich verhalten, ohne dass wir es bisher beobachtet haben, oder vielleicht auch gar nicht beobachten k├Ânnen, weil mit dem Nebenbuhler ├╝ber Botenstoffe kommuniziert wird?!

    Wieder einmal: wir wissen es nicht, aber so etwas k├Ânnte ich mir z. B. vorstellen ... (bezugnehmend auf deine Worte: "Ich kann mir daher kaum vorstellen [...]")

    Es ist sicher interessant zu wissen wie hoch die Tausendf├╝sserdichte im nat├╝rlichen Lebensraum ist. Aber wir k├Ânnen daher nicht zwingend ableiten, was f├╝r die Tiere optimal ist.

    Ja, da stimme ich dir zu!

    Bei bew├Âlktem Wetter und daher geringeren Lichtverh├Ąltnissen h├Ąufiger als wenn es hell ist.

    Ich las hier im Forum h├Ąufig - und die vielen Bilder best├Ątigen das auch - dass F├╝├čer in der w├Ąrmeren und lichtreichen Jahreszeit viel aktiver sind als im Herbst/Winter. Dieses Verhalten widerspricht deiner Beobachtung in Bezug auf die gregorius. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es wohl eher artabh├Ąngig ist, wie h├Ąufig F├╝├čer zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten aktiv sind. Es gibt Arten - das best├Ątigst du anhand deiner splendidus - die sich vom Licht wenig st├Âren lassen, ja sogar aktiver werden, wenn der Fr├╝hling/Sommer naht und wiederum Arten, die sehr lichtscheu sind. Die Aoutii (also die Art, die ich pflege) sollen aber eigentlich zu den Arten geh├Âren, die man h├Ąufig sieht; darum fiel meine Wahl ja auf sie.

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    Aber, Leute! Es gibt Neuigkeiten!

    Gestern, am 04.03.24, auf den Tag genau 2 Monate nach ihrer Ankunft, sah ich gegen 23:40 Uhr drei Aoutii!

    Doch der Reihe nach: Es war 23 Uhr, als ich einen Wurm sich der Futterstelle n├Ąhern sah. Freude!

    Er knusperte etwas am "Cr├Ęme de la Green" und verschwand dann aber schnell wieder. Kurz darauf erschien ein F├╝├čer aus einer H├Âhle und fra├č an der weichen Gurke. Dann schnappte er sich ein St├╝ck und verkr├╝melte sich wieder in seiner H├Âhle. Da erschien gegen 24 Uhr von links ein richtig dicker Wurm. Vor einiger Zeit hatte ich ja bereits den Eindruck, dass ich einmal meinte, einen gr├Â├čeren Aoutii gesichtet zu haben und die Vermutung ge├Ąu├čert, es k├Ânne sich bei meinen seltenen Sichtungen doch um 2 verschiedene Tiere handeln. Gestern wurde das also best├Ątigt.


    Durch diese erstmalige Sichtung von 3 meiner F├╝├čer war ich so gepusht, dass ich bis kurz nach 24 Uhr wach blieb. Das war dann auch der Zeitpunkt, da alle drei wieder im Dickicht der Einrichtung verschwanden. Aber immerhin: 30 Minuten lang konnte ich endlich etwas mehr beobachten! Und meine Bef├╝rchtungen, bis auf einen w├Ąren vielleicht alle verstorben, haben sich auch verfl├╝chtigt. Hurra!!!

    (*) Hier wollte ich schnell noch einmal aufgreifen, dass sich einer der F├╝├čer durch den Blitz meiner Cam offensichtlich gest├Ârt gef├╝hlt hat. Der dicke Wurm und einer der anderen waren v├Âllig unbeeindruckt, aber der aus der H├Âhle fand das pl├Âtzliche Aufhellen seiner Umgebung sichtlich ungut. Es k├Ânnte also individuell unterschiedlich aufgefasst werden oder auch am Blitzeinfall liegen, ob ein F├╝├čer sich durch das kurzzeitige Blitzlicht gest├Ârt f├╝hlt oder nicht. Aber ich will auch keine Aufnahmen mit Blitz mehr machen!

    Liebe Gr├╝├če

  • Hab heute auch 4 adulte C. splendidus gesehen, die sich ziemlich lange oberhalb des Substrates aufhielten. Ziemlich aktiv sogar. Vielleicht liegt Fr├╝hling in der Luft;).

    Herzliche Gr├╝├če

    Leeloo

  • Hi Kordel

    Gratuliere zur Sichtung! Freut mich, dass es deinen F├╝ssern gut geht und dass du sie nun endlich zu Gesicht bekommst.

    Du denkst also, dass haupts├Ąchlich Nahrungsangebot und die Futterkonkurrenten die Bestandsdichte in freier Natur bestimmt, bzw. reguliert (abgesehen von Fressfeinden)?

    K├Ânnte aber nicht auch ein gewisses territoriales Verhalten oder das Absondern bestimmter Pheromone ebenfalls einen Einfluss auf die Populationszahlen eines bestimmten Lebensraumes haben?

    Ja, sicher weiss ich das nicht. Und klar gibt es Tiere, bei denen territoriales Verhalten die Populationsdichte steuert. Ganz weit hergeholt, aber mir kommen gerade die W├Âlfe in den Sinn: Dort hat auch ein Rudel ein Revier, und andere Tiere werden vertrieben und sterben dann auch immer wieder mal auf der langen Wanderschaft und auf der Suche nach freien Revieren ... oder im Kampf mit dem Rudel.. Auch bei meinen Asseln und Schaben kann ich teilweise territoriales Verhalten beobachten, dass Artgenossen angeschubst werden. Bei den Tausendf├╝ssern habe ich das noch nie gesehen.

    Ich las hier im Forum h├Ąufig - und die vielen Bilder best├Ątigen das auch - dass F├╝├čer in der w├Ąrmeren und lichtreichen Jahreszeit viel aktiver sind als im Herbst/Winter. Dieses Verhalten widerspricht deiner Beobachtung in Bezug auf die gregorius.

    Ich glaube auch, dass die Tausendf├╝sser im Sommer aktiver sind als im Winter. Das klingt wie ein Wiederspruch zu meiner vorherigen Aussage, dass sie bei bew├Âlktem Wetter eher zu sehen sind als bei Sonnenschein. Vielleicht spielen aber auch noch andere Faktoren mit eine Rolle wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Tagesl├Ąnge, Luftdruck?

    LG, Mohammed

  • Auch bei meinen Asseln und Schaben kann ich teilweise territoriales Verhalten beobachten, dass Artgenossen angeschubst werden. Bei den Tausendf├╝ssern habe ich das noch nie gesehen.

    Huhu Mohammed,

    gut, dass du diesen Punkt noch einmal ansprichst - dar├╝ber wollte ich in meinem letzten Beitrag n├Ąmlich noch etwas schreiben, hatte es dann aber vergessen.

    In der Aquaristik kennt man einige, normalerweise sehr territoriale Fische ( Cichliden, wie Malawi Buntbarsche, um nur ein Beispiel zu nennen), die ab einer bestimmten Besatzdichte dieses Verhalten kaum bis gar nicht zeigen, weil sie einfach keine Reviere mehr bilden k├Ânnen.

    Darum w├Ąre es theoretisch denkbar (ohne dass ich sage, dass dem so ist!) dass derartiges Revierverteidigungsverhalten auch bei anderen Tierarten unterdr├╝ckt wird, wenn die Besatzdichte (oder evtl. auch andere Parameter) die Bildung von Revieren nicht mehr erlaubt.

    Pfeilgiftfr├Âsche bilden in ihrem nat├╝rlichen Habitat ein Hautgift, welches durch die Aufnahme bestimmter giftiger Insekten generiert wird. In Gefangenschaft und mit v├Âllig anderen Futterinsekten versorgt, sind diese Fr├Âsche v├Âllig "ungiftig". Ich m├Âchte damit nur anmerken, dass wir evtl. bestimmte Verhaltensmuster unserer Tiere nicht sehen, weil wir sie unter v├Âllig anderen Bedingungen halten, welche (meist) kaum etwas mit den nat├╝rlichen Gegebenheiten gemein haben. Soll hei├čen: nur, weil wir dies oder jenes nicht beobachten k├Ânnen, muss das nicht zwangsl├Ąufig hei├čen, dass unter anderen (nat├╝rlichen) Bedingungen dieselben Beobachtungen angestellt w├╝rden.

    Dies im Hinterkopf w├Ąre - aufgrund fehlender Informationen - theoretisch tats├Ąchlich vieles denkbar!

    Ich glaube auch, dass die Tausendf├╝sser im Sommer aktiver sind als im Winter. Das klingt wie ein Wiederspruch zu meiner vorherigen Aussage, dass sie bei bew├Âlktem Wetter eher zu sehen sind als bei Sonnenschein.

    Ja, genau der Gedanke kam mir, als ich deine Schilderung in Bezug auf die gregorius las. Und tats├Ąchlich ist deshalb deine Aussage schon etwas verwirrend.

    Aber du hast absolut recht: Es m├╝ssen einfach noch andere Faktoren mit hineinspielen. Umst├Ąnde, die wir (derzeit) nicht begreifen.

    Liebe Gr├╝├če

  • Freudige Kunde: Jetzt ist es der dritte Abend, bzw. die dritte Nacht in Folge, dass ich zwei meiner W├╝rmer direkt nebeneinander beobachten konnte.

    Auff├Ąllig ist ebenfalls, dass 1. zumindest einer meiner Aoutii jeweils bereits gegen 20 Uhr munter wurde und die Futterstelle aufgesucht hat und 2. dass keines der Tiere mehr so hektisch durchs Wohngebiet flitzt, wie bei der allerersten Sichtung! Beides erfreut mich ungemein. Wenn sich meine F├╝├čer so verhalten, wie sie es derzeit tun, kommt wirklich Freude beim Beobachten auf!

    Gestern habe ich mit einem kleinen Trick dann auch ein paar Bilder hinbekommen, die relativ zeigenswert sind, ohne dass ich den Blitz der Cam eingesetzt habe.

    Das Rotlicht wird in meinem Terra ja dadurch erzeugt, dass ich unter die h├Ąngende LED-Lampe einfach gegen 18 Uhr eine rote Folie lege. Die Birne an sich ist aber ein 6 Watt-2600 K-L├Ąmpchen. Wenn ich die Pendellampe leicht ├╝ber die rote Folie schwenke, wird das Licht im Terra wieder "normal". Die beiden "Langen" hat diese kurzzeitige, sanfte Lichtver├Ąnderung gar nicht gest├Ârt und ich konnte, w├Ąhrend ich also mit der einen Hand die Beleuchtung schwenkte und mit der anderen die etwas klobige Cam hielt, relativ zufriedenstellende Bilder machen.

    Hier noch alles ins Rot getaucht - einer der W├╝rmer frisst bereits mit gro├čem Appetit die saftige frische Gurke und ein anderer Aoutii - mit offensichtlichem Ziel, die Gurke zu erreichen - krabbelt ├╝bers Ge├Ąst.

    Hier in augenscheinlicher Eintracht beim gemeinsamen Dinner ("Lampentrick-Aufnahme" ^^)

    Erstaunlich, was die F├╝├čer so an Gurke wegm├╝mmeln.

    Aber ich las ja bereits hier im Forum, dass Gurke den Tieren zwar offensichtlich sehr mundet, dass eine "├╝berm├Ą├čige" Verf├╝tterung jedoch dazu f├╝hren kann, dass der Boden recht schnell versumpft ...

    Da habe ich gleich wieder Fragen: Es hei├čt ja, dass F├╝├čer ihren Fl├╝ssigkeitshaushalt ├╝ber die Nahrung decken (k├Ânnen) und wir ihnen u. a. darum keine zus├Ątzliche Wasserschale anbieten m├╝ssen oder gar sollen.

    Ich habe also keine Wasserschale im Terra (auch, weil ich verhindern m├Âchte, dass mir meine Asseln darin ertrinken). Bisher konnte ich nicht beobachten, dass einer der W├╝rmer sich in irgendeiner Form an etwaigen Wassertropfen bedient h├Ątte, welche nach dem Spr├╝hen hie und da zu finden w├Ąren; das hat jedoch keinerlei Aussagekraft, da ich meine F├╝├čer bisher sehr wenig beobachten kannte!

    Gestern sah es f├╝r mich so aus, als w├Ąren sie sehr begierig, das sich in den durch ihre Fressaktivit├Ąt entstehenden Vertiefungen bildende Gurkenwasser zu trinken. Es schien mir tats├Ąchlich, als h├Ątten meine Aoutii es besonders auf das Gurkenwasser abgesehen - aber dieser pers├Ânliche Eindruck kann nat├╝rlich auch t├Ąuschen, w├╝rde sich aber mit dem decken, was andere Halter berichten, n├Ąmlich, dass F├╝├čer, wenn sie die Gelegenheit haben, aktiv Wasser aufnehmen. Ich las, dass das Anbieten einer zus├Ątzlichen Wasserstelle dazu f├╝hren kann, dass die F├╝├čer "zu viel trinken", sodass sie das aufgenommene ├╝bersch├╝ssige Wasser wohl teilweise wieder rektal ausscheiden, was zu einer St├Ârung des Mineralhaushalts f├╝hren kann.

    (Dieser Beitrag ist bereits im Leitfanden verlinkt worden: Physiologie (Wasseraufnahme und -abgabe bei Diplopoden))

    Hier wird gesagt:

    Quote

    Da das Trinken aus Fl├╝ssigkeitsansammlungen in der Natur eher selten oder nie zu beobachten ist, [...]

    Diese Aussage ist also Fakt, richtig?

    Das verwundert mich! Warum suchen F├╝├čer im nat├╝rlichen Habitat praktisch keine Wasserquellen auf, um zu trinken? Hei├čt: warum regeln sie ihren Wasserhaushalt ausschlie├člich ├╝ber die Nahrung, neigen im Terra aber offensichtlich dazu, neben der Feuchte, die sie aus der Nahrung beziehen, "zu viel" Wasser aufzunehmen, sodass sie gesundheitliche Probleme davon bekommen k├Ânnen, wenn man ihnen eine Wasserquelle anbietet?!

    Quote

    Wenn jetzt Wasser zus├Ątzlich zugef├╝hrt wird, wird das saure Milieu neutralisiert, so dass mehr Kalium und Natrium aus den Darmw├Ąnden nachgeliefert werden muss um den ph-Wert zu erreichen, den die Verdauungsorganismen zum Leben brauchen.
    Da dieses ├╝bersch├╝ssige Wasser zum gro├čen Teil wieder rektal abgegeben wird, werden auch damit Kalium- und Natriumionen mit ausgesp├╝lt.

    Trifft diese Aussage zu, dann darf man vermutlich annehmen, dass sich ├ähnliches nach dem Fressen von Gurke (oder anderen sehr feuchten Futtermitteln) abspielt, n├Ąmlich, dass die F├╝├čer vermehrt Feuchtigkeit absondern (was durch das "Versumpfen" des Substrats bewiesen w├Ąre) - oder?

    Nun enthalten Gurken ja - entgegen ihres Rufs - nicht ausschlie├člich Wasser (obwohl zu 95 %), sondern auch Vitamine und Mineralien.

    Aufgrund der Inhaltsstoffe kommt es evtl. nicht zu den beschriebenen Problemen, selbst, wenn die F├╝├čer beim Verzehr von Gurken "zu viel" Fl├╝ssigkeit aufnehmen, welche sie anschlie├čend wieder absondern?!

    Jedoch macht mich diese Aussage hellh├Ârig: "Gurken entw├Ąssern und geh├Âren zu den stark basischen Lebensmitteln."

    Solaris schreibt ja in seinem Beitrag, dass im Verdauungstrakt der F├╝├čer ein saures Milieu herrscht!

    Ist Gurke dann evtl. aus ganz anderen Gr├╝nden gar kein so gutes Ersatzfuttermittel? :/

    Und noch einmal, damit auch diese Frage nicht untergeht:

    Die Natur hat ja eigentlich alles extrem effizient und "passgenau" eingerichtet und geregelt. Warum trinken dann also F├╝├čer in der Terrarienhaltung "zu viel Wasser" oder nehmen es begierig ├╝ber entsprechende Futtermittel (Gurke) auf, sodass sie dieses wieder ausscheiden m├╝ssen, was zu einer unnat├╝rlichen Verschiebung ihres Mineralhaushalts f├╝hrt?

  • Hallo Kordel


    Ich habe gerade solaris195 Beitrag Physiologie (Wasseraufnahme und -abgabe bei Diplopoden) durchgelesen.

    Wenn ich es richtig verstehe, geht es um das Zu Viel an Fl├╝ssigkeit durch bereitgestellte Wasserschalen, nicht um das Gurkenwasser, das mit aufgenommen wird. Aber so wirklich beantworten kann ich deine Frage nicht. Mir fehlt da leider der wissenschaftliche Hintergrund.

    Schade, vielleicht meldet sich Solaris ja mal zu dem Thema.

    Liebe Gr├╝├če

    Sabine

  • Wenn ich es richtig verstehe, geht es um das Zu Viel an Fl├╝ssigkeit durch bereitgestellte Wasserschalen, nicht um das Gurkenwasser, das mit aufgenommen wird.

    Hi Sabine,

    ja, das ist mir absolut klar! Ich habe mich evtl. etwas unbeholfen ausgedr├╝ckt. Ich wollte einerseits fragen, warum F├╝├čer in Freiheit anscheinend nicht von frei verf├╝gbaren Wasserstellen trinken (Pf├╝tzen oder anderen f├╝r sie zug├Ąnglichen Wasseransammlungen), im Terra aber wohl dazu neigen, "zu viel" zu trinken, wenn man ihnen eine Wasserstelle anbietet.

    Dann wollte ich den Bogen zu Gurken spannen, die ja ebenfalls sehr wasserhaltig sind und m├Âglicherweise genau darum von den F├╝├čern so gerne gefressen werden; sprich, hier neigen die Tiere also ebenfalls zu einer "├╝berm├Ą├čigen" Wasseraufnahme, nur halt in Form von Gurkenwasser. F├╝r eine "├╝berm├Ą├čige" Aufnahme an Wasser beim Gurkenverzehr spricht die Erfahrung, dass das Substrat im F├╝├čer-Terra schnell versumpft, wenn die Tiere h├Ąufig Gurke bekommen, da sie (sofern die Aussage von Solaris zutrifft) das "zu viel" rektal wieder ausscheiden - genau, wie wenn sie "zu viel" Wasser aufgenommen haben.

    Also: F├╝├čer in Terrarienhaltung trinken "zu viel" Wasser aus Wassern├Ąpfen und sie nehmen offensichtlich auch "zu viel" Wasser beim Verzehr von Gurken auf.

    Ach - es ist schwer, das, was ich meine, richtig zu formulieren ...

    Hier verschmelzen meine Gedanken und Fragen zum Thema "zu viel" Wasseraufnahme und trennen sich dann wieder, um in weiteren Fragen und Gedanken zu m├╝nden.

    Meine Kernfrage ist aber: Wenn Solaris Aussage zutrifft, bedeutet das, dass F├╝├čer in Terrarienhaltung andere (ungesunde/abnormale) Gewohnheiten zur Wasseraufnahme haben, als ihre wild lebenden Verwandten - warum ist das so?

    Liebe Gr├╝├če

  • Ja, gut - ich wei├č ja auch keine Antworten, aber ich mache mir einfach Gedanken. Welche ├ťberlegungen stellst du zum Thema Wasseraufnahme an - zumal, wenn man z. B. den Short eines mutma├člich trinkenden wild lebenden F├╝├čers sieht?

    Ich f├Ąnde es spannend, dar├╝ber zu diskutieren - vielleicht kommt man dann ja irgendwie gemeinsam auf einen Konsens?!

    Wie gesagt, erscheint es mir unlogisch, dass angeblich nur F├╝├čer im Terra dazu neigen zu trinken, w├Ąhrend wild lebende F├╝├čer ihren Wasserhaushalt praktisch ausschlie├člich ├╝ber die Nahrung regulieren sollen. Das macht doch stutzig, oder nicht?

    Liebe Gr├╝├če

  • Wie gesagt, erscheint es mir unlogisch, dass angeblich nur F├╝├čer im Terra dazu neigen zu trinken, w├Ąhrend wild lebende F├╝├čer ihren Wasserhaushalt praktisch ausschlie├člich ├╝ber die Nahrung regulieren sollen. Das macht doch stutzig, oder nicht?

    Ja, schon.

    ├ťber die wildlebenden Tiere weiss ich absolut nichts. Mir fehlt hier so Shuras Input.

    Liebe Gr├╝├če

    Sabine

  • Hi,

    Sorry, bin z.Z nicht wirklich aktiv hier, hat gesundheitliche Gr├╝nde...

    Also, ich hatte am Anfang auch eine Wasserschale im Terra, diese wurde auch gut genutzt. Aufgrund dieses Beitrags (von Sol) hab ich sie dann entfernt.

    Ich gehe davon aus dass die Tiere ihren Wasserhaushalt ├╝ber das Substrat regeln. Wenn ich spr├╝he sehe ich ab und zu mal ein Tier dass das Wasser von den nassen Scheiben aufnimmt, dies ist aber nicht sehr oft der Fall. Und wenn dann sind es einzelne Tiere und nicht alle die sich drauf st├╝rzen.

    Ich denke es ist nicht so einfach zu sagen dass Tiere in der freien Natur nie von Wasserstellen/Pf├╝tzen usw trinken...

    Bzw kann ich mir gut vorstellen dass dies eben doch der Fall ist.

    Selbst wenn die Tiere in ihrem nat├╝rlichen Lebensraum erforscht/beobachtet werden kann das Trinken ja auch sehr schnell ├╝bersehen werden. Befinden sich Tiere nicht direkt an der Oberfl├Ąche kann man schwer beurteilen ob sie nicht doch vom Wasser dass sich auf Bl├Ąttern oder auch kleinen Pf├╝tzen unterhalb der Oberfl├Ąche sammelt trinken.

    Ich m├Âchte die Studien dazu nicht als falsch hinstellen aber ich wage mal zu bezweifeln dass man die Tiere immer und ├╝berall im Blick hat um eine allgemeine Aussage zu treffen.

    So ist die Wasseraufnahme eines einzelnen Tieres vielleicht auch immer abh├Ąngig vom aktuellen, individuellen Ern├Ąhrungszustand dieses Tieres. Ein Tier dass unterirdisch schon gen├╝gend Substrat gefuttert hat und somit auch schon gen├╝gend Feuchtigkeit aufgenommen hat trinkt vielleicht eher nicht von der Scheibe/Blatt oder auch Gurke als ein Tier dass eine l├Ąngere Zeit oberirdisch eingerollt auf einem Ast verbracht hat. K├Ânnte ich mir auf jeden Fall so vorstellen...ob dies nat├╝rlich der Wahrheit entspricht kann ich nicht sagen, leider^^

    Dass Tiere direkt aus dem Gurkenwasser trinken habe ich auch schon mehrmals beobachten k├Ânnen.

    Da gehe ich aber von aus dass die Tiere schon wissen was ihnen gut tut und was nicht. So fressen sie ja z.B auch die Plastikpflanzen in den Terras nicht an da sie wohl "wissen" dass diese nicht zu ihren Nahrungsmitteln geh├Âren. Davon halten sie sich fern. Beklettert werden sie, aber nie angefressen.

    Wenn ich also mal ein Tier beobachte dass von einem Blatt indem sich Wasser gesammelt hat oder eben von einer Gurke trinkt dann mache ich mir da keinen Kopf. Wie gesagt, ich kann mir sehr gut vorstellen dass die Tiere auch im nat├╝rlichen Lebensraum ab und zu (und mehr ist es bei mir im Terra ja auch nicht, eben ab und zu) ihre Fl├╝ssigkeit auch abseits des Substrats aufnehmen.

    LG,

    Basti

  • Huhu Basti,

    hat gesundheitliche Gr├╝nde...

    zun├Ąchst einmal hoffe ich, dass es dir jetzt wieder besser geht!!! :thumbup:

    Wie sch├Ân, dass du dennoch die Mu├če gefunden hast, dich an dem mich wirklich sehr besch├Ąftigenden Thema zu beteiligen.

    Also, ich hatte am Anfang auch eine Wasserschale im Terra, diese wurde auch gut genutzt. Aufgrund dieses Beitrags (von Sol) hab ich sie dann entfernt.

    Was konntest du beobachten, als du die Wasserschale noch im Terra hattest?

    1. Wurde sie von den Tieren (h├Ąufig/ausgiebig) genutzt?

    2. Hattest du den Eindruck, die F├╝├čer tranken "viel" Wasser?

    3. Konntest du einen Zusammenhang zwischen Wasseraufnahme und Nahrungsangebot feststellen (weniger Wasseraufnahme, wenn das Substrat neu war oder du gespr├╝ht hattest oder Ersatzfutter angeboten hast)?

    4. Hattest du den Eindruck oder konntest du beobachten, die F├╝├čer schieden Wasser rektal aus oder ist dir ein relativ schnelles "Versumpfen" des Soils aufgefallen?

    5. Erschien dir die "Gesundheit" deiner F├╝├čer durch das zus├Ątzliche Wasserangebot irgendwie beeintr├Ąchtigt/anders im Vergleich zum Verhalten der Tiere, als du kein offenes Wasser mehr angeboten hast? Etc. ...

    Bzw kann ich mir gut vorstellen dass dies eben doch der Fall ist. [...]

    Ich m├Âchte die Studien dazu nicht als falsch hinstellen aber ich wage mal zu bezweifeln dass man die Tiere immer und ├╝berall im Blick hat um eine allgemeine Aussage zu treffen.

    Ja, sehe ich genau so! Videos von wild lebenden F├╝├čern scheinen das zu belegen.

    Ich frage mich auch, wer diese Aussage einmal getroffen hat (gibt es dazu wirklich eine Studie, wo kann ich diese einsehen?). Man kann so etwas doch nur beurteilen, wenn man die Tiere in ihrem nat├╝rl. Habitat ├╝ber Monate und Jahre genauestens beobachtet - zu den verschiedenen Tages- und Jahreszeiten! Und wie du schon sagtest: Was die F├╝├čer "unterirdisch" oder eben gut verborgen vor den Blicken menschlicher Beobachtung tun, vermag niemand zu sagen.

    In einem der von mir eingestellten Videos sieht man deutlich, dass der Fundort der F├╝├čer richtiggehend nass ist - da stehen Pf├╝tzen. Wie will jemand denn beurteilen, ob die Tiere davon trinken oder nicht? Zudem besteht auch noch die M├Âglichkeit, dass die Art und Weise, wie Wasser aufgenommen wird und der Wasserbedarf von Art zu Art unterschiedlich ausgepr├Ągt ist.

    Da gehe ich aber von aus dass die Tiere schon wissen was ihnen gut tut und was nicht.

    Das ist so eine Aussage, die ich anzweifele.

    Wir sehen immer wieder, 1. dass Tiere "Dinge" fressen, die ihnen nicht gut bekommt, ja die sogar sch├Ądlich bis t├Âdlich f├╝r sie sind! Oder 2. dass sie zwar etwas fressen, das sie normalerweise ben├Âtigen, dann aber in solchen Mengen, dass es wiederum doch ungesund ist.

    Ich denke, 1. liegt z. T. mit daran, dass eine zeitliche Verz├Âgerung nach Nahrungsaufnahme vorliegt, bis m├Âgliche Probleme auftreten, die es den Tieren (oft) schlicht unm├Âglich macht, einen Zusammenhang zwischen "dem falschen Futter" und den daraus resultierenden Problemen zu "verstehen". So k├Ânnen sie Ursache und Wirkung nicht nachvollziehen!

    2. K├Ânnte darin begr├╝ndet liegen, dass Tiere allgemein bestimmte Futtermittel bisweilen im ├ťberma├č zu sich nehmen (wie z. B. Salz), weil diese in der Natur ein seltenes Gut sind. Wenn man es Tieren zus├Ątzlich anbietet (Salzleckstein z. B.) bedienen sie sich daran ├╝berreichlich, weil sie einfach darauf "programmiert sind", eine sich bietende Ressource m├Âglichst optimal zu nutzen, denn sie "wissen" ja nicht, wann sich eine solche Gelegenheit wieder bietet. Wenn der Halter regelm├Ą├čig Salz anbietet, kommt es zwangsl├Ąufig zu Problemen (das Beispiel "Salz" habe ich jetzt nur zur Verdeutlichung meiner Aussage gew├Ąhlt - kennt man so z. B. in der Kleintierhaltung mit dem bekannten Salzleckstein).

    Zum Thema Plastik m├Âchte ich nach anmerken: Auf Videos von wild lebenden Achatshcnecken (L. fulica, welche man wohl durchaus auch als Kulturfolger betrachten kann), sah ich immer wieder, dass sich diese gerne auf Plastikm├╝ll und Unrat herumtreiben und augenscheinlich davon fressen!

    In den beiden ersten Videos, die ich hier eingestellt habe RE: Videosammlung von wild lebenden F├╝├čern, sieht man ebenfalls reichlich Plastikm├╝ll und zerfledderte Plastikgewebe-S├Ącke. Die werden mit Sicherheit ebenfalls von Tieren (Destruenten?) angefressen. Plastik wird nachweislich (!) auch von vielen weiteren Tieren gefressen, obwohl es ihnen schadet/sie t├Âtet und definitiv nicht zu ihrer nat├╝rlichen Nahrung geh├Ârt!

    Liebe Gr├╝├če

    Edited once, last by Kordel (March 12, 2024 at 11:08 AM).