Asseln: Trichorhrina tormentosa und Porcellio laevis

  • Hallo,


    ich habe in meinen beiden Füßlerterrarien bei Spirostreptus spec 1/Sp. fischeri und Centrobolus splendidus derzeit weiße tropische Asseln und die orangerote Zuchtform von Porcellio laevis als Bodenpolizei. Die laevis stammen aus meiner Futtertierhaltung, als ich zwei Italien-Skorpione bei mir beherbergte und später in einem natürlichen Lebensraum freiließ.


    Die P. laevis sind ja wirklich extrem vermehrungsfreudig. Verdrängen sie allmählich die weißen tropischen Asseln, wie ich leider das Gefühl habe (die frisch geschlüpften laevis sind ja auch weißlich)? Fressen die die Eier meiner Füßler weg, sodass ich trotz eifriger Paarungen seit August noch kein Anzeichen auf Nachwuchs habe? Am besten ist es wohl, die orangeroten Asseln bei einem baldigen kompletten Substratwechsel zu entfernen und abzugeben und neue Trichorhinas einzusetzen. Oder statt Asseln Springschwänzchen.


    Wer hat allgemein Erfahrungen mit Asseln in Tausendfüßlerterrarien und mit der gemeinsamen Haltung verschiedener Arten?


    Viele Grüße

    Anton

  • Generell sind Asseln Nahrungskonkurrenten.

    Bei eingeschleppten Mauerasseln und Kellerasseln (Oniscus und Porcellio) habe ich erlebt wie sich die Tiere gegenseitig bei Nahrungsmangel angefressen haben - immer nur die frisch gehäutete Körperhälfte. Bei meinen Amphibien jagen eingeschleppte Asseln regelrecht Fruchtfliegen bei der Fütterung. Bei Nahrungsmangel würden also zumindest die größeren Asseln zumindest auch Jungtiere und Eier anfressen.


    Viele Leute hier züchten Tausis erfolgreich mit Trichorhinas in der Box. Ich habe immer das Gefühl, dass es weniger Jungtiere gibt wenn weiße Asseln dabei sind. Zumindest das Fischfutter wird zu 95% von den Asseln erwischt, besonders die sehr trägen Spirobolida-Jungtiere, welche eventuell nur nachts an der Oberfläche danach suchen würden bekommen da nix mehr ab.


    Ich sehe auch einfach keinerlei Vorteile für die Tausis wenn es auch Asseln im BEcken gibt - nur potentielle Nachteile.

  • Heyho :-)

    Also ich hab in jedem Terra Trichorhinas,als Putzkolonne. Dazu noch eingeschleppte Rollasseln.

    Die vermehren sich zwar durchaus schnell allerdings habe ich bis jetzt keinerlei negative Auswirkungen miterlebt.

    Klar,die Kleinen futtern ebenfalls das Substrat,weißfaule Holz und Zusatzfutter

    -finde ich persönlich aber nicht schlimm.

    Oft gebe ich das Zusatzfutter auch erst recht spät abends ins Terra dass die eher nachtaktiven Füßer auch was abbekommen.

    Ich kann zwar nicht sagen ob sich die Anzahl der Asseln auf die Menge des Nachwuchses auswirkt da ich schon immer Asseln in den Terras habe aber letztes Jahr (und auch jetzt wieder) hatte ich sehr viel Nachwuchs von vielen Arten.

    Ist natürlich möglich dass es evtl noch eine größere Menge gewesen wäre wenn die Asseln nicht dabei gewesen wären...keine Ahnung.

    Solange die Assel- Population nicht überhand nimmt lass ich die Kleinen (und auch die größeren) in Ruhe - werden es doch Mal zu viele entferne ich sie einfach..


    LG,

    Basti

  • Hi Basti,


    danke für Deine mitgeteilten Erfahrungen. Thomas hatte mir auch schon an anderer Stelle Springschwänzchen empfohlen, die hatte ich auch ganz am Anfang mit drin, waren aber irgendwann spurlos verschwunden. Verdrängt durch die weißen Asseln?


    Basti, hältst Du auch verschiedene Füßerarten vergesellschaftet? Geht das gut? Ich denke, bei Spirostreptus spec 1 und Spiropoeus fischeri geht das ganz gut, die kommen aus ähnlichen Klimazonen (halbtrocken) und sind beide auch recht wenig anspruchsvolle Arten.


    LG

    Anton

  • Hi Anton,


    Ja,ich hab all meine Arten vergesellschaftet.

    In meinen zwei 60x50 Terras sitzen Benoitolus "Khao sok"/ Spirostreptus Gregorius und Telodeinopus aoutii/Spirostrep.sp6 weißfuß (Jungtiere) zusammen.

    Im 50x30 Terra die Sechelleptus pyrhozonus/Tonkinbolus caudulanus und im 80x50 Spirostrep.sp6 schwarzfuß, Centrobolus splendidus/Centrobolus ruber vulpinus (alle mit Nachwuchs).

    Ich könnte bis jetzt keinerlei Probleme feststellen...

    Die Tiere vermehren sich prächtig und auch sonst machen sie einen fitten Eindruck.


    LG,

    Basti

  • Hi Basti,


    braucht man große, offene Bodenflächen, damit die Tiere ihre Eier ablegen, also da, wo in der Natur die Sonne draufscheint? Wo legen denn wildlebende Spirostreptus spec 1 ihre Eier ab? Da sie in halbtrockenen Lebensräumen vorkommen, kann ich mir vorstellen, dass sie das nicht auf der offenen, ausgedörrten Piste tun, sondern eher in der Nähe von Baumwurzeln oder moderndem Astwerk, wo sich Feuchte hält. Die Kleinen brauchen ja auch was zum Essen.


    LG

    Anton

  • Hi Anton,

    Also die meisten Gelege die ich bis jetzt eher durch Zufall gefunden hab waren im hinteren Teil der Terras - dort wo sich die Bodenfeuchtigkeit besser hält da ein größeren Abstand zur Frontbelüftung gegeben ist.

    Oft in Nähe von großen,weißfaulen Holzbrocken, Rindenstücken oder unter Moos.

    Im vorderen Bereich,der auch gerne Mal etwas austrocknet, habe ich nie Gelege gefunden -man muss dazu aber auch sagen dass ich nie wirklich danach suche?


    LG

  • Hi Basti,


    der Garnelenprofi in Berlin hat mir am Telefon erklärt, dass viele Diplopodenarten ihre Eier in Erdbrocken einrollen und sie dann nicht von Kotballen zu unterscheiden sind. Oft würde die Entwicklung der Eier bis zu einem halben Jahr dauern, denn die Tiere sind in ihrem natürlichen Lebensraum an Regen- und Trockenperioden angepasst. Bei spec 1 weiß er es allerdings nicht genau.


    Mal sehen, was sich tut.


    Liebe Grüße und schöne Weihnachtsfeiertage

    Anton