Spiopoeus fischeri auf seltsamer Wanderschaft

  • Liebe Diplo-Freunde,


    seit Wochen beobachte ich immer wieder einen adulten Spiropoeus fischeri, den ich an einer kleinen Delle am Kopf erkenne. Er wandert ganz langsam, Fuß vor Fuß, durch das Becken und verweilt oft eine halbe Stunde lang am Wassernapf. Bewegungsstörungen kann ich bei ihm nicht erkennen, außer dass er wirklich in äußerster Langsamkeit vorwärts kriecht. Die Maschinerie der Beine scheint aber von vorne bis hinten einwandfrei zu funktionieren.


    Ich weiß nicht, wie alt das Tier ist, auf jeden Fall adult (20 cm? Habe ich einmal gemessen, als er ausgestreckt an der Scheibe entlang ging). Aber ist es normal, dass die Tiere so gemächlich kriechen, sich manchmal leicht hierhin und dorthin wenden, mit den Fühlern alles abtasten? Oder kann das ein Anzeichen für hohes Alter sein?


    Die beiden anderen Sp. fischeri sehe ich so gut wie nie, scheinen immer in der selben Ecke unter Rindenschilden zu liegen. Solang es aber nicht modrig riecht, suche ich nicht nach. Auch von den Spirostreptus spec 1 sehe ich immer nur einen mal draußen. Ist in den Wintermonaten einfach weniger los?


    Viele Grüße
    Anton

  • Hallo Anton,


    bei meinen ist das mit dem Abtasten auch. Das ist normal. Manchmal bleiben sie Minuten stehen und Tasten ein Blatt oder ein Holzstück ab. Ich denke das sie dort Pheromone eines Weibchen (oder ähnliches) riechen. Das langsame laufen konnte ich schon bei all meinen Tausis feststellen oder auch mal ein ruckartiges laufen (wo sie nur einen halben zentimeter schnell laufen und dan wieder stehen bleiben). Dauerhaft konnte ich das nicht beobachten. Könnte mit dem Alter zu tuen haben. Das kann ich dir leider nicht genau beantworten.


    Vieleicht schreibt noch jemand was der genau das gleiche Beobachtet hat wie du. ;)

  • Danke, Marvin.


    So wie es aussieht, stirbt sie gerade :( . Sie hat auch keine richtige Körperspannung mehr. Jetzt habe ich sie unter ein Rindenstück gelegt und lasse sie dort ganz in Ruhe. Irgendwann werde ich es wohl am Geruch merken oder die weißen Asseln und anderen Füßer tun ihr Werk.


    Mit den Spiropoeus fischeri habe ich einfach kein Glück. Wenn der letzte gestorben ist, schaffe ich mir keine neuen mehr an und bleibe bei den Spirostreptus spec. 1. Ich hoffe, dass wenigstens die überleben und mir nicht auch von der Macht genommen werden, die strafend über mir waltet.


    Traurige Grüße
    Anton

  • Guten Morgen Mardonius,


    nochmal als Frage:
    Wie sind denn deine Haltungsparameter und könntest du bitte mal ein paar Bilder vom Inneren deiner Boxen / Terras machen?
    Wie sind diese Abgedeckt? Hat der Füßer noch eine normale Färbung oder sieht die schon jetzt etwas ungewöhnlich aus?
    Wobei es dei den erwachsenen ein bisschen schwierig sein kann ververbungen zu sehen. Handelt es sich wieder um ein weibchen das gestorben ist?


    Gib nicht auf, weil ein adultes Tier stirbt. Du weist ja nicht einmal ob es dein Fehler war oder ob es einfach Zeit dafür war aus natürlichen Gründen.
    Hattest du die Tiere bereits erwachsen bekommen?


    Bleib standhaft, ich glaube du bist jemand, der vrsucht seinen Tieren gerecht zu werden :)


    Liebe Grüße


    Markus

  • Lieber Markus,


    BEckengröße: 100 mal 50 mal 50, Temperaturgefälle derzeit 23 bis 18 Grad Celsius von der Beckenmitte bis zu den Rändern, durchschnittliche LF 60 bis 70 Prozent. Terrarium mit vorderer und oberer Lüftungsschiene, Schiebetüren.


    Substrat: Laubwalderde, Eichen- und Buchenlaub, weißfaules Holz, Kalk, bis zu 15 cm hoch. Frischfutter: Gurke, gekochte Karotte, Banane, gelegentlich hartgekochtes Ei, Fischfutterflocken, Champignons, gekochte Kartoffel, Apfel, Kiwi (selten). Ich kaufe alles Bio, lege aber oft was Neues rein. Ob meine Füßler dadurch auch Giftstoffe abbbekommen, weiß ich nicht, das habe ich ja in einem anderen Thread schon diskutiert.


    Die Funktion zum Bildereinstellen habe ich noch nicht entdeckt, meine Fotos sind auch nicht sehr scharf. Aber ich stelle gerne welche rein.


    Ich tippe tatsächlich eher auf das Alter, das nicht bekannt ist. Ob Männchen oder Weibchen, den Unterschied würde ich wahrscheinlich mangels erfahrenen Blicks nicht erkennen.


    Aber schickt Ihr Eure gestorbenen Füßler nicht manchmal an Klaus, der sie untersucht? Wie kann ich zu ihm Kontakt bekommen? Wenn mein Tierchen gestorben ist, würde ich es ihm gerne schicken.


    Danke für alle Eure Hilfen


    Anton

  • Alloha :)


    erstmal kurz zum Bilder reinstellen, die Funktion habe ich mir gerade angesehen und es nicht kapiert, wäre nett, wenn mal jemand schreiben kann, wie das funktionuckelt :)


    Das klingt alles so gut, dass ich mir gerade auch nichts anderes vorstellen kann außer das Alter oder Eiablage.
    Bei meinen Füßern habe ich auch kein Bio gekauft und es ist alles paletti. Dann dürfte bei dir eigentlich noch weniger scheifgehen denke ich.


    Zum Klaus kann ich nichts sagen, da ist mir noch nichts bekannt.


    Grüße


    Markus

  • Hallo Anton


    Tut mir leid für Deinen Füßer.
    Mach Dir bitte keinen Kopf, wenn einzelne Tiere sterben, vor allem, wenn sie adult sind. Wenn Du offensichtlich nichts falsch gemacht hast, kannst Du auch nichts tun.
    Ich glaube nicht, dass die Mehrheit hier Bio füttert. Ich auch nicht und ich denke, meinen Füßern geht es gut, wenn auch ab und zu einer stirbt.


    Wenn Deine S. spec. 1 gut gedeihen, machst Du doch alles richtig.
    Vielleicht kannst Du Dich irgendwann noch für eine andere Art begeistern, wer weiß?


    Zur Geschlechtsbestimmung hat Solaris hier Coxalblase und Gonopoden ein paar Bilder eingestellt.
    Das Weiße sieht man normalerweise eher selten, nur die paarigen Penisse. Gerade bei den großen Arten ist die Geschlechtsbestimmung eigentlich ganz einfach, v. a. wenn sie schon adult sind.


    Zum Thema Klaus und Einschicken weiß ich leider auch nichts. Vielleicht hat er in seinem Profil eine Kontaktadresse hinterlegt.


    Liebe Grüße
    Sabine

  • Lieber Godin, liebe Sabine,



    vielen Dank für Eure ermutigenden Worte. Die Anfangsjahre sind wohl noch mit die schwierigsten, zumal es bei Evertebraten wirklich schwierig ist, eine Krankheit als solche früh zu erkennen und erst recht zu behandeln.


    So hoffe ich, dass meine Spec. 1 noch alle da sind, die meisten nur untergetaucht. Aber das waren sie auch vorher monatelang. Ich sehe immer wieder einen an der Oberfläche, hauptsächlich fressend.


    Evtl. könnte ich mich für Centrobolus spec. Mozambique oder splendidus begeistern? Bei welchen Parametern müssen die gehalten werden? Lassen die sich mit Spirostreptus Spec 1 und Sp. fischeri vergesellschaften? Sind sie auch für Anfänger geeignet und pflegeleicht?


    Anbei ein Foto aus meinem Terrarium.


    Lieeb Grüße
    Anton

  • Hi Anton,


    Ich denke schon dass dir die Centrobolus splendidus gefallen könnten - wunderschöne,farbenfrohe Tiere die dazu auch noch sehr aktiv sind.
    Ich halte meine (noch) zusammen mit Spirostrep.sp.6 / sp.12 und Centrobolus ruber vulpinus in einem beheizten Terra.
    Temperatur liegt unterm Tag bei 23/24 Grad,nachts Zimmertemperatur (aktuell also so ca. 20 Grad).
    Man kann sie aber auch ohne zusätzliche Wärmequellen bei Zimmertemperatur halten.
    Sind sehr pflegeleicht,für Anfänger geeignet (bin ja selber noch einer :-D )und vermehrungsfreudig ;-)
    Meine haben mir sehr viele Jungtiere geschenkt....
    Sie lieben Obst/Gemüse und bei Flechten drehen sie förmlich durch-aber das geht wohl fast allen Füßern so ..... ;-)


    LG,
    Basti

  • Hi Basti,


    hättest Du denn welche, die Du mir schicken könntest? Ich könnte mir vorstellen, so mit sechs subadulten bis adulten Tieren zu beginnen.


    Meinen Spiropoeus fischeri habe ich nun im Garten begraben. Ich denke, es war seine Zeit.


    Liebe grüße
    Anton

  • Lieber Basti,


    habe Dir soeben eine PN geschrieben... ;)


    Zu guter Letzt kann ich auf diesem Thread das Sterben eines Sp. fischeri schildern, wie ich es beobachtet habe. Voraus gingen einige Wochen ziemlich unkoordiniert wirkenden Verhaltens, in denen das Tier zwar noch keine spastisch wirkenden Schwerfälligkeiten und Verkrümmungen zeigte, aber sich sehr langsam durchs Terrarium bewegte und seine Wanderungen offenbar unabhängig vom Tag- und Nachtrhythmus unternahm. Oft hing es mehrere Stunden lang mit dem Kopf in der Trinkschale oder an einem anderen Hindernis wie einer Korkröhre, wobei seine Fühler den Untergrund tastend bearbeiteten. Nahrungsaufnahme an einem Stück Frischfutter konnte ich dabei nicht mehr beobachten.


    Eines Morgen - eben Dienstag - lag es dann halb zusammengekrümmt in der vorderen Ecke des Terrariums, als sei es zusammengebrochen, was der Tatsache sicherlich auch nahe kommt. Als ich es vorsichtig in die Hand nahm, rollte es sich erst ein, versuchte dann, sich auszurollen, stagnierte aber in halber Körperöffnung und nur die Beine bewegten sich von vorn bis hinten. Es ist schon ein unheimlicher Gedanke, und ich muss mich wohl noch daran gewöhnen, wie das Sterben bei einem solchen Gliedertier vor sich geht, das ja ein ganz anderes Nervensystem hat als ein Wirbeltier. Ein solches zieht sich zurück, wenn es Krankheit und Schwäche in sich spürt, bei einem Tausendfüßler oder einem Insekt scheint das Programm schwerfällig und unkoordiniert weiterzulaufen, bis die Maschinerie eines Tages endgültig stottert. Das macht es sicher manchmal auch schwierig, einen langwierigen Sterbevorgang von normalem Verhalten in lediglich etwas langsamerer Gangart zu unterscheiden. Hinzu kommt, dass die Beine noch arbeiten können, wenn das Tier schon tot ist - aber wann ist ein Gliedertier wirklich tot? Wirkte alles ziemlich zombiehaft :wacko: .


    Fände es mal interessant, ein paar Erfahrungen auch zu diesem Thema zu sammeln. Sterben andere Füßler schneller?


    Auf einer amerikanischen Internetseite über Diplopoden heißt es über Spiropoeus fischeri (Great African Millipede, GAM): In my current impression, they seem to die randomly." Die einzelnen Individuen scheinen wirklich unterschiedliche Lebenserwartungen zu haben.


    Um noch einmal ans andere Ende des Lebens zurückzukehren: Ich wünsche Dir und Deinen Centrobolus-Babies, dass sie wachsen und gedeihen :) . Leben die Elterntiere noch?


    Viele Grüße
    Anton

  • Hi Anton,


    vor gar nicht allzu langer Zeit verstarb mein adultes Spirostrep.sp.6 Männchen
    -schon tage zuvor konnte ich erkennen dass es immer seltener ans Futter ging, sehr langsam durch´s Terra lief
    ...er machte einfach einen geschwächten Eindruck.
    Abends rollte er sich in seiner Schlafhöhle zusammen und am nächsten Morgen war er tot
    -kein zucken/bewegen der Beine mehr usw,ging alles recht schnell.
    Schön war das nicht aber ich denke das gehört einfach mit dazu - wenn man sich bemüht sein bestes zu gegeben um seinem Tier eine schöne Umgebung, gutes Futter usw zu bieten kann man dann auch beruhigter "Abschied nehmen".


    Wegen den C.splendidus: ich hatte mit 6 Tieren begonnen, glaube aber dass mittlerweile nur noch 4 oder 5 leben
    -sie leben ja in einem sehr großen Terra wo man sie auch nicht gleich entdeckt, habe aber seit ein paar Monaten nie mehr als 5 gleichzeitig gesehen.


    Vielen Dank für deine Wünsche :)
    Hoffe auch dass die Kleinen weiterhin schön wachsen und ein gutes Leben bei mir haben ^^


    LG,
    Basti