Milbenbefall Brachycybe lecontii

  • Hallo zusammen,


    In der Fotogallerie habe ich ja schon meine neuste Tausendfüsser Art vorgestellt, nun ist mir leider gestern aufgefallen, dass einige von den Tausendfüsser einen Milbenbefall haben. :(

    Ich bin mir recht sicher, dass dies erst kürzlich der Fall ist, ich habe also keine Milben entdecken können, als ich sie ins neue Terrarium gesetzt habe. Auch laut Züchter ist ihm nichts bekannt, dass seine Füsser Milben haben.


    Da die Milben im Vergleich zu den B. lecontii recht gross sind, mache ich mir nun auch Sorgen, dass diese den Tieren schaden könnten.


    Ich habe mal einen befallenen Tausendfüsser aus dem Terrarium genommen und versucht, möglichst gute Fotos von den Milben zu machen.

    Vielleicht erkennt sie ja jemand und kann mir sagen, ob ich mir da Sorgen machen muss oder nicht, bzw. ob ich sofort eingreifen muss oder ein sporadisches Entfernen reicht.


    Vorläufig versuche ich alle befallenen Tiere mit einem feuchten Wattestäbchen von den Milben zu befreien. Soweit ich gesehen habe, sind auch nicht alle befallen.


    Erstes Foto zeigt den normalen Standort der Milben - sie befinden sich ausschliesslich auf dem Tausendfüsser (habe zumindestens sonst keine entdecken können) und verteilen sich mehr oder weniger auf dem ganzen Rücken.



  • Neuster Bericht aus der Milbenplage:

    Ich hätte wohl sofort eingreifen müssen. Unterdessen haben die Milben alle Füsser befallen und der grösste B. lecontii hat regelmässig ca. 80 Milben an sich - nach einer Nacht.


    Das ist zwar ein besonders schlimmer Fall, die kleineren haben im Idealfall nur ein, zwei Milben und im ungünstigsten Fall ca. 10 Milben auf sich. Aber 80 Stück auf einem ca. 2 cm langen Füsser kann nicht gesund sein, selbst falls diese nicht aktiv dem Tier schaden.


    Ich bin nun täglich daran diese manuell zu entfernen, aber ich glaube, das ist ein aussichtsloser Kampf.


    Habe unterdessen auch das ganze Forum (nochmals) durchkämmt und habe folgende Massnahmen mir zurecht gelegt:

    • Mehr Aufräumer, wie Springschwänze, Asseln, etc.
      Es leben zwar bereits kleine weisse Asseln (soweit ich das beurteilen kann eher einheimische) im Terrarium, sowie auch eine Truppe von unbestimmten kleinen Käferchen, welche ebenfalls aufräumen zu scheinen, aber vielleicht stimmt hier das Gleichgewicht noch nicht...
    • Garten Raubmilben.
      Kurzfristig habe ich aus dem Garten Gras geholt und ins Terrarium gelegt. Laut Internet befinden sich dort anscheinend oftmals Raubmilben, vielleicht können diese auch helfen, dieser Plage Einhalt zu gebieten.
    • Raubmilben kaufen.
      Ich bin mir auch am Überlegen, noch Raubmilben zu kaufen (falls ja - welche Art?), bin mir aber nicht sicher, ob diese nicht den Tausendfüsser schaden, wenn sie in grosser Anzahl vorhanden sind.
      Laut Berichten im Forum scheint dies kein Problem zu sein, aber anderseits ist die B. lecontii eine sehr kleine Tausendfüsserart.

      Was meint ihr? Mache es ich so nur noch schlimmer?
      Die Springschwänze / Asseln, evtl. auch Käferchen würden wohl bei einer solchen Aktion auch mitleiden, aber diese Population könnte ich nach dem Milbenbefall wieder aufbauen.


    Vielleicht hilfreich sind auch noch einige Informationen zum Terrarium:

    • Das Terrarium ist neu eingerichtet und hat eine Mischung aus weissfaulem Holz, Walderde, Kalk und verrottetes Laub. Nichts spezielles an sich, ich habe es gleich eingerichtet wie ich auch meine andere Terrarien einrichte.
    • Ein Teil des Substrats habe ich von übernommen - vorher lebten die Orthomorpha sp. 2. in diesem Terrarium.
      Habe dieses Substrat weder eingefroren, noch überbrüht vor dem Einzug der neuen Füsser, vor allem weil ich dort auch ein aktives Pilzmyzel habe, welches ich mitzügeln wollte.
      Das Terrarium stand ca. 3 Wochen leer vor dem Einzug der neuen Füsser. Milben sind mir dabei nicht aufgefallen, aber ich habe ehrlich gesagt auch nicht so genau geschaut (da ich noch nie derartige Probleme hatte)
    • Die Putzmannschaft aus Käferchen und kleinen, weissen Asseln kam über dieses migrierte Substrat mit.
    • Neues Substrat (Blätter / Weissfaules Holz) habe ich vorher ca. 4 Tage eingefroren.
    • Ich habe kein zusätzliches Futter wie Gemüse, Katzenfutter oder ähnliches im Terrarium.
      Die Füsser würden es sowieso wahrscheinlich nicht annehmen...
    • Feuchtigkeit der Erde ist wie bei den anderen Terrarien: Feucht, aber nicht nass


    Für jegliche Ratschläge oder Zweitmeinungen wäre ich natürlich froh - vielleicht hat ja jemand schon ähnliche Erfahrungen machen müssen.



    EDIT 1: Habe mir nun einen Satz Raubmilben (Hypoaspis Miles) bestellt.

    EDIT 2: Habe feststellen müssen, dass sich die Milbenplage nicht nur die Tausendfüsser betrifft - Die Scheiben sind auch voll. Habe kurzfristig aus den anderen Terrarien mehr "Putzpersonal" gezügelt.

  • Hallo Aurora,

    Die einzige Lösung die ich sehe die Milben direkt loszuwerden wäre ein neues Becken mit deutlichem Abstand vom alen, komplett neues Substrat, dann die Tiere einzeln abbürsten und erst komplett Milbenfrei ins neue BEcken setzen.

    Allerdings sind die Brachycybe ja Pilzfresser und eventuell auf Dein Mycel angewiesen. Berichte dochmal von Deinen Erfahrungen mit den Raubmilben. Milbenprobleme kommen immer wieder vor.


    Ich habe auch manchmal Last mit Milben, aber anderen. nach einem Verzicht auf Fischfutter und zuviel Gemüse beruhigt es sich meist nach einer Weile.


    Viele Grüße

    -Thomas

  • Hallo Thomas,


    Vielen Dank für deine Antwort und deinen Ratschlag!


    Ich glaube du hast da leider recht mit dem isolierten Terrarium. Das wäre aber nicht ganz einfach zu erreichen, da die Milben gerne auch auf die Unterseite der Tausendfüsser wechseln, wenn man sie versucht zu entfernen. Spätestens dort wird es dann definitiv schwierig sie ohne weiteres abzupflücken.


    Das Klima des Terrariums hat sich in der Zwischenzeit soweit verbessert, dass nun die generelle (nicht Tausendfüsser bezogene) Milbenplage durchgestanden ist. D.h. es hat nun nicht mehr überall Milben.

    Fischfutter und Gemüse habe ich bisher gar nichts verteilt, nur mal testweise für einen Tag etwas Katzenfutter, was ich dann aber wieder entfernt habe, da sie kein Interesse daran gezeigt haben.


    Was mich etwas irritiert, dass ich das erste Mal wirklich solche Milbenprobleme habe, vor allem solche, welche sich direkt auf dem Tausendfüsser niederlassen.

    Würde mich wirklich interessieren, woher diese spezielle Art Milbe wohl her gekommen ist. :wacko:


    Ich warte noch ein bisschen zu und schaue, wie sich das entwickelt mit der zusätzlichen Hilfe der Raubmilben. Bis jetzt hat sich nicht viel geändert.

    Zusätzlich sammle ich soviele wie Möglich selber noch ab. Mit dem nassen Wattestäbchen ist das sogar einigermassen stressfrei, respektive auch schnell durchgeführt.

    Die Milben scheinen wenigestens nicht extrem schädlich zu sein, zumindestens habe ich bis jetzt noch keine Verluste zu beklagen.


    Falls sich keine Besserung zeigen sollte, werde ich wohl das Projekt mit dem isolierten Terrarium in Griff nehmen müssen.


    lg,

    Aurora