Wissenschaftliche Namen hin oder her....

      Wir wissen jetzt aber,wie Colossobolus sp. aussehen müssen. Damit kann man die ganzen bisher im Handel so bezeichneten, wie Thomas oben sagt, als falsch benannt ablegen.

      Der C.litoralis erinnert mich im gesamten Habitus und in der Färbung sehr an den Crurifarcimen vagans. Könnte man glatt verwechseln.

      @'Thomas: Danke für den Artikel :)

      Gruß, Sol :wink:
      Ich bin in der Diplopodenhaltung ja neu..... Mir ist aber auch aufgefallen, dass es sehr oft spec. heißt, von spec.1 bis spec.6

      Was ich aber krass finde ist, wie das bei den Garnelen abgeht. Gerade weil Hofrat schrieb, viele Garnelenarten sind innerartlich bereits im Phänotyp sehr variabel, ohne selektive Zucht. Das kenne ich z.B. von meinen Cepaea nemoralis (Hain-Bänderschnecke), die ohne selektive Zucht, alle möglichen Muster und Färbungen haben kann, von Natur aus. Wenn es dann noch dazu kommt, dass viele Garnelen sich auch artfremd paaren können, also Hybriden zeugen.... Na dann gute Nacht.

      Ich kann nur sagen, dass ich auch einige Mantiden besitze und auch dort schon länger in der haltung tätig bin, als bei den Diplopoden. Und das dort die genaue Artbestimmung bei vielen tollen Tieren einfach nicht vorwärts geht (selbst bei Nachzuchten, also wo Tiere der selben Art bereits in Deutschland über mehrere Generationen zur Zucht eingesetzt werden) , z.B. habe ich Hierodula majuscula (bestimmte Art), Blepharopsis mendica (bestimmte Art) und dann gehts los.... Parasphendale spec. IGM 264 (seit längerem in Deutschland in Zucht, ich mein Mantiden bekommen ja auch nicht gerade wenig Nachwuchs....). Auf diese IGM-Bezeichnug trifft man häufiger, wobei ich mich damit noch nicht weiter befasst habe, es ist wohl eine vorläufige Bezeichnung, der unbestimmten Art durch Nummerierung, warum gerade 264 (es wird wohl keine Parasphendale spec. IGM von 1-264 geben, also warum 264??).

      Weiter geht es mit Sphodromantis spec. "Kamerun" (und meine sieht völlig anders aus im adulten Stadium als sie sollte... Allerdings besser :D , trotzdem kacke, also prinzipiell).

      Wo sich einige Mantiden-"Spezialisten" (ob nun selbsternannte oder wirkliche Kenner sei dahin gestellt) aber Mühe geben, ist bei der in Deutschland in Zucht befindlichen Rhombodera megaera (eine beliebte, da sehr große Mantide). Ursprünglich wohl von 2 Züchtern aus dem Urlaub mitgebracht (als Oothek) bekamen die Tiere erst den Namen Rhombodera spec. "Stinker", der Name Stinker rührt daher, (hat mir eine andere Züchterin erzählt), dass ebenfalls ein sogenannter "Experte" (vielleicht war es wirklich einer), ein totes, adultes Tier aus dieser ersten Aufzucht vor sich hatte zur Bestimmung, welches aber schon halb verwest war und darum der Name "Stinker".....

      Weitere Leute machten sich an die Bestimmung. Dann hieß es auf einmal Rhombodera cf. megaera, wie Hofrat schon schrieb cf. (= conferre, schaut aus wie..), das cf. wird hier zwischen Gattungs- und Artname eingefügt (was ich persönlich nicht richtig finde, es bleibt eine Rhombodera spec. in jedem Fall ob mit cf. oder nicht.

      Jedenfalls seit der letzten Terraristika, oder war es die davor?? Jedenfalls sagten mir da die Züchter der ersten Rhombodera megaera in Deutschland (soweit ich weiß), dass irgend so ein Mantiden-Guru (mir nicht bekannt, will also nichts schlechtes oder gutes über den Mann sagen), die Rhombodera cf. megaera jetzt doch als Rhombodera megaera beschrieben und auch bestimmt hat. Wobei eine andere, mir etwas näher bekannte Züchterin aber sagte "Alles schön und gut, aber ich sag dir, es ist keine Rhombodera megaera!".... Wie auch immer ich habe nun ein adultes Weibchen zu Hause. Schönes Tier, länger als eine Hierodula majuscula, aber proportional nicht kräftiger, was entweder bedeutet, ich habe kein so kräftiges Exemplar oder aber es handelt sich wirklich nicht um eine Rhombodera megaera, da diese nicht nur größer, sondern proportional auch so ein Brummer sein sollte. Allerdings hatten die Züchter, von denen ich das Tier habe, ebenfalls als Schautiere auf der Börse je eine adulte H. majuscula und eine ihrer R. megaera dort und das war ein echtes Biest... Naja, hinzu kommt, keiner weiß, was da in Deutschland alles verpaart wurde, eventuell auch andere vermeintliche Rhombodera megaera!?!?! Es gibt ja auch noch die Rhombodera spec. IGM 227 (also weitere unbestimmte Art der Gattung Rhombodera, auch wenn die definitiv keine Rhombodera cf. megaera ist).

      Die R. megaera ist ein tolles Tier. Aber die H. majuscula gefällt mir trotzdem besser, das grün ist etwas satter und der deutlich aggressivere Charakter gefällt mir.

      Wobei ich festgestellt habe, dass der Jagd-Charakter nicht nur von Art zu Art verschieden ist, sondern sogar Individuell von Tier zu Tier verschieden ist. Aggressive Viecher, die ihre Beute anspringen sollen laut Züchter (Parasphendale spec. IGM 264) laufen bei mir vor ner zu großen Heuschrecke weg und sind total schissig wenn man nur das Licht anknipst, sofort Flügel hoch und Drohstellung..... Aber angebliche reine Lauerjäger, die auch angeblich nur Fluginsekten fressen (Blepharopsis mendiga) fangen Schaben die größer sind als sie selber.... Also viel Gerede.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Tritium_biloba“ ()