• Hallo zusammen,
    wir haben ja wahrscheinlich alle das gleiche Problem mit den hohen Temperaturen im Sommer.
    Nun waren wir im Dezember bei einem Feuersalamander-Züchter, um dort diese Tiere für meinen Vater als Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Die Salamander haben ja noch viel größere Probleme mit zu hoher Temperatur als wir mit unseren Diplopoden. Der Züchter hatte das ganz super und recht einfach gelöst, ich versuche das mal zu beschreiben:
    Eine Styroporplatte auf den Tisch legen, links, rechts und hinten ca. 10-15cm hohe Styroporplatten hochkant stellen, Terrarium drauf. Dadurch hat man einen mit Styropor verkleideten Hohlraum unter dem Terri. In diesen Hohlraum legt der Salamanderzüchter diese gefrorenen Camping-Akkus, davor kommt nochmal eine Styroporplatte, damit ist der Hohlraum komplett. Im letzten Sommer hat er morgens, nachmittags und abends neue gefrorene Akkus reingelegt. Ich denke mal, daß dieses System auch für Tausendfüsser geeignet ist, man muss vielleicht nicht unbedingt gefrorene Akkus reinlegen, sondern nur gekühlte. Das müsste man dann mal ausprobieren, wie kalt und wie oft gewechselt werden muss...
    Schönen Sonntag noch und viele Grüße, Andrea

  • Halo Andrea Ich bin kein Experte was Diplopoden anbelangt aber kann man die Temperaturansprüche eines Feuersalamanders und den von Tiplopoden überhaupt vergleichen?! Ich weiß hier aus dem Forum und von dem was ich bis jetzt so in Erfahrung bringen konnte das Diplopoden wohl auch noch mit Zimmertemperatur klarkommen können je nach Spezies.18-20 Grad aber darunter denke ich dürfte es für eine artgerechte Haltung wohl schon richtig Kritisch werden! Die meisten exotischen Diplopoden in ihren vor allem tropischen Regionen leben meines Wissens unter relativ warmen Bedingungen und zumindestens einer doch erhöhten Luftfeuchtigkeit Und die durchschnittliche Umgebungstemperatur inklusiver Luftfeuchtigkeit dürfte in den meisten Ländern aus denen diese Tierchen kommen noch über unseren Verhältnissen liegen! Alles im allem könnte ich mir vorstellen das man sich eher Gedanken darüber machen müsste das es den Tierchen nicht zu kalt wird ? Einen zusätzlichen Wärmeschutz brauchen sie eventuell überhaupt nicht? Aber da kennen sich hier im Forum sicherlich einige Mietglieder besser aus! Wie gesagt ich bin auch nur Laie. Aber mich würde es schon Interessieren wie es mit den Wärmeansprüchen aussieht?

  • Hi,
    mir ging es hauptsächlich um die Sommertemperaturen. Letztes Jahr war es sehr heiß, und es gibt 'ne Menge Tausendfüsser, die es nicht wirklich warm wollen. Z.B. die Firemillipedes verabschieden sich bei manchen Haltern schon bei Zimmertemperatur.
    Und wenn der nächste Sommer so toll wie der letzte wird, hat man schon arge Probleme. Selbst in unserem Keller waren es muckelige 27 Grad, eindeutig zu warm für manche Arten.
    Wie ich oben schon geschrieben habe, muss man die Temperatur ja nicht auf 10 Grad runterkühlen, indem man ständig gefrorene Akkus reinlegt. Das muss man ausprobieren, vielleicht reicht es ja, wenn man morgens und abends im Kühlschrank gelagerte Akkus rein legt.
    Aber ich fand die Idee gut, und es macht auch nicht viel Umbaumaßnahmen erforderlich...
    Viele Grüße, Andrea

  • Stimmt voriges Jahr war es richtig warm.Das es so empfindliche Arten gibt die schon bei Zimmerteparaturen leiden- eingehen wußte ich nicht!Unter diesem Aspekt sieht es unter Umständen schon anders aus.Gruß Mathias

  • Hallo,

    es zeigt sich in der Zucht, dass es doch Tausendfüsser gibt die man nicht zu warm halten sollte und ähnlich wie die Riesensaftkugler (Sphaerotheriida; "Pill Millipedes") eher niedrige Temperaturen bevorzugen.

    Natürlich sprechen wir hier nicht von Archispirostreptus gigas oder ähnliche Tiere denen hohe Temperaturen deutlich weniger zu schaffen machen!

    Ich persönlich hatte bis jetzt bei einer Art das Problem, dass mir Tiere bei zu hoher Temperatur gestorben sind. Es war ein Pärchen Aphistogoniulus [lexicon]sp.[/lexicon] (Fire-Millipede oder Feuertausendfüsser) die in Madagaskar leben.
    Beide Tiere sind mir in der Zucht gestorben nachdem die Temperaturen über 25°C gestiegen sind. Auch andere Züchter haben schon diese leider sehr negative Erfahrung gemacht...

    Peter kann vielleicht von dem letzten Sommer berichten bei dem er auch massive Probleme mit seinen Zuchten hatte.


    Zurück zum eigentlichen Thema! Der Tipp von Andrea ist wirklich nicht schlecht und man wird nach dem letzten Sommer sicherlich bei einigen Arten umdenken müssen und vielleicht sogar diese Methode anwenden.

    Ich habe bis jetzt das Glück gehabt, dass wir einen Keller haben der in den Berg gebaut wurde und dadurch haben wir sehr niedgrige Temperaturen - auch im Sommer!

  • So erfährt man wieder wichtige Haltungsangaben zu den Tausis! Gut das Andrea das Thema angesprochen hat!!!!!! Ich dachte schon seit einiger Zeit über das Thema Heizung in meinem Terrarium nach da ich im Durchschnitt nur 20 Grad habe. Aber wenn das so ist kann ich es ja damit erst mal mit dieser Temperatur versuchen! Das hätte ich wahrlich nicht gedacht das bei einigen Tausis Temperaturprobleme schon bei erhöhter Raumtemperatur auftreten können!!

  • Gute Idee mit den Styroporplatten und den Kühlakkus. Ich denke mal für ein paar Terris ist das vom Aufwand her noch in Ordnung. Ist halt bei mehreren Terrarien sehr zeitaufwändig. Habe in einem Regal 14 Terris (bis auf 1 alles Spinnenterris 20x30 und 30x30) stehen. Da brauche ich ja ne Eismaschine :rolleyes: die den ganzen Tag läuft. Der Raum in dem meine Viecher hausen liegt im ersten Stock und da unser Haus nicht das Neueste ist und nicht so gut isoliert ist bringt es auch nicht viel die Rolläden geschlossen zu halten. Ich habe nie die Temperaturen im Sommer gemessen aber 30°C oder mehr waren es sicherlich. Ich glaube 6 oder 7 Arten sind mir eingegangen ;(
    OK, die meisten Tausendfüsser kommen aus Ostafrika wo es immer so heiß ist, aber man wird dort am helligsten tage niemals einen Tausendfüsser zu gesicht bekommen (außer vielleicht nach einem Regenguss). Von Arten wie A. gigas und E. pulchripes und einigen kleineren Arten weiß ich dass diese sich tagsüber in Höhlen im Boden aufhalten z.B. von Nagern und anderen größeren Säugetieren. Trotz tropischer Außentemperaturen ist es dort recht kühl, kennt man ja auch vom Strand wenn man ein bißchen tiefer in den Sand gräbt. Die Tiere verlassen erst nach der Dämmerung ihr versteck. Manche Arten halten sich sogar tagsüber in wohltemperierten Termitenbauten auf.

    Das Problem bei der haltung von Tausendfüüsern ist eigentlich dass wir nicht genau wissen aus was für einem Habitat sie kommen. Der Firemillipede lebt wahrscheinlich in höheren Regionen, gar einem Nebelwald, wo es recht kühl, aber immer feucht ist.
    Naja, werde mir aber mal Gedanken machen wie ich den nächsten sommer für meine tiere erträglich machen kann.