Archispirostreptus gigas seit mehreren Tagen nicht aktiv

  • Liebe Tausendfüßer-Freunde,


    Ich bitte um Rat: Wir haben nun seit etwa einer Woche zwei Exemplare von Archispirostreptus gigas bei uns (bestellt von der Seite interaquaristik.de) und ich mache mir Sorgen, dass wir irgendetwas falsch machen! Die Tiere sind ca. 10-15 cm lang. In den ersten Tagen haben sie sich ab und zu blicken lassen, teilweise sogar tagsüber. Seit ca. drei Tagen habe ich sie aber überhaupt nicht mehr außerhalb ihrer Höhle gesehen. Das Terrarium steht in meinem Zimmer, ich sollte also mitbekommen, wenn sie sich rauswagen. Ich habe heute mal die Rinde angehoben unter der sie sich verstecken, sie leben immerhin noch... Kann es normal für die Tiere sein, dass sie mehrere Tage am Stück nicht aktiv sind, oder ist es ein Zeichen dafür, dass etwas gründlich schief läuft? Vielleicht haben sie sich ja einfach noch nicht richtig an ihre neue Umgebung gewöhnt? Ich habe auch gelesen, dass Tausendfüßer zu Häutungszwecken teilweise wochenlang unter der Erde bleiben (?) aber ich denke es ist unwahrscheinlich, dass beide Tiere gleichzeitig diesen Prozess durchmachen... Dazu muss ich sagen dass ich im Moment abends viel zu tun habe und oft die halbe Nacht meine Schreibtischlampe brennt. Muss es völlig dunkel sein, damit die Tiere aktiv werden? Wie empfindlich reagieren die Tiere auf indirekte Lichtquellen? Sonderlich hell ist die Lampe nicht, und sie ist natürlich auch nicht in Richtung des Terrariums gerichtet... Gibt es irgend etwas anderes auf das ich achten muss? Das Terrarium ist mmn entsprechend den Vorgaben dieser Seite eingerichtet: ca. 15 cm Substrathöhe, bestehend aus: Erde aus einem Buchenwald, Vogelsand, weißfaulem Holz und Buchenwaldlaub, dazu Moos und Kletter-/ Versteckmöglichkeiten. Wir sprühen das Terrarium regelmäßig mit Wasser aus um die Luftfeuchtigkeit zu erhalten. Künstlich beheizt ist das Terrarium nicht, aber ich habe darauf geachtet, dass es im Zimmer immer warm ist (ehrlich gesagt fürchte ich mich schon fast vor meiner nächsten Heizrechnung...). Wir haben Gurken, Kartoffeln, Fischfutter und Champignons als Futter angeboten. Bis auf die Gurken wurde bisher alles verschmäht da sie sich wie gesagt nicht wirklich aus ihrer Behausung trauen... Ich hoffe jemand hier kann einige meiner Fragen beantworten, die Tiere sind wirklich niedlich und ich möchte natürlich dass sie ihr bestmögliches Leben bei uns verbringen :(

  • Hallo und willkommen im Forum.
    Wenn du dein Substrat nach unserer Anleitung gesammelt hast, gibt es keinen Grund für die Tiere an der Oberfläche zu erscheinen. Diplopoden ernähren sich vom Substrat und Jungtiere erscheinen nur an der Oberfläche, wenn das Substrat verbraucht ist.

    Es wäre umgekehrt problematisch, wenn sich die Tiere NICHT eingraben, da sie dann auf der Suche nach Nahrung an der Oberfläche rumlaufen. Da ich davon ausgehe, dass deine Tiere Importtiere sind, kann es sein, dass sie überhaupt keine Zusatznahrung annehmen.

    Ich habe Becken mit ca 20 Jungtieren, von denen ich kein einziges an der Oberfläche sehe. Erst wenn sie erwachsen sind, oder eben hungrig kommen sie an die Oberfläche.
    Also, entspanne dich und achte auf ordentliches Substrat, dann kann nichts schiefgehen. Zu oft sprühen ist nicht sinnvoll, denn an den Plätzen unter Rinden oder im Substrat ist ohnehin die rLF (relative Luftfeuchte) über 90%. :)


    Bilder der Tiere wären auch sinnvoll, dann wüsste man, ob es sich tatsächlich um die angegebene Art handelt.

  • Heyho!

    Meine Ophistreptus guineensis Dame hat sich Anfangs auch nur selten an der Oberfläche gezeigt, mittlerweile hör ich sie nur Nachts wenn sie irgendwo rumknabbert oder manchmal ist sie auch noch Morgens unterwegs. Aber sobald das Licht an ist, zieht sie sich zurück.

    Mach dir nicht zu viele Sorgen. (:


    Liebe Grüße,

    Lini

  • Hallo Vee,


    solche Gefühle kommen einem Anfänger und einem besorgten Diplo-Halter immer wieder. Oft sieht man bestimmte Tiere monatelang nicht, um dann doch festzustellen, dass sie eines Tages wieder zum Vorschein kommen und es ihnen gut geht. Gerade Jungtiere, und das sind Deine der Länge nach ja noch, brauchen viel Schutz und zeigen sich entsprechend selten.

    Ein bisschen anders ist das bei meinen Centrobolus, die haben sich auch in jüngerem Alter schon oft auf den Ästen turnend gezeigt, manchmal auch tagsüber. Gigas sollen als adulte Tiere ähnlich aktiv an der Oberfläche sein, wie ich gehört habe.


    In Sachen Substratzusammensetzung hast Du sicherlich alles richtig gemacht, wie Du schreibst.


    Ich habe selbst zwei junge Tiere, sehe sie so gut wie nie an der Oberfläche und kann also nur hoffen, dass sie noch leben. Ansonsten ist es besser, sie so wenig wie möglich zu stören und zu stressen, so schwer das manchmal fällt. Bei mir sind es 28 (am oberen Glas) und 20-21 Grad Celsius am Boden. Meine Frage ins Forum: reicht das für gigas oder muss ich die Temperatur erhöhen, damit auch am Boden und unter den Verstecken mehr ankommt?


    Sol: Vielen Dank für den Tipp, nicht zu oft zu sprühen. Ich denke, wichtig ist, ein gewisses Relief an Temperatur und Feuchtigkeit zu erzeugen.


    Viel Spaß und viele Grüße

    Anton

  • Noch etwas, Vee: Wenn Du abends neben dem Terrarium am Schreibtisch arbeitest, sollte das für die Tiere kein Problem sein. Du kannst ja die lichtzugewandte Seite abends mit einem Tuch verdecken. Das muss ich bei meinem Wohnzimmerterrarium auch immer so machen. Es fällt zwar ein Lichtschimmer unten durch, aber wenn ich kurz das Tuch anhebe, sehe ich die Centros sämtlich draußen beim Fressen (fast nur weißfaule Kletteräste und Flechten, Zusatzfutter wird nur ganz selten angerührt). Also scheint es ihnen dunkel genug zu sein:).


    Mit Diplos muss man sehr viel Geduld haben und den Nerv aufbringen zu wissen, es sind Tiere, die man nicht so oft sieht.