Spirostreptus spec 1 verschwunden

      Spirostreptus spec 1 verschwunden

      Liebe Diplopodenfreunde,

      neulich hatte ich mein Substrat zum zweiten mal nach zwei Wochen gewechselt, weil mir einfiel, dass ich noch etwas Pinienhumus drin hatte. Weil ich gelesen hatte, die ätherischen Öle würden den Diplos schaden, hatte ich einen Komplettwechsel gemacht, um vor allem die unteren Substratschichten zu entfernen.

      Von vier kleinen (ca. 10 cm langen) Ringelsöckchen waren nur noch drei übrig, das vierte spurlos verschwunden. ich hatte anschließend das alte Substrat zwei Mal durchgegriffen und dabei viele kleine Asseln gerettet, aber keinen Diplo mehr gefunden.

      Könnte er vielleicht in einer Wurzelhöhle versteckt gewesen sein, die ich vorher herausnehmen musste? Müsste man nach 14 Tagen nicht noch Reste des Exoskeletts finden? Könnten die Spiros untereinander kannibalisch werden, wenn sie zu wenig Proteinfutter bekommen? Aber ich streue regelmäßig Fischfutterflocken rein und gebe ihnen aufgeweichte Katzenbrekkies. Manchmal auch ein Stückchen hartgekochtes Ei, aber das habe ich sie noch nie anrühren sehen. Können mehrere Diplos einen Artgenossen überhaupt so überwältigen, dass sie ihn ratzeputz auffressen oder eher ein Bein wegknabbern oder so? Es sind ja keine Raubtiere, und das BEcken ist auch groß genug, um sich aus dem Weg zu gehen oder zu entkommen.

      Könnte der Diplo an einem Stück ätherischem Pinienrindenhumus zugrundegeangen sein? Was ist denn so schädklich an diesen Ölen? Gerochen hatte das alte Substrat jedenfalls nicht nach Harz.

      Dann hatte ich Panik bekommen, dass mein kleineres Spiropoeus fischeri-Weibchen sterben könnte, weil sie so eingerollt lag. Ich wusste nicht, ob sie sich nur häutet, hatte sie vorscihtig auseinander, dann wieder eingerollt und jetzt liegt sie unter einem Rindestück. Wie groß wäre die Gefahr, dass ich ihr die nachwachsende Epidermis zerrissen habe? ich weiß, ich kriege Panik, alles falsch zu machen. Fragen übder Fragen. Bitte um Hilfe!

      LG
      Anton
      Hi Anton
      1) tote Artgenossen (Aas) werden gefressen, lebende nicht.
      Hast du viele Asseln?
      Fütterst Du genügend Kalk?
      Wäres es möglich, dass es abgehauen (offene Terratüre) ist?
      Im Wurzelstock könnte es sich u.U. schon versteckt haben, je nach Grösse, Moderzustand etc... ES ist machmal erstaunlich, wo ein Tausi alles reinpasst :)

      2) Hab Geduld. Wenn Du sie verletzt hast, kannst Du jetzt eh nichts mehr daran ändern. Stelle sicher, dass die richtige rLF herrscht. Panik hilft jetzt auch
      nicht weiter.

      Viel Glück!
      Liebe Grüsse
      Katsascha und ihre Tausis :)
      Liebe Katsascha,

      vielen Dank für Deine rasche Antwort! So macht man schlimmstenfalls seine Anfangsfehler, um wenigstens daraus zu lernen.

      Asseln habe ich relativ viele drin. Kalk füttere ich regelmäßig, ich benutze ein Kalkpulver von Trixie, das ich sowohl über das Frischfutter streue als auch in den Bodengrund einwühle und zum Aufpeppen eines gelegentlich nachgereichten Napfes Substrat verwende (weitere Bestandteile: Weißfaules Holz, Anzucht-oder Walderde, Blätter, Flake Soil, etwas Fischfutterflocken. Außerdem habe ich ein paar Stücke zermahlener Sepiaschale drin und ab und zu auch Schalen eines vorher hartgekochten Eis. Ich hoffe, meine Diplos sind genügend verkalkt.

      Die Trixie_Dose enthält 50 Gramm, beim Substratwechsel habe ich mehrere Handvoll davon hineingeschüttet und großzügig verrührt, aber ich streue auch täglich an mehreren Stellen einige Fingervoll von dem Pulver nach und hebe es unter die Substratoberfläche.

      Könnte sie eine leichtere Verletzung überleben und bei der nächsten Häutung korrigieren? Sie kam mir ganz leicht milchig vor, ist das schon ein sehr verletzungsgefährliches Stadium?

      Ich warte einfach ab: Daumen gedrückt.

      LG
      Anton
      Hallo Anton

      Mach Dir nicht so viele Sorgen. Natürlich solltest Du keine Tausies anrühren, die sich häuten wollen oder kurz danach.
      Aber wie schon Katsascha sagt, kannst Du es jetzt sowieso nichts mehr ändern. Ich drücke Dir die Daumen, dass ihr nichts passiert ist. Und kleinere Verletzungen können sich mit folgenden Häutungen wieder auswachsen.

      Kalk hast Du ausreichend drin. Normalerweise enthält das Substrat bereits genügend Kalk, vor allem, wenn Du Buchenblätter mit drin hast.
      Die zusätzliche Kalkbeigabe ist nur zur Sicherheit.

      Inwieweit der Pinienrindenhumus geschadet haben kann, weiß ich nicht. Aber ich denke mal, wenn nicht allzu viel im Substrat war, ist die Gefahr wahrscheinlich nicht so groß. Bitte berichtigen, wenn das falsch ist.
      Ich habe regelmäßig Tannennadeln im Substrat, weil es bei mir keinen Platz gibt, wo Laubstreu pur herumliegt. Einen Teil lese ich heraus, es bleiben aber immer Nadeln drin. Bis jetzt ist nichts passiert.

      Asseln fressen keine lebenden Füßer und greifen sie auch nicht an. Aber wenn Du viele Asseln hast, können die einen verstorbenen Füßer in ziemlich kurzer Zeit dem Erdboden gleich machen.

      Füßer kommen so ziemlich in jede Ritze hinein, die man für unmöglich halten würde.
      Falls Du ein Terrarium mit Glastüren hast, schau mal oben und unten in den Führungsschienen nach. Bei mir sitzt regelmäßig ein S. gregorius oben drauf auf der Glastür, manchmal eine Woche lang. Keine Ahnung, ob das immer derselbe ist.

      Keine Panik.
      Liebe Grüße, Sabine
      Hallo Sabine,

      danke für Deine ermutigenden Worte. Leider ist das Weibchen gestorben, wenn es sich tatsächlich gehäutet haben sollte, wohl durch mein Verschulden. Aber ich hatte das Gefühl, dass da was nicht stimmte. Wie auch immer, an der Abgabe-Haltung hege ich nicht die geringsten Zweifel, eher suche ich den Fehler bei mir.

      Und ich komme einfach aus den Zweifeln nicht raus: Ich habe auch Aussaat- und Kräutererde von Neudorff drin (ca. 3 l auf 20 l). Folgende Vordüngungswerte (ganz ohne Düngung findet man ja kaum Erde im Handel): N 150 mg/l, Phosphat 120 mg/l, Kalium 400 mg/l, Magnesium 120 mg/l, Schwefel 500 mg/l. Ist das zu viel, auch wenn ich das Substrat damit nur ein wenig strecken wollte?

      Verschiedentlich lese ich immer wieder, dass auch andere Halter solche Erde z.T. benutzen, und über die Schädlichkeit wird heftig gestritten.

      Liebe Grüße
      Anton
      Schade das du so ne traurige Erfahrung gemacht hast.
      Wenn du zB bei Obi oder anderen bei den Erden suchst findet sich öfters auch Kompost für Gemüseanbau in Säcken.
      Das habe ich schon für Käferlarven und Tausis genommen .
      Etwas Kalk zugegeben Herbstlaub und morsche Äste klappte das wunderbar, andere Erden sind leider oft belastet.
      obi.de/universalerden/compo-bi…158?template=PDP&box=box3

      Hoffe dir geholfen zu haben, LG Michaela
      Hallo Anton

      Tut mir leid für das Mädel. Das muss aber nicht unbedingt an Dir gelegen haben. Manche schaffen einfach die Häutung nicht oder sterben aus welchen Gründen auch immer.
      Hast Du einen eigenen Garten?
      Von da kannst Du auch Erde nehmen, sofern Du keine Spritzmittel verwendest und mit Kompost düngst. Oder eigener Kompost, sofern Du nicht gerade Massen an gespritzten Schalen oder so reintust.
      Die Erde gibt nur Struktur. Zur Not kann man die auch ganz weglassen und dafür die Blätter und das weißfaule Holz gründlich zerkleinern, damit es schneller zu Humus wird.
      Oder im Wald mal ein bißchen buddeln.
      Beim nächsten Substratwechsel hast Du das Problem dann nicht mehr, weil Du eigenen Humus im Terrarium hast.

      Liebe Grüße,
      Sabine
      Liebe Michaela, liebe Sabine,

      vielen Dank für Eure Tipps. Inzwischen habe ich Komposterde gekauft, nochmal etwas Walderde geholt und mit jedem Substratwechsel lagert sich mehr Humus an.

      Mein Dilemma ist nun dies: Soll ich sofort wieder einen kompletten Substratwechsel vornehmen, eine weitere Häutungsstörung riskieren, oder ein paar Wochen abwarten und den Tausis eine nicht allzu riskante Ruhe gönnen? Oder sind die oben angegebenen Werte so hoch, dass Ihr sagen würdet: Es geht um Leben und Tod! Die Erde ist pestizidfrei, ich habe mich bei der Firma und beim NABU erkundigt (Naturschutzbund, hat eine Kooperation mit u.a. dieser Gartenfirma und empfiehlt diese Erde, halt für den Garten, nicht für Terrarien). Sie ist vielleicht maximal ein Viertel des Volumens (bereits das alte Substrat habe ich ja zur Hälfte wieder reingetan, da waren dann auch noch Reste des NeudoHum drin). Alles andere ist weißfaules Holz, Flake Soil, etwas Terrarienhumus zur Auflockerung, Laub aus dem Wald, Kalk.

      Immer wieder fülle ich mal an einer Ecke des Terrariums eine Hundenapfladung Substratgemisch ein.

      Vermutlich möchte jeder von uns dann und wann einen Anfang nochmal machen, und dann mit der inzwischen gesammelten Erfahrung. Ein solches Zurück gibt es meist nicht. Würde ich mein Terra nochmal ganz neu einrichten, würde ich die Erde von NEudorff trotz ihrer guten ökologischen Empfehlungen (kein Torfraubbau!) vorsichtshalber nicht mehr verwenden, sondern den Gartenkompost und Walderde. Aber nach einer Woche noch ein drittes Mal alles rausräumen... Müsste das wirklich sein? Wenn die Erde ohnehin nur die Struktur gibt, werden doch auch die genannten Nährstoffe nicht in schädigender Menge gefressen, oder?

      Liebe Grüße
      Anton
      Hallo Anton

      Ich kann Dir leider nicht helfen bei dieser Entscheidung.
      Einerseits macht ein Substratwechsel in so kurzen Abständen sicherlich Stress für die Tiere und die Häutungsproblematik ist natürlich auch noch da.
      Andererseits ich weiß auch nicht. Ich glaube jetzt nicht, dass der Dünger unbedingt gefressen wird aber möglicherweise könnte er auch über den Körper aufgenommen werden?

      Vielleicht kann einer der Erfahrerernen helfen?

      Liebe Grüße,
      Sabine
      So, jetzt habe ich alles nochmal gewechselt, lieber auf Nummer sicher gehen und für alle Zeit Ruhe haben. Die zwei kleinen Spirostreptus von neulich waren noch da, sie sahen wohlbehalten aus, der größere ist in der Transportbox rumgekrochen, der kleinere zu einer Spirale zusammengerollt. Ich habe beide vorsichtig wieder ins Substrat gebettet. Jetzt nenne ich sie Hänsel und Gretel.

      Zwei Spirostreptus spurlos verschwunden, das neue Spiropoeus-fischeri-Weibchen gestorben, das sind natürlich schon viele Rückschläge auf einmal. Aber das lässt sich nicht mehr ändern. Aus dem Substrat dürfte ich jetzt alle Gefahren entfernt haben. Setze ich eben zwei neue kleine Spirostreptus dazu, und meine große Spiropoeus-Dame Shadow bekommt hoffentlich eh bald einen Partner.

      Die Einschätzungen zu den oben angegebenen Düngerwerten würden mich trotzdem interessieren.

      Danke und liebe Grüße
      Anton