• Schade, ich hoffe, du findest die Ursache.

    Fressen die Würmer die Eier oder Larven? Oder machen sie das Substrat kaputt?

    Das freut mich.

    Überhaupt sehr schöne Bilder und Tiere. Danke.

    Hallo Waldfee,

    Würmer sind direkte Nahrungskonkurrenten. Sie fressen das Laub und das Holz, dass ich den Kuglern bereitstelle. Wie Trauermücken.

    Schöne Bilder. Vor allem, die Kugler mit dem Orange - sorry, hier kenn ich mich gar nicht aus, also kein Plan wer wie heißt - gefallen mir richtig gut.

    LG Beate

    Hallo Beate,

    der Kugler mit den breiten, Orangenen Segmenträndern ist Glomeris annulata - nach Hoess trägt diese Art den Trivalnamen „Geringelter Saftkugler“.

    Danke für die Komplimente. Die Kugler sind garnicht so einfach.

    MfG

  • Heute geht es weiter mit… Glomeris cf. lugubris - zumindest habe ich sie unter diesem Namen bekommen. Wahrscheinlich sind es doch eher Glomeris maerens, das schauen sich die Profis gerade genauer an.

    Diese interessante Art stammt aus Katalonien, Spanien. Mit gerade mal 8mm zusammengerollt gehört sie zu den kleineren Glomeris-Arten.
    19 Stück sind es.
    Mal schauen ob sie sich auch vermehren wollen.


    MfG

  • Mit einer neuen Box starten wir in das Jahr 2025:

    Loboglomeris rugifera und Onychoglomeris australis (ex herzegowinensis) dürfen es sich in einer diesmal wurmfreien Box gemütlich machen.

    4 Sorten Laub, aufgekalkte Erde, viele Moose und Flechten sowie etwas WFH. Damit sind ihre Nöte erstmal versorgt.


    MfG

  • Hey Waldfee,

    danke dir.


    Ja, morgens bin ich noch nicht so auf der Höhe. Aber jetzt stimmts.

    Auch für dieses Jahr würde ich gerne wieder appellieren, dass sich einer von euch mal an Saftkugler heranwagen sollte. Ich stehe gern mit Rat und Tat zur Seite. Auch Zuchtmaterialien (das richtige Laub, weiteres Futter, etc…) gebe ich gern dazu. Hauptsache, es werden mal ein paar Arten gezüchtet.

    Importe kommen ja trotzdem rein. Also kann man es auch versuchen. 99% der Tiere landen bei Haltern, die sie falsch halten und die Tiere sterben nach ein paar Monaten. Das ist für mich schwer mit anzusehen.

    Leider kann ich es mir nicht leisten, alle Importtiere jedes Jahr zu kaufen und nachzuzüchten. :D


    MfG

  • BeetlebreederGermany March 13, 2025 at 8:23 AM

    Changed the title of the thread from “Der große Kugler Thread” to “Der Saftkugler Thread”.
  • Guten Tag,

    heute darf ich euch einen der einfachsten Saftkugler im Hobby vorstellen:

    Rhopalomeris cf. carnifex „Strawberry“.

    Diese Art* ist im südlichen Thailand verbreitet und gehört mit bis zu 25mm Körperlänge zu den bulligsten Saftkugler-Arten.
    *Bezüglicher das Taxonomie gibt es weiter unten mehr.

    In echt sind die Tiere etwas vibranter gefärbt - richtig quietschgelb. Sehr schön anzusehen, allerdings sind sie tagsüber versteckt. An Nachwuchs wird auch bereits gedacht:


    Die Nachzucht dieser Art gestaltet sich sehr einfach, wenn man die Grundpfeiler der Kuglerhaltung berücksichtigt. Zuchtberichte gibt es für diese Art aber trotzdem leider nur wenige. Insbesondere Neulinge bekommen diese thailändischen Rhopalomeris auf Börsen aufgequatscht und halten sie dann meist innerhalb von 6 Monaten tot. Wenn die Tiere feucht genug gehalten werden, gibt es auch Jungtiere, die dann aber aus verschiedenen Gründen meist nicht überleben.
    Dennoch muss ich fairerweise sagen, die Zucht hat bei verschiedenen Züchtern dennoch selbst auf regulären Laubwaldhumus geklappt. Das Empfehle ich nicht, aber es ist schon vorgekommen
    Für diesen Zuchtversuch lautet mein Setup wie folgt:
    Ich habe etwa 20 Exemplare verschiedener Altersklassen (10-25mm) in einer 10l IKEA Samla Box untergebracht.
    Ich habe eine Mischung aus Lehm (Erde), Sand und Kalk am Boden eingebracht, Kalksteine darauf verteilt und eine FlakeSoil-Mischung hineingegeben. Darauf kommt verrottendes Laub (Haselnuss und Esskastanie) und ein großes Stück, recht stabile, bröckelige, Zunderschwamm-weißfaule Buche.
    Die Konsistenz/Struktur von WFH spielt für Saftkugler eine große Rolle. Die fressen nicht alles. Moos-Flechtenäste gebe ich nach Bedarf hinein.

    In der Übergangszeit (~1 Woche) nach Erhalt bis Boxeneinrichtung haben die Tiere bereits eine große Mengen FlakeSoil-Mix gefressen. Die Ernährung ist somit recht unkompliziert. Anders als so manche Sphaerotheriiden, die über jedes angebotene Substrat einfach drüberlatschen…:rolleyes:

    Meine Tiere habe ich von Polyped, allerdings hat bspw. auch Cedric Beetles einen Import dieser Art bekommen. Wir haben als Züchter jetzt noch die Möglichkeit einige Kugler im Hobby zu etablieren.
    Natürlich sind es keine Anfängertiere, aber bevor Importverbote selbst Thailand und co. betreffen, könnten immerhin einige erfahrene Liebhaber diese Art nachzüchten und etablieren.

    *Zu der Taxonomie:

    die Zugehörigkeit zu der Art Rhopalomeris carnifex ist aktuell nicht gesichert. Traditionell hat man alle Rhopalomeris Importe aus Thailand der Art zugeordnet. Diese Art wurde aber vor langer Zeit aus Myanmar beschrieben. Gerade vor kurzem hat man mit frischen Exemplaren aus Myanmar, nahe der Typenlokalität, Rhopalomeris carnifex neubeschrieben. Die alte Beschreibung war wohl ziemlicher Müll.
    Die Authoren des Papers erwähnen in ihrer Arbeit auch die extreme Vielfalt und Variabilität in Zeichnung, Genom und Morphologie, die von thailändischen Rhopalomeris cf. carnifex ausgeht. Dies sind aber unpublizierte Daten.

    Dies stützt meine bereits vor längeren aufgestellte Vermutung, dass sich unter den diversen „Farbvarianten“ oder „Lokalitätformen“ verschiedene Arten verstecken, die erst noch beschrieben werden müssen.

    MfG

  • Hallo Waldfee,

    falls du die Zeit für die Tiere irgendwann hast, kannst du dich gerne bei mir melden.

    Die Kollegen haben ordentlich appetit und hauen besonders vom FS-Mix sehr viel weg.

    Hier sieht man schön, wie sich der Kot stapelt.

    Interessanterweise graben die Rhopalomeris auch viel im Substrat. Eine Substrattiefe von 10cm plus nochmal 5cm gammeliges Laub obendrauf sind ideal.

    MfG

  • falls du die Zeit für die Tiere irgendwann hast, kannst du dich gerne bei mir melden.

    Ich fürchte, solange ich Farbratten habe, wird meine Freizeit sehr begrenzt sein.

    Habe auch die letzten Tage gesehen, dass ich noch viel mehr Nachwuchs von den D. macracanthus habe als erwartet. Die müssen auch noch rgendwo unterkommen.

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Hi Beeltebreeder

    Wenn du sagst, dass viele Anfänger diese Tiere "tot" halten und man die Grundzüge der Kuglerhaltung beachten muss: Was sind denn die entscheidenden Faktoren/Unterschiede zur Haltung von klassischen Spirostreptiden/ oder -boliden? Aus deinem Versuchsbeschrieb entnehme ich unter anderem FlackeSoils sowie Laub von Hasel oder Kastanie statt Buchenlaub sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit?

    Bei uns in der Schweiz habe ich noch nie irgendwelche (Saft-)kugler im Angebot gesehen. Die Rhopalomeris cf. carnifex fände ich aber auch schön... ;- )

    LG

  • Wenn du sagst, dass viele Anfänger diese Tiere "tot" halten und man die Grundzüge der Kuglerhaltung beachten muss: Was sind denn die entscheidenden Faktoren/Unterschiede zur Haltung von klassischen Spirostreptiden/ oder -boliden? Aus deinem Versuchsbeschrieb entnehme ich unter anderem FlackeSoils sowie Laub von Hasel oder Kastanie statt Buchenlaub sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit?

    Hallo Baumfarn,

    im Gegensatz zu den zylindrischen Tausendfüßern haben Kugler eine deutlich spezifischere Ernährung. (Hier unterscheiden sich Saftkugler und Riesenkugler auch nochmal sehr, aber das ist ein anderes Thema).

    So ist regulärer Laubwaldhumus nur bedingt geeignet. Ja, hier und da gelingt die langfristige Haltung und Nachzucht auf Laubwaldhumus, aber im großen und ganzen ist dieser nicht geeignet. Diese erfolgreichen Nachzuchten auf LWH sind Glücksfälle. Leider wird für sämtliche Diplopoden zu LWH geraten, auch für Kugler obwohl er ungeeignet ist. Laubwaldhumus mit seinen minderwertigeren Blattarten und unpassenden Zersetztungsgraden ist standardmäßig nicht geeignet. Auch viel Weißfaulesholz im Wald und Handel ist nicht wirklich geeignet. Es gibt kein standardisiertes Substrat, das man guten Gewissens für Kugler einsetzen kann.
    Das erklärt den massiven Mangel an Nachzuchten.

    Für Kugler muss ein qualitativ hochwertigeres Substrat angeboten werden. Tannin-arme Blätter wie die von dir aufgezählten, im richtigen Zersetzungsstadium, bilden die Hauptnahrungsquelle. Hinzu kommen passendes morsches Holz und gewisse Moose sowie Flechten.
    Wenn man auf ein geeignetes FlakeSoil zugriff hat, hat man damit ebenfalls einen sehr guten Substratbestandteil.
    Wenns denen schmeckt, dann fressen die davon große Mengen.

    Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten.

    In der Schweiz könntest du bei TropenSchnecken.ch Erfolg haben. Ansonsten bleibt dir nur Polyped o.ä. deutsche Importeure.


    MfG

  • Heute darf ich euch eine neue Art in meiner Zucht vorstellen: Haploglomeris multistriata

    Bei dieser hübschen Art handelt es um einen kleinen Vertreter der Saftkugler, die im Alpenraum beheimatet ist. Allerdings nicht primär auf der Alpinen Stufe in 2.000m Höhe, sondern in Wäldern in tieferen Gefilden sind sie zu finden. Meine Exemplare stammen aus Österreich.

    Mit nur 12mm ist die Art wirklich klein, allerdings besticht sie durch eine teils sehr skurrile Zeichnung. Diese ist aber auch sehr variabel und ähnelt dem sympatrisch vorkommenden Glomeris hexasticha sehr stark. Somit war es mühsame Handarbeit, die 30 Exemplare genau zu untersuchen um einen beigemischten Glomeris hexasticha zu vermeiden.

    Ich vermute, dass diese Art genauso einfach zu züchten ist wie viele andere Waldarten, womöglich präferiert sie aber etwas niedrigere Temperaturen und benötigt etwas mehr Kalzium. Aus diesem Grund habe ich sowohl der Erde als auch den Buchenblättern mehr Kalk als gewöhnlich untergemischt.

    Die Zuchtbox ist sehr schlicht gehalten.

    Gut aufgekalkte Erde, ein paar Kalksteine, gut aufgekalktes Buchenlaub, dazu weiche Blätter von Ulme,Haselnuss, Ahorn, Esskastanie. Moos-&Flechtenäste sowie ein bisschen Buchen- und Eichen-WFH. Etwas FlakeSoil in zwei Ecken.

    Mit dieser Box ist mein System für europäische, Waldbewohnende Glomeris sehr gut erklärt. Dieses Setup ist als Zukunftsmodell geplant. Noch ein paar mehr Blättersorten und es stellt eigentlich das Beste dar, was man den Tieren bieten kann. Je nach Art und Futterpräferenz würden die Materialien bzw. Futtersorten in verschiedenen Quantitäten angeboten werden, aber im Prinzip können alle Verwendung finden.

    MfG

  • Guten Tag,

    ein kleines Update:

    meine Glomeris cf. lugubris/maerens aus Spanien haben mir 1 Jungtier beschert. Etwas wenig, aber das ist ein Anfang. Der Größe nach zu urteilen ist es auch wenigstens 2-3Monate alt.

    Dann haben wir hier die Gattung Onychoglomeris. Onychoglomeris australis aus Griechenland und Onychoglomeris castanea aus Norditalien.

    O. australis habe ich vor vier Jahren, 2021, erhalten, als ca 10mm kleines Jungtier.

    Jetzt ist das Exemplar etwa 20mm groß.
    Es ist immer noch nicht ausgewachsen. :)


    Nun kommen wir zu einer Art, die ich nach 4Jahren erneut probiere.
    Im Handel als Hyleoglomeris sp. „Ducky“ bekannt, wobei es sich wahrscheinlich um die erst 2024 beschriebene Hyleoglomeris bomba handelt. Sobald ich ein totes Männchen habe, wissen wir es definitiv.

    Die Art kommt in Nord-Thailand, an der Grenze zu Laos (Chiang Mai,…) vor.

    Leider konnte ich noch immer keine erfolgreiche und dokumentierte Nachzucht dieser Art ausfindig machen, trotz signifikanter Importe in die USA und UK. Die Art ist auch in Natur nicht selten, ich kenne die Fotos aus Thailand mit hunderten/tausenden Tieren in Boxen bestimmt für den Verkauf/Export.

    Bei den meisten Haltern versterben die Tiere nach 6-8 Monaten, Eier werden fast nie abgelegt. Jungtiere Fehlanzeige.
    Basierend auf meinen Tipps und der darauf gefolgten Eiablage bei Bekannten Züchtern, bevorzugt diese Art sehr hohe Feuchtigkeit (wie Sphaerotheriiden) und etwas höhere Temperaturen (23-25 Grad?).
    Bei ein Paar Freunden haben die Tiere tatsächlich noch 1,5-2Jahre (auf FlakeSoil mit WFH&Laub) nach dem Import gelebt, was ich als reguläre Lebensspanne von den (tropisch-) asiatischen Hyleoglomeris und Rhopalomeris ansehe.

    Somit ist die langfristige Haltung durchaus möglich, nur die Nachzucht bereitet noch enorme Schwierigkeiten. Hoffentlich kann ich diese Art knacken.

    MfG

  • Kleines Update…

    Glomeris maerens/lugubris haben einen grossen Schwung Jungtiere produziert, Glomeris klugii (neu bei mir) ebenfalls.

    Frisch sind Glomeris pulchra angekommen. Eine weitere Art, die ich nach 4 Jahren nochmal züchten möchte.

    Ich erwarte für nächste Woche 2 weitere Arten, leider ist jetzt im Sommer der allerletzte Glomeris annulata gestorben. Aber immerhin, ich hab die Tiere vor 4 Jahren bekommen. Das ist schon ein stattliches Alter.

    Auch neu: ein noch unbestimmter Glomerida aus Thailand. Im Handel wird die Art als Rhopalomeris carnifex „Dwarf Striped Corn“ verkauft, auch wenn’s eindeutig kein R. carnifex sein kann…

    Es handelt sich mMn. um Hyleoglomeris nigromaculata, ich erwarte aber noch die Bestimmung vom Profi ab. Körperlänge 8-10mm.


    Auch neu, eine kleine Rhopalomeris Art aus Südthailand.. höchstens 15mm.

    MfG