Angepinnt Bestimmung von Diplopoden

    Bestimmung von Diplopoden

    Hallo,

    nur mal eine kleine Erklärung dazu wie man Diplopoden bestimmt. Leider kann man per Bild im Grunde die Art nicht mal annähernd bestimmen.

    Um die Art sicher zu bestimmen braucht man ein totes Tier bei dem man die [lexicon]Gonopoden[/lexicon], also die Geschlechtsorgane des Männchen, untersucht und mit Bestimmungsliteratur diese vergleicht.

    Somit ist es völlig zwecklos zu versuchen sich anhand der Bilder im Internet zu orientieren welches Tier man nun hat!

    Wenn Ihr ein totes, adultes Tier habt dann könnt Ihr es an mich schicken und ich werde versuchen bzw. Spezialisten auf dem Gebiet es zu bestimmen. Tote Tiere präpariert man indem man sie in 70%igen Alkhol (Ethanol oder Isopropanol) gibt - zusätzlich kann man noch 3% an Glycerin dazugeben.

    Bestimmung anhand von Bildern

    Hallo,

    ich sehe in letzter Zeit immer wieder in Foren oder auf Terrarien-Seiten wie sich User anhand von Fotos an eine Bestimmung von Tausendfüssern machen!

    Ich weise hier nochmal deutlich daraufhin, dass es unmäglich ist Tausendfüsser anhand von Fotos zu bestimmen die weder die [lexicon]Gonopoden[/lexicon] noch sonstige artspezifische Merkmale zeigen!

    Bei vielen Fotos im Internet muss man froh sein, dass man überhaupt sicher die Farbe usw. bestimmen kann und dann kann man einfach nicht die Art anhand von der Färbung usw. erkennen!

    Nur mit Hilfe der [lexicon]Gonopoden[/lexicon] kann man die Tiere sicher bestimmen. Und auch um die [lexicon]Gonopoden[/lexicon] richtig zu erkennen müssen meistens Genitalpräparate von adulten, toten Tieren betrachtet werden.

    Alles andere können nur Vermutungen sein und die Chance, dass man danebenliegt ist so hoch, dass es absoluter Quatsch ist den Versuch zu unternehmen Tiere anhand von Fotos zu bestimmen!

    Lieber damit leben, dass man einen unbekannte Art hat als das man auch noch den Namenswirrwarr vorantreibt!
    Hiho,

    man sollte das Tier möglichst direkt nach dem Versterben in Alkohol einlegen - die Tiere fangen sehr schnell an zu verwesen und zerbrechen. Ein Tier bei dem der Hauptteil schon zersetzt ist, ist unbrauchbar. Denn auch die [lexicon]Gonopoden[/lexicon] sind somit zerstört...

    In Alkohol kann man die Tiere eigentlich für immer aufbewahren - je schneller man aber das Tier, dass in Alkohol eingelegt wurde, präpariert umso leichter geht es weil die Tiere oft auch im Alkohol brüchig werden...
    Hallo,
    der Tausendfüßer war locker als Spirale zusammengerollt. Er hat die Beine bewegt, sich aber nicht mehr geputzt. Heute nacht, als er sich nicht mehr bewegt hat, habe ich ihn ganz vorsichtig in die Hand genommen. Er fühlte sich völlig kalt an - entschieden kälter als am Tag.
    Ich habe ihn an die gleiche Stelle zurückgelegt. Heute morgen hatte ich ihn noch einmal aufgenommen und bemerkt, dass keine 'Spannung' mehr in der Spiralhaltung war. Ich habe ihn trotzdem ins Terrarium zurückgelegt, allerdings auf ein Stück Baumwurzel. Am Nachmittag habe ich ihn in das Transportgefäß gelegt (auf Substrat und Moos).
    Ich konnte ihn weder im Alkohol versenken noch einbuddeln, weil ich absolut unsicher war, ob er nicht vielleicht doch noch lebt (- und auch immer noch ein bißchen Hoffnung hatte).
    Inzwischen hat er sich deutlich verfärbt und sieht auch so aus, als würde er an den Segmenten zerbrechen, wenn ich ihn noch einmal hochhebe. Er bildet auch keine Spirale mehr, sondern liegt leicht gebogen auf der Seite. (Ursprünglich war er schwarz mit braunen Segmenträndern und gelblichen Beinen, Fühlern und Kopf. Jetzt ist er eher braun und die Segmentränder scheinen stellenweise auseinander zu gehen. Dort sieht er jetzt rosa-gelblich aus. Auch die Beine haben diese Farbe angenommen.)
    MfG
    Anne
    Hallo Robert,
    ich hatte heute morgen auch die heimliche Hoffnung, dass es sich vielleicht um eine (ungewöhnliche) Häutung handeln könnte. Aber er rührt sich absolut nicht mehr - kein einzelner Fühler, kein einziges Bein.
    Ich befürchte, er ist wirklich 'mausetot'.
    MfG
    Anne
    Hallo,
    habe mich heute morgen für das Vergraben entschieden.
    Erstens war er ja schon eine ganze Weile tot - roch auch schon unangenehm - und zweitens wußte ich gar nicht, ob 'er' wirklich ein er war.
    (Drittens finde ich Lebewesen in Alkohol gruselig und bei der Aussicht, dass die anderen beiden eventuell auch nicht mehr leben, schien mir eine Bestimmung unsinnig.)
    Die beiden anderen sind putzmunter. :) Habe sie heute mittag ganz vorsichtig ausgegraben, weil mir die Aussicht auf zwei modernde Leichen im Terrarium nicht geheuer war.

    MfG
    Anne
    Hallo!

    Was für "Bestimmungsliteratur" ist das denn, wo man so was nachguckt? Und ist das Präparieren schon fertig, wenn man die Tausendfüsser eingelegt hat oder ist das Einlegen nur eine Aufbewahrungsmethode und somit nur für den Übergang geeignet?

    Danke,
    Jan
    Hallo Jan,

    zur Literatur kann ich dir leider nichts sagen, und wie die Bestimmungsschlüssel der Tausendfüsser aussehen leider auch (noch) nicht, jedoch ist das Präparieren eine etwas aufwendigere Sache. Dazu muss erstmal das Tier geöffnet werden, und soweit ich mitbekommen habe dienen vorallem die [lexicon]Gonopoden[/lexicon] (hoffentlich richtig geschrieben) der Männchen zur Bestimmung und diese müssen dann erstmal aus dem Körper herausgelöst werden. Was nun noch zur Bestimmung herangezogen werden muss, ergeht aus dem Bestimmungsschlüssel.

    Wie gesagt, ich habe da bei den Tausendfüssern keine große Ahnung, aber wenn es tiefer gehen soll, dann werden unsere Experten sich bestimmt auch noch melden!

    Gruß Toby
    Hallo Jan,

    den ersten Teil Deiner Frage verstehe ich nicht ganz genau - bei der Literatur handelt es sich um Bücher oder Veröffentlichungen die die wichtigsten Daten über die Arten in einem bestimmten Gebiet aufzeigt und oftmals auch eine Zeichnung der [lexicon]Gonopoden[/lexicon] enthält; eben ein sogenannter Bestimmungsschlüssel.

    Anhand der [lexicon]Gonopoden[/lexicon], welche aus dem Tausendfüßer präpariert werden müssen, wird die Art identifiziert.

    Der Alkohol dient zur Lagerung der Tausendfüßer wie auch der rausgeschnittenen [lexicon]Gonopoden[/lexicon] - eine andere Möglichkeit besteht wenn man die [lexicon]Gonopoden[/lexicon] fixieren will. Man kann dies mit Kanadabalsam machen um ein fixiertes Trockenpräparat zu erhalten, ist aber nicht unbedingt notwendig.

    Ich lagere meine Tiere in unterschiedlich großen Gläschen (oftmals auch Gurkengläser ;) ) mit Ethanol (70%) und die rausgeschnittenen [lexicon]Gonopoden[/lexicon] werden dazugepackt, meistens in kleine Papiertaschen.
    Danke! Ich hab jetzt aber eine Sache nicht ganz kapiert. Tut ihr den ganzen Tausendfüßer in den Alkohol oder nur die Gonopoden? Oder holt ihr die [lexicon]Gonopoden[/lexicon] raus und tut dann Tausendfüßer und [lexicon]Gonopoden[/lexicon] getrennt darein?

    Jan