Kritik an Haltungsbedingungen

  • Hallo Tausifreunde,


    ich bin neu hier und wollte Euch gern meine Erfahrungen zu meinem Erwerb meiner A. gigas erzählen.
    Erworben habe ich sie auf einer Terraristikbörse in Bayern, im April 2013 in Bayern.
    Schon lange hatte ich mir diese Tiere gewünscht und ein Becken stand bereits parat.
    So kam es, dass es auf der Börse doch tatsächlich diese Tiere gab - ich wollte unbedingt ein Pärchen! Das teilte ich diesem Anbieter auch mit und die Tiere wurden auf ihr Geschlecht hin untersucht.
    Jetzt kommt mein trauriger Bericht: Erwies sich das soeben untersuchte Tier nicht als das gewünschte Geschlecht, wurde es zurück in die Schale GEWORFEN :thumbdown: . Das tat mir sehr leid um diese schönen Tiere. X( Ferner hatten beide abgefressene Beine - ja doch eher ein Zeichen für Nahrungsmangel.
    Daheim angekommen, waren die beiden, die ich Frederick und Frederike taufte, 3 Tagen lang nur mit Fressen und Trinken beschäftigt. Ich konnte es selbst kaum glauben, aber die 2 waren dünn und ausgehungert. Immer wieder wechselten sie mit Fressen und Trinken ab. Am nächsten Tag war so gut wie Alles aufgefressen (Salat, Gurke, Mango, Fischfutter).
    Allmählich wurden sie richtig propper und ein halbes Jahr später (sie waren schon ausgewachsen, als ich sie kaufte) paarten sie sich.
    Natürlich wurden fleißig Eier gelegt.
    So durften sie aus dem 60'er Becken auch in ein 100 cm Aquarium einziehen. Als Einrichtung haben sie: Walderde, verrottendes Holz, Moos, ein Schälchen mit Wasser, einen kleinen Baumstamm, der vor sich hin rottet, Efeu und jede Menge Helferlein (weiße Asseln).
    Ich denke, die letzten 1 1/2 Jahre, die sie noch bei mir lebten, ging es ihnen gut.
    Die Jungtiere sind mittlerweile schon richtig groß: 2 sind schon fast ausgewachsen, der Rest bewegt sich zwischen 5 und 15 cm. Und keines von ihnen zeigt abgefressene Beine!

  • Grüß dich, "Donnervogel",


    das, was du da gerade kritisierst sind aber nicht die Haltungsbedingungen - sondern mehr Verkaufs- und Transportbedingungen. Leider ist es so, das viele Verkäufer nicht auf das Wohl ihrer zu Verkauf stehenden Tiere achten, sondern nur auf das Wohl ihrer Brieftasche. Das, was du schilderst ist leider kein Einzellfall! Aber man muss hier auch etwas differenzieren. Das Exoskelett von Diplopoden hält einiges aus. Aus welcher Höhe und mit welcher Kraft wurde geworfen? Das Substrat ist recht weich und fängt viel ab. Ein bekannter von mir hält Archispirostreptus gigas als Bodenpolizei bei seinen Bothriechis schlegelii. Ab und zu klettern die Archispirostreptus auch gerne in eine Höhe von 150cm. Habe schon einige male beobachtet wie sie beim Klettern abrutschten und über verschiedene Äste auf dem Boden landeten. Bisher konnte ich dabei keine Beschädigungen des Exoskeletts fest stellen und die Krabbler waren auch recht schnell wieder unterwegs in alle Richtungen. Dem würde ich jetzt also weniger eine Dramatik zuweisen. Ich "werfe" auch das ein oder andere Tier zurück ins Substrat. Natürlich nicht so, dass sie sich dabei verletzen könnten.
    Was aber mehr an Dramatik hat, sind die Dehydrations- und Mangelerscheinungen. Diese sind ebenfalls keine Seltenheit, vor allem bei Wildfängen, wie in deinem Fall. Diese werden quasi direkt aus dem Habitat verkauft und bekommen keinerlei Chance sich zu akklimatisieren. Unterwegs haben sie, mit Glück, wenigstens noch feuchtes Substrat. Deshalb ist es immer zwingend erforderlich (auch beim Erwerb von Nachzuchten) diesen genügend Frischfutter mit Wasseranteil zu bieten damit sie ihren Wasserhaushalt wieder in den Griff bekommen.


    Was die angefressenen Beine angeht, so kann es auch sein dass dies Häutungsfehler sind oder nekrotische Ansätze. Ist aber gerade bei älteren Tieren, vor allem Wildfängen, normal. Ich hatte mal einen Fall bei meinen Ophistreptus guineensis, der über die Jahre immer mehr Beine bei der Häutung verlor. Bis zu seinem Ableben zwei Jahre später waren etwa drei viertel aller Beine bei Häutungen abgebrochen.


    Gruß


    PS: Ich gehe mal davon aus, du meinst die Börse in Augsburg?

  • Die Haltungsbedingungen habe ich insofern kritisiert, da die beiden offensichtlich nicht genügend Futter und Wasser erhalten haben.
    Es war halt einfach kein schöner Anblick, wie der Tausi regelrecht da hineingeworfen wurde.


    Es war die Terraristikbörse in Rosenheim.