2 Fragen eines Laien

  • Liebes Forum,
    bin noch unerfahren, habe allerdings das Buch ,,PraxisRatgeber Tausendfüßer" von Shurá Sigling gelesen, um eine gewisse Vorstellung von der Haltung dieser Tiere zu haben.
    Beim Lesen sind mir sofort drei recht wichtige Fragen gekommen, die ich euch jetzt stelle:


    1. Im Buch wird immer über das Züchten geschrieben, ganz nach dem Motto dass das das große Ziel bei der Tausendfüßerhaltung sei... Aber wenn ich lese, dass Archispirostreptus Gigas hunderte Nachkommen bekommt, stellt sich mir die Frage, wie ich so viele Tiere halten soll? Ich meine an und für sich finde ich das Züchten ja auch gut, aber wenn es so extrem viele Nachkommen sind, weiß ich nicht, wie ich das bewältigen soll.


    2. Im Buch steht unter ,,Zucht" bei manchen Arten ,,bis jetzt keine Nachzuchten bekannt". Heißt das etwa. dass eine Paarung bei der Haltung dieser Art nicht zu erwarten bzw. sehr unwahrscheinlich ist? Oder gibt es generell Arten, die nur wenige oder gar keine Nachkommen bei der Haltung im Terrarium bekommen?


    3. Ein etwas schwierigeres Thema... Es gibt ja Fälle, in denen es für ein Tier keine Hoffnung mehr gibt, z.B. wenn es fast alle Beine verloren hat, und der Tod eine Erlösung darstellt. In dem Buch wurde in solchen Fällen dazu geraten, das Tier in einer Box in der Tiefkühltruhe einzufrieren. Doch kennt ihr noch andere Methoden, die vielleicht noch humaner und schmerzloser sind? Ich würde so etwas nur gerne für den Fall der Fälle wissen.


    Mfg
    Patrick

  • Hi Patrick und herzlich willkommen im Forum


    zu1.: Bei den wenigsten Arten ist es so, dass man gleich mit Babys überflutet wird, bei den meisten freut man sich, wenns überhaupt klappt mit der Fortpflanzung, da das auch bei den häufigeren Arten keinesfalls immer gewährleistet ist. Bei den Arten mit viel Nachwuchs hat man nach dem Aufzuchtverlust bis sie adult sind noch etwa 20 Jungtiere pro Weibchen.
    Und wenn man merkt, dass man Jungtiere im Becken hat, dauert es ja auch nochmal eine Weile, bis sie adult (oder zumindest so gross, dass man Platzprobleme kriegt) sind.
    Man wird laut dem was ich hier im Forum gelesen habe eigentlich alle Tiere los, solange man nicht horrende Summen für die Tiere verlangt.


    zu 2.: Das kommt auf die Art draufan. Soweit ich weiss, gibt es Arten, die sich dauernd Paaren und auch sehr viele Eier legen, aber bei denen dann einfach sehr viele Jungtiere bei der Aufzucht sterben (z.B. Tonkinobolus dollfusi). Einige Arten brauchen wahrscheinlich auch spezielle Trockenheitsperioden etc. um in Paarungs- bzw. Eierablagestimmung zu kommen. Auf Shura Sieglings Homepage (http://www.millipeden.org/2012/mp_pages/mp8801_1.html) ist das bei vielen der schwernachzüchtbaren Arten angegeben.


    zu 3.: Soweit ich weiss ist einfrieren eine relativ humane Tötungsmetodhe, da die Tiere in eine Art Kältestarre gehen und dann auch nicht mehr viel spüren.


    Ich hoffe, alle Infos sind soweit korrekt und ich konnte dir weiterhelfen.

  • Hallo Paprika,
    überzählige Füßer wird man eigentlich meist los. So gibt es hier im Forum z.B. eine Kleinanzeigen Rubrik, es gibt diverse Online Portale oder Facebook Gruppen in denen man inserieren kann, dass klappt meist recht gut.
    2. Paarungen beudeuten nicht unbedingt auch Eiablage. Bei vielen Arten hat man einfach noch nicht die optimalen Haltungs-/Zuchtbedingungen rausgefunden und so kommt es erst gar nicht zur Eiablage oder zu hohen Ausfallraten bei den Jungtieren. Es gibt allerdings auch Arten die allgemein viel oder eben wenig Jungtiere produzieren.
    3. Wie Katsascha schon schrieb ist Einfrieren wohl die beste Lösung in solchen Fällen. Der Stoffwechsel der Tiere verlangsamt sich wodurch der Füßer in eine Starre verfällt. Die meisten Arthropoden, zu denen auch unsere Füßer zählen, haben auch nicht unbedingt das "ausgeklügelste" Nervensystem. Hier also nach einer "humanen Erlösungsmethode" zu suchen ist eher fehl am Platz :)


    LG
    Phili