Wüsten-Tausendfüßer

  • Hallo zusammen,
    die meisten Diplopoden werden ja bei eher hoher rLf gehalten. Wie aber sieht es aus mit Tausendfüssern, die sehr trockene Habitate bevorzugen? Ich habe 1 Pärchen angeblich Orthoporus ornatus oder ponti (Texas-Tausendfüsser) sowie einige kleine Zebras aus Spanien.
    Beide Arten scheinen sich unter den Bedingungen (Walderde, obenauf altes Laub, nur alle paar Tage mal kurz ansprühen) recht wohl zu fühlen, aber in dem einen Jahr seit ich sie habe, hat sich noch kein Nachwuchs eingestellt, obwohl ich sie schon öfter bei der Paarung beobachtet habe.
    Weiß jemand Rat?
    Viele Grüße, Andrea

  • vielleicht substrat zu Feucht - Eier Verschimmeln oder Zu Kalt um sich richtig zu entwickeln! oder Eier Vertragen sich nicht mit dem PH wert der ERDE!?!

  • Hallo Andrea,

    hier ein paar Anhaltspunkte aus "Exotische Insekten" von Siegfreid Löser. Dort wird die Art Orthoporus ornatus beschrieben:

    - Nahrung: Pflanzenreste, Rinde von Wüstensträuchern (Mesquitestrauch, Mormonentee...)
    - Entwicklungsdauer: im Ei ca. 6 Wochen, Larven mehr als 2 Jahre
    - in freier Wildbahn haben sie eine kurze Periode in der sie fressen und sich vermehren (4-5 Monate); Mitte Mai erscheinen die Tiere auf der Oberfläche (Regenfälle während der warmen Sommermonate).
    - Winterruhe ab November
    - zur Zucht wird empfohlen die oben genannten Wüstenstraucher zu pflanzen, da die Tiere möglicherweise diese benötigen (??)
    - die Tiere fressen sonst noch andere pflanzliche, aufgeweichte Stoffe

    Vorgeschlagene Perioden:

    Dez-März; Bodenoberfläche trocken; Lufttemperatur <20°C; Licht 8-18 Uhr

    April-Juni; Bodenoberfläche feucht; Lufttemperatur 17-20Uhr 20 °C, 10-16 Uhr 35°C; Licht 6-20 Uhr

    Juli-Sept; Bodenoberfläche feucht; Lufttemperatur 17-10 Uhr 22°C, 10-16 Uhr 35°C; Licht 6-20 Uhr

    Okt-Nov; Bodenoberfläche trocken; Lufttemperatur 17-10 Uhr 20°C, 10-16 Uhr 25°C; Licht 8-19 Uhr


    Das sind nur einige Sachen die in dem Buch erwähnt werden und absolut keine eigenen Erfahrungen. Ich habe solch eine Art selbst noch nicht gehalten und kann deshalb den Haltungsbericht weder bestätigen noch widerlegen!

    Vielleicht hat Peter Erfahrung mit diesen Arten und hatte auch schon Nachwuchs. Ich denke er wird sich in den nächsten Tagen sicherlich zu Wort melden!

  • Mesquitestrauch und Mormonentee kann ich meinen Tieren natürlich nicht anbieten, oder kennt jemand die lateinischen Namen von diesen Pflanzen? Dann sollte ich wohl in der Lage sein, ihn zu besorgen. Wenn sie denn auf dem deutschen Markt erhältlich sind.
    Das mit der Feuchtigkeitserhöhung des Substrats habe ich letztes Jahr mit den Zebras ausprobiert. Mit dem Erfolg, daß innerhalb kürzester Zeit ganz viele Tiere gestorben sind. Seither halte ich sie ziemlich knochentrocken und da stirbt keiner mehr... Bei den Texas-Tausis habe ich noch gar nicht herumexperimentiert, vielleicht schreibt ja noch jemand, der Erfahrung hat.
    Bis dahin, vielen Dank für die bisherigen Antworten und viele Grüße, Andrea

  • Hallo Andrea,

    warte bis Peter geschrieben hat und er seine Erfahrungen mitteilt.

    Bis dahin kann ich Dir nur mal die lat. Namen der beiden Sträucher sagen:

    Mesquitenstrauch Prosopis glandulosa
    Mormonentee Ephedra [lexicon]sp.[/lexicon]

    Aber ich kann Dir leider nicht sagen ob das wirklich für die Tiere gut ist, da ich es ja wie gesagt nur aus dem Buch übernommen habe!

    [Update]

    Habe einen interessanten und gleichzeitig seltsamen Artikel über den Mormonentee gefunden:

    Mormonentee

  • :] :] Hmmmm, hört sich wirklich nicht schlecht an. Aber dann ist die Pflanzung bestimmt verboten... Und wer würde mir schon glauben, daß ich es für Tausis brauche???

  • Hallo Andrea,

    es scheinen längst nicht alle Paarungen bei Tausendfüssern erfolgreich zu sein. Die Weibchen scheinen nicht immer dann paarungsbereit zu sein wenn die Männchen das sind. So ähnelten einige Paarungen (besonders A. gigas und Ephebolus pulchripes) gelegentlich schwerern Vergewaltigungen, gegen die sich die Weibchen kräftig gewehrt haben. Aber auch friedliche Paarungen waren nicht immer errfolgreich. Das hängt imho auch mit dem Zeitpunkt der letzten Häutung der Weibchen zusammen. Relativ "frische" Weibchen scheinen erheblich besser Nachwuchs zu bekommen.

    Gruß Jochen

    PS. Mit "Trocken-tausis" habe ich keine Erfahrung.

  • Hi. Habe nur Erfahrungen mit Archispirostreptus tumuliporus judaicus aus Israel. Die Tiere habe ich über 5 Jahren von der Uni Mainz bekommen und von den anfänglichen 3 Stück sind nur noch eine(r) da. Ich halte ihn in einem Spinnenterri wo die Belüftungsflächen nicht zugeklebt sind, es herscht Zimmertemperatur und der Boden ist ein Erd-Sandgemisch, Ein bißchen trockenes Laub ist auch vorhanden, wurde aber nicht nenneswert angerührt. Die art klettert sehr gerne weshalb äste wichtig sind. Sprühen tue ich nur 1x mal die Woche ganz kurz damit er was zum trinken hat und das Substrat leicht feucht ist. Zum fressen kriegt er dasselbe wie die anderen Arten auch, obwohl er nicht der beste Esser ist. Das sind die Erfahrungen die ich mit dieser Wüstenart gemacht habe.
    Bei Orthoporus würde ich mich lieber an Lösers Vorschläge halten, da ich keine Erfahrungen mit dieser Art gemacht habe.
    Falls die spanische Art so 2,5-3,5cm lang ist und hellgrau-dunkelgrau gestreift ist dann wüßte ich um welche Art es sich wahrscheinlich handelt, müsste aber morgen mal nachschaun, irgendwas mit rutilans oder so.

  • uni mainz? die scheinen mehrere tausis zu ham von dort hab ich auch großzügigerweise meine a gigas bekommen

  • Ja, die Abteilung für molekulare Physiologie beschäftigt sich mit dem Blauen Blutfarbstoff Hämocyanin (bei Säugern Hämoglobin) in bezug auf die Erforschung eines Mittels gegen Krebs. Hauptsächlich wird das Blut einer kalifornischen Meeresschnecke erforscht aber auch das von Tausendfüssern und Hummer. Habe damals mein Schulpraktikum in der Abteilung gemacht und danach stand fest - Ich muss Biologe werden!!!

  • Die Spanier sind größer, als von Dir geschildert, der Größte ist knapp 7 cm lang. Sie sind schmutzig-weiß mit schwarz geringelt, schwarze Beine. Manche Tiere haben auch einen orangestich in dem Weiß.
    Dann werde ich die Tiere bei Gelegenheit mal trennen und es bei den Texanern mal gemäß Löser ausprobieren...
    Vielen Dank und viele Grüße, Andrea

  • Ok, dann handelt es sich auch nicht um eine spanische Art da die europäischen Arten nicht solche Grössen erreichen. Hast du vielleicht ein Photo von der Art? Dann könnte ich wenigstens sagen ob es sich um einen Nordamerikaner oder um einen Afrikaner handelt.

  • Nein, habe leider noch kein Foto. Were aber sobald sich wieder einer von den Kerlen blicken lässt, eines machen.
    Ich habe die Tiere seit knapp 1 1/2 Jahren und habe sie von einem Spanier bekommen, der sie bei sich zu Hause gesammelt hat?!?
    Mir fällt gerade ein, bei https://forum.diplopoda.de/www.bugzuk.com/ boten sie die auch mal an und sie haben da auch ein Foto von denen, schau doch mal da. Bis ich ein Foto habe, dauert es wieder ewig :)
    Viele Grüße, Andrea

  • Habe mir das Foto bei bugzuk gerade nochmal angesehen, auf dem Bild sehen sie grau aus, in Wirklichkeit sind sie viel heller. Wie gesagt: schmutzig-weiß