Posts by solaris195

    Das ist durchaus möglich.
    Obwohl es andererseits nicht so wahrscheinlich ist, wenn die Arten im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommen. Denn dann müssten schon längst Vermischungen der Gene passiert sein. Man müsste da schon verschiedene Variationen vorfinden.

    Aber wenn die Gonopoden passen können sie sich ja paaren, und wenn dann der Nachwuchs auch wieder fruchtbar wäre, wäre das der Beweis. :thumbup:
    Die zweite Möglichkeit, du entnimmst den (toten) Tieren jeweils ein Bein und schickst sie einem der wissenschaftlich Tätigen in unserem Forum zur DNA-Analyse.

    Ich persönlich würde immer die erste, klassische Variante bevorzugen, da es sehr schwer ist jemand zu finden, der sich mit der DNA-Analyse auskennt.

    Pheromone


    Wie funktioniert die Partnersuche mit Hilfe der Pheromone bei Diplopoden?


    Schaut man sich die Vorgänge bei den Insekten an, z.B. (Atlasseiden-) Spinner, da gibt das Weibchen die Pheromone mit Hilfe eines „Pheromonpinsels“ in die Luft. Dort verteilen sich diese Stoffe in der Umgebung, und zwar in alle Richtungen bei Windstille. Dabei nimmt ihre Dichte (Teilchen pro Liter Luft) mit der Entfernung d ab und zwar proportional 1/d2, bedingt durch den Raumwinkel Omega.

    Das Männchen findet das Weibchen indem es immer in Richtung der größten Zunahme der Pheromondichte fliegt. Diese Richtung heißt in der Feldtheorie der Gradient der Pheromondichte. So lange, bis es unmittelbar in der Nähe der Partnerin ist, da orientiert sich der Falter dann optisch und taktil und es erfolgt eine Paarung.


    Bei den Diplopoden sieht es so ähnlich aus nur verteilen sich hier die Pheromone proportional nach einem Wert, der zwischen 1/d2 und 1/d liegt, da sich das Weibchen ja auf der Erde befindet und von hier verteilen sich die Lockstoffe ja hauptsächlich nur in der Luft oberhalb des Substrates.

    Das Männchen sucht das Weibchen, genau wie der Falter, in Richtung der größten Zunahme der Pheromondichte. Hierzu benützt es seine beweglichen Antennen um die Richtung zu ermitteln, genau wie der Falter. Da das Männchen ja nicht fliegen kann, ist die Suche auf die nähere Umgebung beschränkt. Wenn die Pheromondichte einen entsprechenden Wert hat, beginnt das Männchen auf taktilem und olfaktorischem Weg das Weibchen zu suchen, bei Erfolg findet dann die Paarung statt.

    So läuft das etwa in der freien Natur ab.


    Wie sieht das nun im Terrarium, einem relativ abgeschlossenen Raum, aus?

    Hier befinden sich meistens mehrere Weibchen, von denen eines oder mehrere paarungsbereit sind, so dass die Pheromone schnell gleichmäßig in der Terrarienluft verteilt sind und die Pheromondichte überall sehr hoch ist.

    Das Männchen hat nun das Problem, die richtige Partnerin zu finden, da seine Suche entlang dem Gradienten wegen der gleichmäßigen Verteilung nicht funktioniert. Es probiert also sein Glück auf taktile Weise bei dem nächsten Artgenossen durch Annäherung und Abtasten und schließlich versuchter Paarung.

    Hält man nun mehrere Arten in dem Becken, so versucht zwangsläufig das Männchen sein Glück bei dem nächst besten Diplopoden, was dann häufig zu Fehlversuchen und Fehlpaarungen führt.

    Da die Paarungsaktivität von Art zu Art recht unterschiedlich aggressiv verlaufen kann, ergeben sich oft recht aggressive Versuche.

    Meistens werden diese Fehlversuche vom Halter völlig falsch interpretiert, da er ja nicht sieht, warum das Männchen das macht.


    Was kann man dagegen unternehmen?


    Man muss das Becken kräftig belüften, also Luftaustausch, so dass die Verteilung der Pheromone wieder verdünnt ist, dann findet das Männchen die Partnerin auch wieder.

    Luftaustausch erreicht man auch mit einer Sprühflasche, durch intensives Besprühen.


    Empfehlenswert ist also bei adulten Diplopoden die Haltung der Tiere in einem Becken mit Tieren der gleichen Art.


    1. Der optische Sinn: Diplopoden besitzen ein Augenfeld, das aus mehreren Ocellen besteht, womit die Tiere nur hell-dunkel und Bewegungen sehen können. Sie können damit keine Tiere der eigenen Art von Diplopoden einer anderen Art unterscheiden, egal wie unterschiedlich sie gefärbt sind!

    2. Der taktile Sinn: Mit den meist haarförmig ausgebildeten Mechanorezeptoren, die über den ganzen Körper verteilt sind, sich aber gehäuft an den Antennen befinden, können die Tiere ihre Umwelt ertasten, sowie auf Berühren reagieren und Luftbewegungen (z.B. Schallwellen) empfangen.

    3. Der Geschmackssinn: Die Rezeptoren für den Geschmack (Chemorezeptoren) befinden sich am Kopf im Bereich der Nahrungsaufnahme (Gnathochilarium, Labrum) und an den Antennen.

    4. Der Geruchssinn ist sicher der wichtigste Sinn für den Diplopoden. Er dient der Orientierung innerhalb seines Lebensraumes und das Tier findet mit dem Geruchssinn Nahrung und kann auch differenzieren, welche Nahrung das ist.
      Es kann z.B. außerdem feststellen, ob es sich zusammen mit Artgenossen in einem Artterrarium befindet, oder noch mit anderen Arten gemischt in einem Gemeinschaftsbecken. Da alle Diplopoden sich in einer Umhüllung aus Wehrsekret, das sich von Art zu Art unterscheidet, befinden, unterscheidet sich der Geruch der einzelnen Tiere eben auch von Art zu Art.

      Das Männchen empfängt auch mit seinen Antennen auf olfaktorischem Weg die Pheromone der Weibchen und findet letztere auch über größere Entfernungen.

    5. Im eingerollten Ruhezustand dürfte vor allem das „Tömösvárysche Organ“ aktiv sein mit einer Kombination aus Mechanorezeptoren für Druck- und Schallwellen und Feuchterezeptoren, so dass das Tier im Ruhezustand immer die notwendigen, lebenswichtigen Umgebungsinformationen erhält.

    Bei A. gigas bin ich immer kritisch, weil mittlerweile jede Menge Archispirostreptus tumuliporus als A. gigas unterwegs sind.
    Da sind wir vor 2 1/2 Jahren auf einen Halter reingefallen. Der hat da geschrieben wie einfach seine A.gigas nachzuzüchten sind und wie schnell sie wachsen. Dann hat er seinen kompletten Nachwuchs vertickt als A. gigas Nachzuchten und auf Nachfrage nach einiger Zeit ein Bild seines Männchens, das gerade gestorben war, eingestellt und ... es war ein A. tumuliporus den er hatte. Da rerst wurde uns klar, dass jetzt die ganzen Nachwuchs- A.gigas gar keine A.gigas waren. Sowas ist natürlich besonders ärgerlich, weil die Abnehmer das nicht wissen, wenn sie nicht im Forum sind.

    Das "Weibchen" hat ja ein komplett rotes Collum, beim "Männchen" kann man das nicht sehen.


    Zur Bestimmung sollte man den Kopf von der Seite sehen und auch das Hinterteil.

    Ist übrigens mein Archispirostreptus gigas Webchen

    Diese Tiere, die du da fotografiert hast sind auf keinen Fall Archispirostreptus gigas, gehören noch nicht mal zu der Gattung Archispirostreptus.

    Dies ist der Grund, warum ich alle Halter darum bitte, Bilder einzustellen.
    Wir möchten vermeiden, dass die Halter falsche Bezeichnungen für die Tiere benutzen, weil das dazu führt, dass man falsche Haltungsangaben beschreibt.

    Denke schon dass es ein Diplopodenei ist. Das kann schon immer mal passieren, dass die "unterirdischen" Eier bei Erdbewegungen durch die Tiere wieder an die Oberfläche kommen.

    Wenn du Lust hast, kannst du das Ei auf feuchtes Substrat in eine Petrischale legen und beobachten, was passiert.

    Du kannst es natürlich auch wieder ins Substrat eingraben.

    Unser Mitglied Klaus hat mal das Laub im Wald mit einem Federbesen zusammen gerecht. Auf die Fragen von Passanten, "was er da mache", meinte er, "das sieht man doch, ich mache den Wald sauber" :)

    Ich habe mal den Förster gefragt, ob man eine Tüte voll Laub und Holz mitnehmen darf, da meinte er, so lange es nicht viel mehr ist, ist das kein Problem. Also gehe ich dann lieber öfters.

    Genau Sabine, ich könnte also nicht direkt korrigieren.

    Ihr müsstet mir die Beiträge per PN schicken und ich die lesen und dann freigeben. Ich denke, das wird schwierig, aber wir können das ja mal probieren.
    Wir könnten dann das FAQ wie beim Paarungsthread benutzen, dann würden die neuesten immer oben stehen und die Beiträge eben aktuell sein.


    Dieser Beitrag von Basti gehört schon nicht zu den FAQ sondern in die Abteilung "Erfahrungsberichte", die existiert ja auch schon. :)

    Quote

    Jessica

    Das mit den Mardonius spec Cameroon red leg ist noch schwieriger für mich 🤷‍♀️

    Wo/wie soll ich denn jetzt raus finden wie die Art korrekt heißt wenn ich sie nur unter dieser Bezeichnung finde 🤔

    Vielleicht kann mir ja auch dazu jemand hier den korrekten Namen sagen damit ich sie zukünftig richtig benennen kann.

    Wäre mir natürlich sehr wichtig die Tiere bei ihrem richtigen Namen bzw der richtigen Art zu nennen!

    Wenn die "Mardonius spec. Cameroon red leg" die schwarzen Tiere sind mit den rotbraunen Beinen und der rotbraunen Gesichtsmaske, dann denke ich handelt es sich um die Art "Archispirostreptus tumuliporus".
    Es wäre aber schön, wenn du vom Kopf noch Bilder machen könntest.

    Bilder eurer Tiere sind nicht nur als Darstellung eurer Terrarien wichtig, sondern auch um die Arten zu bestimmen, falls es geht.

    Leider ist es so, dass die Händler alles was groß und dunkelbraun ist, fälschlicherweise als A.gigas bezeichnen.
    Da aber viele dieser Arten noch unbestimmt sind, ist es notwendig, dass man wenigstens die bereits bestimmten Arten auch mit ihrem richtigen Namen benennt.

    Es wäre schön, wenn ihr von den "A.gigas", die ihr habt zur eventuellen Bestimmung Bilder einstellt:
    1. Das ganze Tier
    2. Seitliche Aufnahme vom Kopf, damit man das Collum (Kopfschild) sieht
    3. Seitliche Aufnahme vom Hinterteil, damit man das Telson (Analsegment) sieht

    möglichst scharf :)