Neue Frage: Häutung oder Tod?

  • Hey ihr,


    ich möchte morgen zum ersten mal in meinem Leben das Substrat wechseln, die Tiere sollen so lange in die Box, die ich erhalten habe, als ich sie gekauft habe.


    Habt ihr da ein paar Tipps für mich?


    Aktuell sind die Tiere seit einer Woche in einer Phase, in welcher sie nicht zu sehen sind, von den 6 Tieren lebt aktuell nur einer an der Oberfläche.


    Außerdem habe ich in dem Terrarium sehr viele Asseln (die kleinen weißen). Wie krieg ich die am besten mit?



    Also, kann mir jemand sagen, wie er es macht, so dass die Tiere a) nicht verletzt werden, selbst falls sie sich aktuell häuten sollten o.Ä.?



    Freue mich auf ein paar Rückmeldungen, es handelt sich um 8-10cm große Jungtiere von der Madagaskar spec. 6V Variante.


    Gruß

  • Hi Nachtion,


    Du machst es richtig, indem Du eine Faunabox zum Auslagern der Tierchen vorbereitest. Tu ein bisschen vom alten Substrat mit rein, dann fühlen die sich da sicherer als wenn sie auf dem nackten Plexiglasboden rumkrabbeln müssen.


    Das alte Substrat kannst Du noch eine Weile in den Eimern oder in ausreichend großen Faunaboxen aufbewahren. Feucht halten, Frischfutter auf die Oberfläche legen, so lassen sich die weißen Asseln nach und nach absammeln. Es wird ja ohnehin empfohlen, einen Teil des alten, immerhin mit Nährstoffen und Verdauungsenzymen (Kot) angereicherten Substrats unter das neue zu mischen. Auf Dauer solltest Du aber die weißen Asseln durchaus reduzieren und nur einen Teil zurück ins Terrarium setzen. Ich habe heute ebenfalls einen Substratwechsel gemacht und es waren eindeutig zu viele.


    Frag mal im Forum nach, ob jemand weiße Asseln brauchen kann. Auch in Terraristikfachgeschäften oder auf einer Reptilienauffangstation werden immer wieder diese Tierchen gebraucht, sowohl als Bodenpolizei wie auch als Futter.


    Einen sich häutenden Füßler habe ich beim Wechsel bisher noch nicht gefunden, wohl aber heute eine orangerote Assel, die einen Rest alter Haut am Hinterleib nachschleifte. Die habe ich einfach in die Faunabox gesetzt, mit einem Blatt zugedeckt (wo sie nicht sitzen blieb, Asseln laufen bei der Häutung weiter umher), und etwas feuchtgesprüht. Einen Füßler in Häutung würde ich am besten einzeln in eine kleine Heimchenbox oder etwas ähnliches setzen, mit Moos oder Laub zudecken, dann ganz vorsichtig wieder reinsetzen und unter ein Rindestück oder etwas ähnliches legen. Oder ein bisschen eingraben? Frage ins Forum. Wichtig ist in einem solchen Fall, die Umgebung insgesamt feuchter zu halten, dann kann er die alte Haut leichter abstreifen. Hoffe, meine Assel hat es jetzt auch geschafft.


    Jedenfalls wünsche ich Dir viel Erfolg und eine ruhige Hand beim Substratwechsel. Noch ein kleiner Tipp am Rande: Wenn das Terrarium nicht auf Augenhöhe steht, setz dich zum Rausschöpfen der Erde besser auf einen Stuhl, dann kannst Du Dein Rückgrat gerader halten:).


    Viele Grüße

    Anton

  • Ich habe das Substrat jetzt gewechselt.


    Von meinen 6 Füßern war einer tot, schon komplett verfärbt und ist bei der ersten Berührung zerfallen, mit Innereienflüßigkeiten. Der wird wohl schon länger tot sein (habe die Tiere 2 Monate).


    Ein zweiter war komplett zusammengerollt, sieht irgendwie sehr verklumpt mit den Füßen aus (wobei da glaub ich nur viel Dreck dran ist). Durch mein "Umtopfen" in ihr Zwischenlager hat er sich etwas gelöst, aber er hat nicht wirklich reagiert wie die anderen.. Hat nur auf richtige Reize wie anpacken reagiert als ich ihn vorsichtig umgetopft habe, aber nur sehr leicht und eher Reflexartig. Ich habe ihn mal so hingelegt, dass er zwar versteckt, aber beobachtbar ist. Ich hoffe er bewegt sich bald von selber... Aktuell liegt er da sehr komisch mit eingerolltem Kopf und dann der Körper so parabelförmig dahinter. Ich weiß auch nicht ob das normales Verhalten sein kann. Aktuell war ich eh in einer Phase wo eher Ruhe im Terra war.


    Den anderen 4 gehts gut. Zwei sind sehr sehr munter und haben ihre Ausgrabung genutzt um alles zu erkunden und sind zum ersten mal auch richtig am Glas herumgekrabbelt! Die andren beiden haben sich halt verkrochen und ihre Bodenphase fortgesetzt.


    Ich bin sehr verwirrt wegen dem Toten und dem, der sich kaum bewegt. Vor allem weil im Kontrast ja 2 sehr sehr munter wirken und 2 zumindest normales Verhalten zeigen. Ich hoffe der eine fängt sich wieder.


    Das Substrat wirkte schon irgendwie trocken, zumindest in den oberen Regionen, obwohl gesprüht wurde (2 mal die Woche). Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind aber so wie sie sein sollten seit Einzug. Und nach 2 Monaten wechseln ist ja schon sehr großzügig. Na mal schauen, man will ja nicht den Teufel an die Wand malen :)


    Edit: Sorry für die sehr schlecht zu lesende Ausdrucksweise. Besser ich bei Zeiten noch einmal nach.

  • Hallo Nachtion,


    das tut mir Leid mit Deinem Füßler. Aber dasselbe, tröste Dich, hatte ich gestern auch. Von den Centrobolus splendidus, die ich vor ca. zwei Monaten als Jungtiere bekommen hatte, hatte ich beim gestrigen Substratwechsel ebenfalls zwei vertrocknete Kadaver gefunden. Wobei ich dazu sagen muss, einer war schon vorher tot: Der Winzling konnte glatt durch den winzigen Spalt der Schiebetür entwischen und am nächsten Morgen, dem Tag nach seiner Ankunft, fand ich ihn tot auf dem Fußboden, vertrocknet :(. Da diese Tiere aber so klein sind, habe ich ihn ins Substrat eingebuddelt, als Proteinzulage für die weißen Asseln und seine Geschwisterchen.

    Dafür habe ich soeben, als ich mal kurz das Licht im Zimmer einschaltete, ein winziges, noch unausgefärbtes Jungtier an meiner Korkrückwand klettern sehen:). Daran sehe auch ich wieder, dass es ab und zu Verluste geben kann, und so sehr mich jedes Mal das schlechte Gefühl plagt, irgendeinen Fehler in meinen Haltungsparametern gemacht zu haben, kann ich immer noch hoffen, dass es den lebenden Tieren gut geht und ihre Entwicklung nicht durch meine Haltung beeinträchtigt wird. Das ist recht schwierig zu lernen, zumal auch ich erst seit eineinviertel Jahren Diplopoden halte. Auf einer amerikanischen Seite habe ich gelesen, wichtig ist dafür zu sorgen, dass das Substrat immer grundfeucht, aber nicht nass ist, das heißt an einigen Stellen auch mal ein paar Zentimeter tief austrocknen kann, dann wieder befeuchtet wird, und dass es regelmäßig erneuert wird. Ich denke, das war gestern nötig, da ich mir aus dem Wald wohl Regenwürmer und auch einige Pilze eingeholt hatte.

    Ich drücke Dir die Daumen für Deinen jetzt apathisch wirkenden Füßler. Ferndiagnostisch kann ich dazu jetzt wenig sagen. Aber auch ich beobachte, dass sich manche Diplos, wenn man sie in die Hand nimmt oder in eine Zwischenbox umsetzt, schnell verkrümeln wollen und andere langsamer reagieren. Wie die Reaktionen kurz vor einer Häutung aussehen, habe ich bisher noch nicht beobachten können. Auf jeden Fall alles Gute für die anderen - ich bin sicher, denen geht es auch wirklich gut.


    Viele Grüße

    Anton

  • Hallo Nachtion


    Tut mir leid für Deinen verstorbenen Füßer und ich drücke Dir die Daumen, dass es dem anderen gut geht.

    Vielleicht bereitet er sich auf eine Häutung vor und ist deshalb weniger agil.


    Ich hatte mir vor einiger Zeit um meine C. splendidus Dame Sorgen gemacht, weil sie wirklich wochenlang nur im Moos rumlag und das auch nicht zusammengerollt sondern halb ausgestreckt. Irgendwann musste ich sie dann etwas anfassen und sie hat sich nur in Zeitlupentempo bewegt. Sie ist dann wieder für längere Zeit im Moos verschwunden und ich war mir sicher, dass sie das Zeitliche gesegnet hat. Vom Alter her hätte das gut sein können.

    Ja, und irgendwann ist sie wieder aufgetaucht, ist sehr agil, frißt und paart sich:)


    Zum Substrat:

    Die Luftfeuchte ist manchmal nicht so besonders aussagekräftig. Ich habe mir angewöhnt, alle paar Tage vorsichtig den Finger ein Stück weit ins Substrat zu stecken um die Feuchte zu erfühlen. Und das ist oft ganz unterschiedlich feucht, obwohl der Feuchtigkeitsmesser eigentlich immer ähnliche Werte anzeigt.


    Liebe Grüße

    Sabine

  • Nachtion

    Hat den Titel des Themas von „Substrat wechseln - Tipps“ zu „Neue Frage: Häutung oder Tod?“ geändert.
  • Erst einmal Dankeschön für die aufmunternden Worte. Zwei meiner Flitzpiepen sind mir zum Teil heute ausgebrochen weil beim Substratwechsel mir wohl meine Schutzfolie (So eine Insektenabwehrstofffolie für Gemüse wo nur Luft gut durch kommt) gerissen ist. Ich durfte sie dann von meiner Zimmerwand zurück ins Terrarium bitten :D


    Dafür dass sie vor dem Substratwechsel eher nicht so Lust auf draußen sein hatten, waren sie heute tagsüber doch sehr aktiv. Einer hatte überhaupt keinen Bock auf chillen und lief wirklich die ganze Zeit durch die Gegend. Erst gegen Abend zog er sich zurück. Das sehe ich als gutes Zeichen, dass da durchaus muntere Tiere bei sind.


    Mein Sorgenfüßler bereitet mir immer noch Kopfschmerzen. Er verfärbt sich ganz komisch und wird zum Hintern blass. Ich habe mal sehr viele Fotos gemacht, diese sind leider zum Teil unscharf, da ich ihn, falls er noch leben sollte, nicht stören wollte und sehr vorsichtig war. Zum anderen ist meine Kamera eher schlechter. Das Hinterteil ist sehr hell, der Kopf hat noch die alte Farbe. Leider sind die Fotos sehr hell geraten, billige Handykamer halt, stellt euch den Kopf einfach bissche Dunkler vor





    Ich seh' das zum ersten mal, also kann ichs nicht beurteilen. Man sieht sehr schön den Farbkontrat von Kopf und Unterleib. Zuerst dachte ich er könnte dort gebrochen sein, doch irgendwie sieht es so aus als wäre dort ein Längsbruch den Unterleib entlang (siehe Fotos). Ich hab mich nicht getraut ihn anzupacken etc.

    Falls wer was aus den Bildern schließen kann, gibt mir gerne Bescheid. Irgendwie sieht es unter dem Längsbruch so aus als wäre da mehr Farbe, aber ich kann da bei Gottes Willen nur raten. Falls er bereits tot sein sollte (riechen tut er noch nicht bzw die Banane in seiner Nähe stinkt doller), werd ich ihn da schnell rausholen bevor die anderen was mitkriegen. Ich bin da aber auch durch den Tod meines Ersten, den ich gestern erst mitbekommen habe, wohl stark paranoid :(


    Das eine Bild sind meine beiden Ausbüchser, die gehts gut und die Farben sind supi, so als Kontrast zu dem hier.


    Edit: Mich wundert vor allem, dass der Kopf noch genau so dunkel ist wie bei den sich normal verhaltenden Tieren. Ist das normal in einer Häutung?

  • Hey, du hast vollkommen Recht!


    Ich habe gerade eben noch einmal nachgesehen und da ist jetzt schon viel mehr vom richtigen Körper zu sehen bzw. man sieht richtig wie er langsam die "alte Schale" abstreift und dadrunter eine neue, sehr sehr schön aussehende Haut zum Vorschein kommt.


    Dann hoffe ich jetzt, dass da alles gut läuft, ich mache jetzt lieber kein Foto, man will ja nicht stören.


    Du hast mir mit deinem Vergleich auf jedenfall richtig nen Schreck weggenommen und mir Mut gegeben. Und mein Füßer scheint sich ja auch Mühe zu geben.



    So dass erste mal so etwas zu sehen nimmt einen ja doch mit, auch wenn man schon erwachsen ist :)



    Edit: Okay, er hat sich vollkommen gehäutet und ruht sich heute neben seiner alten Haut aus.

  • Hi


    Er ist jetzt ziemlich empfindlich weil er noch nicht ausgehärtet ist. Nicht wundern, wenn er längere Zeit da einfach nur rumliegt, das ist normal.

    Irgendwann fängt er an, seine alte Haut aufzufressen. Das kann auch ein paar Tage dauern, bis er dann wieder rumläuft oder im Substrat verschwindet.


    Hast Du schon das Tausendfüßer-Buch von Shura? Das hilft ungemein in der Anfangszeit.

    Ich verlinke mal auf ihre Seite http://millipeden.org/ , da kann man auch noch die eine oder andere Info finden und schöne Bilder gucken.


    Liebe Grüße

    Sabine