"Überzähliger" Nachwuchs vermehrungsfreudiger Arten

  • Hallo miteinander


    Mir gehen die riesigen Nachwuchszahlen der Spirostreptidae spec.1 von Marigold nicht aus dem Kopf.
    Ich stelle es mir sehr schwer vor, so viele Jungfüßer ordentlich unterzubringen.


    Mich würden mal Eure Erfahrungen dazu interessieren, vor allem die von den "alten Hasen" hier.


    Weiß jemand, welcher Prozentsatz der Jungtiere letztlich das Erwachsenenalter erreicht um sich selbst wieder fortzupflanzen? Nicht spezifisch für die Spec.1, sondern auch von anderen vermehrungsfreudigen Arten wie z. B. Centrobolus splendidus.
    Und brechen eventuell die Populationen nach einer gewissen Anzahl von Generationen zusammen, wenn man nicht frisches Blut einkreuzt?


    Ich fände es schade, wenn unkontrolliert riesige Mengen an Nachzuchten bestimmter Arten auf den Markt kommen, die man dann nicht mehr vernünftig unterbringt.
    Was macht man in so einem Fall?


    Andererseits wäre wohl die einzige Möglichkeit einer gewissen Kontrolle die Geschlechtertrennung, was in der Praxis wahrscheinlich auch nicht so ganz einfach sein dürfte. Man denke nur an ein übersehenes Weibchen in einem Männer-Terrarium ;( . Die Arme.


    Wenn dann allerdings viele Halter nicht mehr züchten, könnten manche Arten wieder knapp werden.


    Gibt es dafür irgendeine Lösung oder mache ich mir womöglich umsonst Sorgen?


    Bitte teilt Eure Erfahrungen hier mit.


    Liebe Grüße
    Sabine

  • Hallo Sabine,


    bisher hatte ich bei meinen Gigas (4 Stück) nach ca. 1 1/2 Jahren Haltung Nachwuchs. Hier hatte ich knapp 350 Nachkommen. Ich gehe von einer gewissen Sterblichkeit aus und habe in den letzten Monaten gut 100 Stück hier im Forum vermittelt. Aufgrund der Ausfuhrsperre werden sie ja gerade gern genommen.


    Meine Centrobolus Splendidus haben sich innerhalb eines Jahres von 5 auf 28 vermehrt. Ein krasser Gegensatz zu den Gigas. Vielleicht bedingt durch eine höhere Ausfallrate im Larvenstadium? Auch diesen Nachwuchs konnte ich erfolgreich vermitteln.


    Bei meinen Spirostreptidae Spec 1 gab es trotz regelmäßiger Paarungen noch keinen Nachwuchs. Ebenso bei meinen Telodeinopus Autii.


    Alles in allem scheint es trotz Paarungen nicht immer zu Nachwuchs zu kommen. Bei den Gigas war es ein Weibchen, dass dieses Jahr verstorben ist. Seither ist ...Ruhe. Wenn ich bei jeder Art eine solche Geburtenexplosion gehabe hätte wäre ich in Panik, aber so wie es aktuell ist...


    Gruß Dominik

  • Hallo,


    ich hatte bis jetzt C. splendidus, T. caudulanus, E. pulchripes und von einer Freundin die berühmten S. spec. 1 als Nachwuchs. Spec. 1 geht wirklich sehr schleppend inzwischen (habe nach einem Jahr immer noch welche zum Abgeben). Da hatte ich hauptsächlich Abnehmer aus Berlin (die nicht unbedingt das Forum kannten oder nutzten), die sich diese direkt abgeholt haben und wir noch etwas schwatzen konnten. Ich hatte auch über Kleinanzeigen.Ebay inseriert. Von da kamen eigentlich auch die meisten Anfragen. Die anderen bin ich sehr gut los geworden. Von den Epis habe ich schon wieder neue, aber da mache ich mir eher keine Sorgen. Dendros habe ich wirklich mal eine Weile getrennt gehalten. Erst als es nicht mehr ganz so viele waren, habe ich sie zusammengesetzt und würde mich jetzt über Nachwuchs freuen. Insgesamt hatte ich bei meinen Nachwüchsen aber auch keine Hundertschaften. Die Epis waren ungefähr 150, aber in sehr verschiedenen Größen, so dass man immer die Größeren verkauft und die kleinen langsam nachwachsen können. Die allerschönsten behält man natürlich. Bei den anderen waren es so um die 50-60. Mir fällt gerade noch ein, dass ich von Centroblus spec. Mosambik auch schon Nachwuchs hatte - genau 2, also Zwillinge.
    Zu der Frage, ob frisches Blut reingekreuzt werden muss, kann ich mich nicht äußern. Da habe ich keine Ahnung. Ich bilde mir aber ein, dass es dazu schon mal Beiträge gab.
    Lieben Gruß Karola

  • Vielen Dank an Dominik und Karola.


    Ich habe schon mit meiner Tochter überlegt, ob wir die S. spec.1 trennen. Bis jetzt gibt es nur ein geschlechtsreifes Männchen. Leider ist das gerade nicht zu finden.


    Die C. splendidus scheinen doch recht verbreitet zu sein im Forum.
    Im Gegensatz zu denen von Dominik vermehren sich meine prächtig. Mir graut schon vor dem nächsten Substratwechsel. Einen Teil nimmt meine Tochter und der Rest wird dann hoffentlich hier im Forum Abnehmer finden.
    Leider werden die ersten von denen vermutlich im Herbst wieder geschlechtsreif sein. Ich weiß immer noch nicht, was ich tun soll.


    Bei den Dendros hoffe ich, dass die sich einfach noch eine Weile Zeit lassen. Zumindest, wenn ich hinsehe, zieren sich die Weibchen mächtig.


    Die S. gregorius sehe ich immer wieder beim Paaren, habe allerdings oder zum Glück noch keinen Nachwuchs entdecken können.


    Gibt es noch andere Erfahrungen? Ich bin jedem dankbar, der hier etwas schreibt.


    Liebe Grüße
    Sabine

  • Hallo Sabine,
    wenn ich Tiere halte, habe ich das Bedürfnis, sie so zu halten, dass sie sich wohl fühlen und möglichst artgerecht leben können.
    Da es aber z.B. bei Diplopoden nicht so einfach ist, zu erkennen, ob sie sich wohl fühlen, bedingt durch ihre, sich von unseren
    unterscheidenden Sinnesorganen, ist für mich die Tatsache, dass sie sich über Generationen fortpflanzen der einzige Nachweis für eine artgerechte Haltung.


    Was ich mit dem eventuell erhaltenen Nachwuchs später mache, darüber denke ich nach, wenn er da ist und ich die Anzahl kenne. Meistens ist es so, dass ich Mühe habe genügend über zu behalten um die Zucht weiter führen zu können und es wäre jederzeit möglich, Nachwuchstiere komplett abzugeben wenn ich sie nicht weiterzüchten wollte.


    Wir hatten schon Forenmitglieder, die nur ein Geschlecht haben wollten, weil sie Angst vor der Nachwuchsmenge hatten.


    Das liegt an einer einseitigen Darstellung in unserem Forum. Gezeigt werden nur die gelungenen (Massen) Zuchten. Die vielen nicht gelungenen sehen wir nicht.


    Z.B. hat ein großer Prozentsatz der Sp.1-Halter überhaupt nie Nachwuchs bekommen!
    Nur erfahren wir das nicht, und ich weiß es nur von den Haltern, die von mir Sp.1 bekommen haben.


    Zu der Anzahl von Nachwuchstieren kann man sagen, dass die Spirobolida logischerweise weniger Nachwuchs produzieren, da diese im Anfangsstadium ja in den geschützten Kapseln aufwachsen. Da ist die Eierlegeprozedur einfach aufwändiger und dafür die Überlebensrate höher.


    Es gehört zu den schönsten Erlebnissen und es ist eine tolle Sache, wenn man die Kleinen in einer Extrabox wachsen sieht. <3

  • Hallo Solaris


    Vielen Dank für Deine Antwort. Das nimmt mir ein bißchen die Sorgen.
    Ideal wäre es natürlich, wenn gerade so viel Nachwuchs hochkommt, dass problemlos weitergezüchtet werden kann.


    Und ja, es ist wunderschön mitzuerleben, wie die Kleinen sich entwickeln.
    Wenn ich die kleinen C. splendidus in unterschiedlichen Entwicklungsstadien von quasi frisch geschlüpft bis fast adult rumkrabbeln sehe, macht mir das ganz große Freude.


    Mir ist es auch ein großes Anliegen, die Füßer artgerecht zu halten und da gehört die Fortpflanzung einfach dazu. Ich finde es aber auch wichtig, dafür zu sorgen, dass der Nachwuchs ebenfalls
    artgerecht leben darf und in gute Hände kommt.
    Jetzt hoffe ich einfach mal, dass ich nicht von Nachwuchswellen überschwemmt werde.


    Liebe Grüße
    Sabine

  • Hallo


    Da meine Jungtierzahlen ja u.a. der Auslöser deiner Sorgen war,
    will ich auch mal Antworten.


    Ich muss sagen, dass ich mit über 600stk. nie im Leben gerechnet hätte,
    bei nur 4Weibchen, ne beachtliche Leistung!
    Aussortiert habe ich 50. Abgegeben habe ich bis dato 50.
    Im Terrarium der Alten? Sicherlich mehr als 50...
    Und eine Dame paart sich noch freudig weiter...


    Also, ja, ich war da vor ein paar Tagen doch ein wenig überrumpelt...
    ABER: Bis die Kleinen groß sind dauerts und viele sind eher and größere Tiere interessiert.
    ich hoffe allerdings das die nächste Generation zurückhaltender ist...
    Positiv denken...


    Und ja derzeit läuft es gut mit den Füßern,
    aber ich hatte auch schon Arten bei denen es nicht geklappt hat/klappt...
    zB Dendrostreptus macracantus

    LG
    Julia

  • Hallo Julia


    Vielen Dank für Deine Antwort und viel Erfolg beim Vermitteln der Kleinen.
    Dann bin ich jetzt einfach mal zuversichtlich, dass diese Massenvermehrung die große Ausnahme war.


    Liebe Grüße
    Sabine


    Ich wäre weiterhin dankbar, wenn auch andere ihre Erfahrungen hier mitteilen würden.

  • Hallo miteinander


    Weil ich dieses Thema begonnen habe, hier mal eine Rückmeldung zu meinem C. splendidus Nachwuchs.


    Ich habe insgesamt 44 größere und mittelgroße Tiere rausgesammelt. Jetzt scheinen nur noch ziemlich kleine unterwegs zu sein.
    Ich hatte deutlich mehr Anfragen als ich Tiere zu vergeben hatte. Tut mir leid an alle, denen ich vergeblich Hoffnung gemacht habe.


    Meine Sorgen sind auf jeden Fall weg.
    Es gab deutlich weniger Tiere, für die ich ein neues Zuhause suchen mußte und offensichtlich gibt es doch reichlich Interesse an dieser Art, obwohl sie hier im Forum reichlich vertreten zu sein scheint.


    Ich bin trotzdem weiterhin an Euren Erfahrungen interessiert.
    Vor allem, ob Marigold ihre Hundertschaft an S. spec.1 irgendwann unterbringt, bevor sie ihr die Haare vom Kopf fressen :D


    Liebe Grüße
    Sabine

  • Quote

    Vor allem, ob Marigold ihre Hundertschaft an S. spec.1 irgendwann unterbringt, bevor sie ihr die Haare vom Kopf fressen


    Hah! Wir erreichen bald ganz andere Zahlen...
    Habe die Brut heute in die größere Box gesetzt,
    bei dieser Gelegenheit auch richtig zählen können
    und mit den großen separierten Jungtieren, liegen wir bei ca. 900stk.


    Es melden sich zwar immer wieder ein paar Abnehmer,
    aber die Masse verringert sich natürlich nur geringfügig.


    LG
    Julia

  • Hmmm... Tausis brauchen an sich ja eig. nicht sooo viel Platz... Könnte man nicht grad bei grösseren Arten die kleinen einfach in Plastikboxen (diese grossen von z.B. Ik** da) unterbringen, bis sie Ca. 10-12cm gross sind, dass dauert ja doch einige Zeit, währendder man möglichst viele vermittelt (auch auf EBay oder so) und dann, dann sollte es ja kein Problem mehr sein, nach Geschlechtern trennen...

  • Ich muss ehrlich sagen, die Frage mit der möglichen Nachwuchsschwemme habe ich mir auch gestellt.


    In der Hoffnung dafür nicht gelüncht zu werden sage ich jetzt mal, da ich noch keine Tausendfüßer habe, aber demnächst welche anschaffen möchte, habe ich mir schon vorher überlegt lieber "attraktive" Arten anzuschaffen, damit man sie im Bedarfsfall besser los bekommt. Z. B. Centrobolus splendidus scheint man ja gut abgeben zu können.


    Natürlich möchte ich auch, dass die Tiere vernünftige Lebensbedingungen haben und für Anfänger wie mich geeignet sind.
    Trotzdem würde ich mich wenn möglich lieber für Arten entscheiden, die (natürlich auf für mich selbst) attraktiv sind.


    Ich bin ehrlich gesagt nicht so der Mensch, der unbedingt züchten möchte.
    Wenn das mal vorkommt, ist das sicher toll, die Entwicklung zu beobachten, aber im Großen und Ganzen möchte ich mich nur an den Tieren erfreuen und sie beobachten.


    Da wir auch Aquarien haben kann ich allerdings sagen, dass dort noch keine gefürchtete Nachwuchsschwemme vorgekommen ist. Da wir z. B. im großen Becken etliche verschiedene Arten halten, reduziert sich der Nachwuchs mehr oder weniger "von selbst". Bei den Tausendfüßern gibt es dann ja allerdings keine Fressfeinde im Terra. :huh: