Infosammlung zur Zucht von Spirostreptidae sp. 8

  • Hallo,

    ich möchte nur ungern dieses Thema wieder aufgreifen, aber ich würde gerne wissen, wie sich der Zuchterfolg weiterentwickelt hat und ob noch mehr erfolgreiche Züchter dazu gekommen sind?

    In einem Gespräch mit einer Züchterin aus den USA wurde mir die Zucht als einfach, aber nicht so extrem Vermehrungsfreudig beschrieben, während hier in Europa das züchten fast völlig ausfällt, ist das richtig so?


    MfG

    BeetlebreederGermany

  • Hallo Beetlebreeder,

    Ich hatte vor einiger Zeit nochmal mit ninchen geschrieben weil mich das auch interessiert hat.

    Dabei hat sie mir erzählt dass sie in ihrer Substratmischung bei allen Arten FlakeSoil verwendet.

    Ich weiß dass FlakeSoil von vielen hier verteufelt wird weil in Simons Substratversuch es dabei relativ hohe Ausfälle bei N. Americanus gegeben hat.


    Jedoch sei auch gesagt dass in selbigem Versuch die Spirostreptusart (in dem Fall S.gregorius) deutlich weniger anfällig gegenüber dem Flakesoil ist.


    Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage ob da ein Zusammenhang besteht, dass Ninchen eine der Wenigen mit Zuchterfolg bei den S.spec.8 ist und gleichzeitig FlakeSoil im Substrat verwendet.


    Kann natürlich auch zufall sein.

    Daher meine Frage an dich, bzw die amerikanische Züchterin,

    Welche Substratmischung verwendet sie und bei welcher Temperatur werden die Tiere gehalten?

  • Hallo Johnny,

    mir ist der Versuch bekannt und er ist eigentlich völlig wertlos in meinen Augen:


    Es wurde weder Hersteller, Rezeptur oder sonstige Inhaltsstoffe des FlakeSoils erwähnt.

    War das FlakeSoil wenig fermentiert und hatte noch relativ viel Lignin oder war es weit fermentiert und mit viel bereitgestellter Cellulose und wenig Lignin?

    War es ein qualitativ hochwertiges FlakeSoil mit vielen Additiven, oder nur ein simples Holz+ Mehl FS ohne großen Nährwert?


    Wieso wurde es mit dem Humus gemischt?

    Wenn man FS mit Laub/Laubwaldhumus mischt, muss man es erstmal einige Zeit stehen lassen, mehrere Wochen, um sicher zu gehen, dass es nicht erneut reagiert, während man Tiere darin hält.

    Gerade weil das eine neue Fermentation anregt und wenn man etwas in fermentierendem FS hält, hat man sehr schnell ein Haustier weniger.

    Hitze, Sauerstoffmangel und die steigende Konzentration giftiger Nebenprodukte sind sehr schnell tödlich, ganz besonders in geschlossenen Behältern ohne sehr große Lüftungsfläche.

    Und selbst wenn der Deckel nur Gaze wäre, würde ich in so ein reagierendes Substratgemisch nichtmal eine kubanische Assel, und ganz sicher nicht eine Käferlarve oder eben einen Füßer hineinsetzen.


    Natürlich ist das mal ein Schlag, aber sehr viele verwenden FlakeSoil in Europe sehr erfolgreich und vorallem in den USA ist zumindest ein speziell für Tausendfüßer entwickeltes FS Rezept häufig in Verwendung, eben von Experten.

    Darauf gezogene Arten beinhalten sowohl die unglaublich einfachen Narceus americanus als auch Archispirostreptus gigas.

    Und beide Arten entwickeln sich darauf schneller als auf Oldschool Substraten.

    In Südkorea werden diverse Riesenkugler nachgezogen.

    Nicht auf normal feuchtem Laubwaldhumus gemischt mit WFH, sondern auf schön feuchtem, fast nassem weit fermentiertem FS oder schon BlackSoil.

    So klappt das dann eben auch mit der Haltung und Zucht, solange die nicht schon Scheintod sind. Aber nur zu sagen „die kann man kaum halten, geschweige denn züchten“ anstatt über den Tellerrand zu schauen und es nochmal mit mehr Tiefe zu versuchen ist natürlich einfacher. Und weil das niemand macht, werden immernoch hunderte Kugler aus verschiedenen Ländern her importiert und man hört fast nie von einer erfolgreichen Zucht.


    Hier klammert man sich an einem eigentlich Aussagelosem Versuch fest, dessen Ergebnisse schon viele viele Male wiederlegt wurden und der schon von Grund auf falsch angesetzt wurde.


    Das soll kein Vorwurf sein, einfach mal eine klare Aufklärung.

    Ich bin Käferzüchter. Für die richtige Entwicklung der Larven ist der Reifegrad, die Stärke der Fermentation, die Menge an Additiven entscheidend über Erfolg oder Misserfolg.

    Was bei einer Art eine perfekte Entwicklung ermöglicht, kann für eine andere tödlich sein. Gerade weil es so viele Nischen gibt.

    Bei Tausendfüßern ist es nicht so viel anders, nur sind die meisten gehaltenen bei weitem nicht so unterschiedlich in ihren Ansprüchen wie es bei Käfern der Fall ist.

    Aber trotzdem ist es wichtig wie lange es fermentiert wurde, wie lange es gereift hat und wieviele Additive verwendet wurden.

    Nur alles wichtige fehlt beim Versuch.


    Und wenn dann in einem anderen Thema Flake- und BlackSoil als sinnlos für gewisse Diplopoden abgestempelt werden, obwohl es in diesem Forum noch nie getestet und publiziert wurde, macht mich das schon traurig.

    Vorallem wenn man gleichzeitig Nachzuchten dieser Arten von erfolgreichen Ha ltern gezeigt bekommt, auf dem besagtem Substrat.



    Und die Sp. 8 mögen eine sehr hohe Laubschicht auf dem Substrat, das regt viele afrikanische Arten zur Vermehrung an.

    Einfach Laub mehrere cm hoch auf dem Substrat, auf und neben der übrigen Einrichtung verteilen. Keine großen Rindenstücke oder Holzstücke hochnehmen und Laub darunter platzieren, für die Babies ist es wichtig, dass die direkt vom Substrat ans Holz können.

    Selbiges für A.gigas, nur eben noch richtig tiefes Substrat (40-50cm).

    Kein wirklich spezielles Substrat.

    Odontostreptus sind übrigens hauptsächlich Frucht- und Proteinfresser. Fehlt das, kann man Haltung/Zucht vergessen.


    So wurde es mir gesagt.

    Informationen, die entscheidend für die Zucht dieser Arten sind, in Amerika frei verfügbar.


    Finde das hier mal in Europa.

    Da erzählen dir wenige wie man gigas richtig hält damit es NZ gibt, die bei den meisten Haltern fehlen, außer bei ein paar wenigen (relativ zur Menge der Besitzer) Glücklichen, oder dass Odontostreptus solche Futterspezialisten sind.

    Noch nie in Europa davon gehört.

    Nur, dass die Zucht nicht gut klappt, viele Ausfälle beim und nach dem Import.


    Jetzt ist die Katze aus dem Sack und das macht einen schon hellhörig, oder?


    MfG

    BeetlebreederGermany

  • Thank you for the information! I managed to breed S. sp8 one time. But the juveniles all died within a few months. My substrate was purely Ash and Mulberry leaves. No flake soil. No decayed wood. I did provide sliced fruit and veggies. I will need to add wood on my current attempt.


    I received 10 juveniles from a breeder in Canada. She uses flak soil and has great success. But I do not know what she mixes in to make it. I am currently trying to make some flake soil now. I will try it on several species I have. But now I know to add compost and wood while it ferments and not to add later. Thanks!

  • Jetzt muss ich auch mal was schreiben :)


    Mittlerweile mache ich mein FlakeSoil selbst - ich habe das quasi übernommen von dem ichs vorher gekauft habe.

    Ich nehme Eichensägemehl (oder Buchen-), weiche es in Regenwasser ein, zur Fermentation gebe ich Mehl, Traubenzucker und Hefe dazu. Außerdem kommt gleich mal ein bisschen Kalk dazu.


    Ich mache alles per Hand und mische dann alles 2-3x am Tag gut durch, solange bis mir die Färbung gefällt ;) das dauert etwa 2-3 Wochen bis es schon dunkelbraun ist. Das ganze ist mit Deckel, aber nicht luftdicht.


    Sobald das fertig ist, mische ich noch Kalk, weißfaules Holz und Buchen/Eichenlaub dazu. Dann verwende ich es weiter.


    Ich habe damit schon viele Tausendfüßer mehr als einmal nachgezüchtet, zB Archispirostreptus gigas, Anadenobolus monilicornis, Epibolus pulchripes, Spirobolus caudulanus, Centrobolus splendidus, Salpidobolus sp. Irian Jaya, ...


    Leider ist es mir nicht nochmal gelungen die Spirostreptus sp. 8 zu züchten. Ich habe dann doch zu viele hergegeben, einige sind leider gestorben und jetzt habe ich nur noch 2 adulte Weibchen.


  • Hi BeetlebreederGermany,


    hast du die ganzen Infos aus persönlichen Gesprächen mit amerikansichen Züchtern?

    Ich hab leider bisher noch keine Informationsquelle mit solch konkreten Aussagen zur Lebensweise und Aufzucht von schwierigen Arten gefunden. Mich interessieren vor allem jegliche Hinweise zur Aufzucht von Coromus spezies.

    Auch dein Hinweis, dass Odontostreptus hauptsächlich Frucht- und Proteinfresser sind, ist ein sehr interessanter Hinweis.


    Falls du irgendwelche Foren oder Websites empfehlen kannst, auch immer gerne her damit! Gerne per PN, falls das gegen die Forenrichtlinien verstößt.


    LG

    Michael

  • Ich mache das FS bei einer Umgebungstemperatur von etwa 25Grad, im Sommer allerdings auch einfach draußen (unter Dach im Schatten). Für 20 Liter Sägemehl brauche ich etwa 2l Mehl, 400g Traubenzucker und 1-2Würfel Hefe.

    Meistens wird es nicht nochmal warm, nachdem Laub und Holz dabei ist. Falls doch lass ich es noch eine Weile stehen.


    LG Nina