Posts by ThomasW

    Hallo,

    da ich jetzt bei beiden in der Haltung befindlichen Arten, die kleinen schwarz-weißen B. siamensis und die doppelt so großen Benoitolus sp. "Khao Sok" etwa 2 Jahre nach Haltungsbeginn sehr viel (an die 1000) Nachwuchs habe/hatte, wollte ich einmal ganz kurz kleine Tipps diese einfach zu haltenden und züchtenden Arten zu geben.

    Es sind ungewöhnlich lange Spirobolida, die ungewöhnlich gut klettern können. Sie leben in Thailand wohl auch auf Bäumen und dort in humosen, feuchten Blattachseln und Baumlöchern.


    Ich halte die Tiere bei Zimmertemperatur (18-28) Grad in 25 Liter IKEA Boxen mit 4 Löchern im Deckel. Meine Haltung ist sehr feucht, auf eine relativ dünne Erd-Sand Muschelkalksubstratschicht. Daraufhin kommt eine fast bis zum Deckel gehende sehr nasse Schicht Laubstreu, die schon sehr weich und schwarz ist und etwa 2/3 einnimmt. In der anderen Hälft habe ich einen großen Haufen weißfaules Holz (24 Stunden unter Wasser gesetzt und triefend nass). Äste und Rinde mit Flechten wird binnen kurzer Zeit komplett abgeweidet. Zugefüttert wird mit viel FIschfutter und Gurke, jeweils so viel wie am nächsten Tag aufgefressen ist. Generationszeit ist etwas länger als ein Jahr, ich habe also jetzt schon die zweite Generation.


    Achja, eventuell ist die KhaoSok Population etwas ingezüchtet, ich hatte einige Albinos.

    So, kurzes Update, zumindest die ersten Männchen sind jetzt nach etwas über 2 Jahren Adult. Die Tiere in der großen Massenbox (waren mehrere hundert Jungtiere) sind allerdings noch deutlich kleiner und brauchen wohl noch ein Jahr.

    Die Adulti sind jetzt auc hfast ständig an der Oberfläche und legen Erdgänge an in die sie sich zurückziehen. Flechten werden jetzt besonders intensiv abgenagt.

    Hallo,

    nochmal ein Mini-Update: Ich habe eine IKEA Box neu gemacht (Substrat verbraucht, irgendwie Asseln eingeschleppt). Irgnedwann muss ich da wohl 5 meiner 1000 Weißfuß-Jungtiere eingeschleppt haben. Drei davon sind jetzt tatsächlich Adult oder fast und haben ungefähr die Größe der Elterntiere erreicht.

    In den Boxen mit den 50, 100 und 350 Tieren sind die Tiere dagegen bislang erst 6-9 cm lang und noch nicht Adult. Die werden sicher noch ein Jahr oderso brauchen. ALso, je nach Bestatzdichte 2-3 Jahre Entwicklungszeit. Schafe und Kühe entwickeln sich schneller...

    Ich habe ja schon oft Tausendfüßer in tropischen Regenwäldern gesammelt. Ich den Primärwäldern sind die äußerst schweirig zu finden. (In Trocken oder Saisionalwäldern dagegen gibt es zur richtigen ZEit Massen). Kein Vergleich zu hier: Wühle ich 1h den Wald um finde ich immer 5-10 Tiere. Da kann man schonmal 4-5 Stunden nichts anderes machen als suchen und findet vielleicht nur 2-3 Tiere. Das ist da schon eine Motivationsfrage immer weiter zu wühlen. Einfacher ist es in der Dämmerung und ganz früh am Morgen, da laufen die noch rum. Zu der ZEit ist es aber schweirig in den Wald zu kommen.

    Anyway - Jungtiere finde ich meistens nur an ganz bestimmten Stellen: in riesigen Totholzhaufen bestehend aus Resten eines gefällten Baumes; hohlen 'Pandanusstämmen (eine Art PAlme, innen sind die weich und dann schon komplett mit Kotpellets gefüllt); Senken in denen sich ganz besonders tiefe Schichten Laubstreu ansammeln; Baumfarnen oder mit Laub gefüllten Astgabeln/Palmwedeln; mit LAub bedeckte und teilwese flach überwachsene große Steine (>2 Meter).

    Viel besser ist es an Straßenrändern - da sammelt sich oft Laubstreu zwischen Asphalt und Waldbeginn - meistens gute Fundorte.

    Nochmal ein Update nach 1 3/4 Jahren:

    Besondere Ausfälle gab es nicht, jedoch versumpft der Boden recht leicht durch die 2 Schlangengurken welche in jedem Becken täglich weggefuttert werden. Anders als bei den Schwarzfüßen sind die Tiere jedoch tagsüber fast nie zu sehen. Viele Tiere häuten oder ruhen in den total versumpften Ecken. Das Wachstum ist jetzt immernoch sehr langsam. Die Tiere sind erst bei der 1/3 bis 1/2 der Größe der Erwachsenen die ich bekommen habe.

    Vielleicht habe ich einen leichten Überbesatz der das Wachstum etwas hemmt - allerdings konnte ich noch keine Fehlbildungen o.ä. feststellen.

    Eventuell machen die Tiere eine Ruhepause (Trockenzeit in der Heimat?). Ähnliches konnte ich bei Sechelleptus pyrhozonus beobachten. DIe machne bei mir auch seit 3 Jahren nichts, leben aber noch.

    Hallo Karolo,

    genau Bilingulus, gibt nur eine Art bislang und überhaupt nur zwei Artikel die ich finden konnte. Die relativ wenigen Ommatidien in den Augen deuten auch auf eine mehr unterirdische lEbensweise hin. Vielleicht deswegen auch die Körperlänge, dann gibt es mehr Beine und mehr Kraft beim durchstemmen durch den Boden.


    Der Originalimporteur hat noch welche, es scheint also eine nicht besonders sensible Art zu sein was die Haltung angeht. Wie und ob sie sich vermehrt - das wäre ja dann interessant zu sehen.


    Viele Grüße

    -Thomas

    Hallo Karola,

    ich konnte die Tiere anhand des von Phili erhaltenem Männchens bestimmen. Es sind Cambalidea der Gattung Bilingulus aus China. Die einzige bekannte Art der Gattung wurde aus südchinesischen Höhlen beschrieben, wobei dort schon angemerkt wurde dass die Tiere sicherlich auch auf der Oberfläche zu finden sind. Was ja zu einer im Zoohandel zu findenen Art auch besser passen würde.


    Viele Grüße

    -Thomas W

    Nochmal ein kurzes Update:

    Nachdem ich insgesamt 200 Tiere abgeben und jeweils 50 in andere Boxen umgesetzt habe damit es zu keinem Überbesatz kommt, habe ich gestern ein Umsetzen und Zählen beschlossen, da in der Box der gesamte Boden mit der Asselart Nagurus cristatus besetzt war und sämtliches Futter nach einem Tag verschwand, selbst eine ganze geschälte Schlangengurke.

    Die Tiere sind jetzt etwa 4-9 cm lang und recht hübsch gefärbt. Der Schock: neben 5-6 Tieren die ich leider verletzt habe oder Entwicklungsfehler hatten, waren knapp über 700 Tiere in der Box.

    Es gab also sehr wenige Ausfälle. Da ich eine weitere Box nicht kontrolliert habe konnte ich also über 1.000 Jungtiere von 2 Zuchtweibchen über die kritische Phase bringen.

    Überraschen: ein Teil der Box war verschlammt und roch nach Klärschlamm - hier waren besonders viele Nachwuchstiere eingegraben. Ich würde den Tieren also eine "Schlammecke" zur Verfügung stellen. Verpilzungen gab es nur bei einem der 700 Tiere. Eigentlich halte ich die Art mit ihrer besonderen Oberfläche und gelblichen Färbung für einen Bewohner der laubabwerfenden Trockenwälder. Dazu könnte passen dass die Tiere zur Häutung teilweise einen Erdkokon bilden. Eventuell wird hier in der Natur auch eine Ruhephase durchgezogen.

    Dem Wachstum nach sind die Tiere in dauerfeuchter Haltung dann wohl nach 2-3 Jahren Adult. Vielleicht mögen es ja auch Trockenwald-Tausendfüßer feucht. Es sind immer viele Tiere in der Häutung, eventuell dauert die Häutungsphase mehrere Wochen.


    Ähnlich wie bei den Centrobolus werden Äste sehr gerne abgeweidet, aber mehr über Nacht.

    Gefressen wird alles, sogar Möhre und Süßkartoffel. Weißfaules Holz erstaunlicherweise so gut wie garnicht.

    Zusammen mit den sp. 6 Schwarzfüßen läßt sich hier hoffentlich eine weitere hübsche Art im Hobby etablieren.


    Viele Grüße

    -Thomas

    Da ich eingeschleppte Hundertfüßer, Asseln und Regenwürmer als eine Pest ansehe, die mir bei Spirobolida schon einige Zuchten gekostet hat friere ich jetzt jegliches Substrat für 14 Tage bei -20 Grad ein.

    Zumindest im Rheinland überleben das kleinere Bodenarthropoden.

    Hallo,

    im Museum lassen wir Tausendfüßer über die Hände von Kindern laufen. In all den Jahren die einzige Art welche wirklich niemals Wehrsekret abgegeben hat ist Spiropoeus fischeri. Alle anderen sind, wenn man sie drückt nicht zimperlich.

    Bei den S. fisheri musst Du aufpassen. DIe haben nie rote Beine. Andere Arten werden im Handel unter dem Namen verkauft, unter anderem eine Archispirostreptus Art mit roten Beinen. DIese gibt Wehrsekret ab.

    Kurz ein kleines Update:

    Die Tiere sind jetzt zwischen 2 und 6 cm groß, schlanker als die Schwarzfüße und in der Färbung recht variabel (eventuell je nach Häutungszustand).

    Ich habe 130 Tiere abgegeben, dennoch schätze ich den Bestand noch auf über 200. Es wird unglaublich viel gefressen, jeden Tag (!) eine halbe Schlangengurke, ebenfalls Möhren, Süßkartoffel, sogar Walnüsse. Zersetztes Laubstreu und nach dem Sturm jetzt mit Flechten besetzte Äste sind jeden Tag komplett abgeweidet.


    Ein großes Problem ist dass die unteren 15 cm nur noch aus versumpftem Tausendfüßerkot bestehen. Es häuten sich jedoch so viele Tiere in diesem Schlamm, das slebst kleine Versuche eines Austausches 5-6 Tieren das Leben gekostet haben. Ich habe dort jetzt "Löcher" ausgegraben (auch mit Verlusten..) und diese mit weißfaulen Holzschnipseln gefüllt mit der Hoffnung dass diese den Boden ein wenig entwässern. Nunja, eventuell war der vernässte Boden ja auch der Grund für das heranwachsen so vieler Jungtiere... Ich habe jedoch deswegen etwas Angst vor Foot-rot, noch konnte ich jedoch nichts feststellen. Ausfälle gab es nur eine handvoll bei einigen deutlich keineren Tieren, diese waren teilweise vermilbt. Eine Anzahl von Tieren habe ich umgesetzt in trockenere Boxen, dies scheint denen nicht so gut zu bekommen.


    Die Erwachsenen sind mittlerweile alle verstorben.


    Viele Grüße

    -Thomas

    Hallo,

    dann noch ein letzter Tip:

    Hier Infos zum habitat und Klima: http://www.cameron-highland-de…ands-climate-weather.html

    http://www.cameron-highland-de…r_temperature_921x600.gif

    D.h. nachts 15-16, tagsüber 20-24 Grad. Ab Juni kühler und leichte Trockenzeit. Dann verschwinden die Kugler vermutlich bis September zum häuten. Dürfte für Dich die erste Hürde werden ob sie dafür genug Energiereserven haben.


    Wie Du sicher schon gelesen hast sollten die Kugler permanent fressen oder ruhen. Langes hin-und herlaufen deutet darauf hin dass es nicht zu fressen gibt.

    Achja, beim EInkuglen geht unglaublich viel Energie verloren und es ist sicherlich stressig für die Tiere, ich würde sie also möglichst viel in Ruhe lassen.

    Ok, ist es die schwarz/weiße oder die braune-dunkelgrüne kleinere Art?

    Beide kommen aus dem Cameroon Highlands und sind da auch aus einem Hotelgarten bekannt. Das Klima dort kann man Googeln.

    Haltungserfolge waren, naja, eher suboptimal. Ein Tier hat es bei mir im Keller 8 Monate geschafft - die Frage ist ob es dort einfach langsamer verhungert ist.


    Also, eine wichtige Zusatznahrungsquelle sind mit Bakterienrasen und Moos überwachsene Baumstämme oder große Rindenstücke - die müßte man aber wohl täglich wechseln.

    Eichen- und Buchelaub ist so ziemlich das schlechteste Laub was Du nehmen kannnst. Es dauert Jahre bis es aufschließbar ist und das C:N verhältnis ist mies. Du benötigst eigentlich Luab welches jetzt unsere Einheimischen Streuzersetzer schon aufgefressen haben da es so gut ist. Eschenlaub, Schwarzerlenlaub ist das Beste. Hasellaub, Ahorn- Birkenlaub, Hainbuchenlaub geht auch. Zur Not auch Eßkastanienlaub.

    Eventuell ahst Du auf Schulhöfen Glück dass es da noch nicht gekehrte Ecken jetzt matschigem Laubs direkt auf dem Steinboden gibt. Das ist jetzt aber voller schädlicher Tiere - also eine Woche in die Tiefkühltruhe oder Backofen.


    Alles Glück dieser Welt, Du wirst es brauchen.

    Also, die reifen Männchen machen bei den Odontopygidae nur eine Saison mit. D.h. die suchen jetzt Weibchen, sobald die Luftfeuchtigkeit stimmt dass die nicht vertrocken ist alles weitere was mit dem Überleben zu tun hat wie Fressen usw, ist dann zweitrangig.

    Das die Tiere kaum an Zusatzfutter gehen deutet darauf hin das wir es hier mit Tieren zu tun haben die mehr auf Totholz und Laubstreu gehen. Allerdings fressen SPirostreptida normalerweise hochwertigeres Futter, nur LAubstreu hat da eventuell nicht die richtige Energie....

    Wünsche Euch viel Glück, vielleicht ein wenig experimentieren, mal einen Pferdeapfel...

    Hallo Karola,

    der Dorn an den Analklappen zeugt das es ein Odontopygidae ist, kein Spirostreptidae wie Dendrostreptus.

    Anders als die häufig leichter zu haltenen Arten der Spirostreptidae klappt es mit den Odntopygidae irgendwie nie. Wünsche Dir da viel Glück. Es kann sein dass die Odontypigidae ökologisch anders sind, eventuell weniger Oberflächen-aktiv, mehr Streufresser??


    Viele Grüße#

    -Thomas