Anfängerfragen: Erde im Winter/Grösse Lüftung im Deckel

  • Hallo Zusammen


    Ich habe vor kurzem beschlossen, mir ein paar Tausendfüsser zuzulegen. Ich habe alles vorbereitet und 8 Stück Tiere eingekauft
    (sie sind noch nicht angekommen). Nachdem ich meine Plastikbox schön mit Kokoshum (wie auf ein paar Websites empfohlen) gefüllt habe,
    sah ich auf eurer Website, dass dies nicht gut ist.


    Mein Problem ist nun, dass draussen sehr viel Schnee liegt und der Boden eingefroren ist. Ich habe also alte Erde (lange nicht gedüngt, sehr alt) aus meinen
    Topfpflanzen mit ein paar vertrockneten Topfpflanzenblättern (Grünlilie, Farn, Sukkulente) zusammengemischt und als Substrat genommen.


    Meint ihr, das ist in Ordnung? Wie lange können die Kleinen es da drinnen aushalten? Das ist nur meine Notlösung, bis es draussen wärmer wird.


    Da ich nicht sehr viel Substrat hatte (und die Tiere nur 1-4 cm gross sein werden), habe ich nur einen sehr kleinen Behälter (260x170x150 mm) füllen können.
    Die eigentliche Box hat 540x370x430 mm. Wie lange kann ich die Kleinen im kleinen Behälter haben? Schränkt es sie im Wachstum ein wenn sie nicht im
    grossen Behälter sind? Ich habe auch bedenken, dass das Grünmaterial nicht genug ist, da Jungtiere anscheinend mehr organisches Material gebrauchen.
    Kann man das auch durch Gemüse zum Teil ersetzen?


    Ich habe noch eine 2. Frage: Wie gross soll die Öffnung im Deckel sein? Viele sagen "klein", aber ich kann mir darunter nichts vorstellen. Ist es besser
    Löcher zu stechen (hält Luftfeuchtigkeit) oder ein Loch reinzuschneiden und mit einem Netzchen zukleben (mehr Luft)?


    Vielen Dank für Eure Antworten!


    ShadowOfRainbow


    PS: Ich freue mich schon sehr auf die Kleinen, kann es kaum erwarten :D

  • Grüß dich und willkommen im forum!


    Ja, der Cocoshumus ist nicht nur schlecht, sondern mit unter sogar tödlich für Diplopoden.


    Wenn du mich fragst ist das alte Topfpflanzensubstrat zwar nicht gefährlich aber genau so ungeeignet wie der Cocoshumus, da darin vermutlich ebenfalls nichts fressbares mehr vorhanden ist...die beste Variante für die Tiere wäre sich eine Schaufel zu schnappen,den Schnee weg zu schaufeln, und das Substrat von darunter zuhause auftauen zu lassen.
    Gerade Jungtieren solltest du auf jeden fall ein Substrat bieten dass hoch angereichert ist mit organischem Material, da die meisten Arten als Jungtiere fast nur im Substrat unterwegs sind, und daher vorwiegend von hier ihre Nahrung beziehen.
    Die trockenen Blätter deiner Pflanzen sind auch nicht wirklich als Futter geeignet, das optimale Laub ist aus dem letzten Jahr, schon etwas zersetzt und kräftig von Pilzhyphen durchwachsen...


    HIER und HIER findest du eine gute Anleitung für die richtige Substratzusammensetzung! Die Tiere werden es dir danken!


    Ich finde die Box für die kleinen nicht besonders groß, aber auch nicht erschreckend klein, allerdings sollte sie dann aber so ziemlich voll mit Substrat sein. Je weniger Substrat du in deiner Box hast desto häufiger musst du dieses wechseln, und damit verbunden ist jedes mal die Gefahr eine Tier bei der Häutung zu stören.
    Im Wachstum einschränken wird sie eine kleine Box nicht, sehr wohl aber ein Nahrungsmangel der in dem von dir Beschriebenen Substrat bestimmt herrschen wird.


    Was für Arten bekommst du? Manche Arten gehen sowieso kaum an Zusatzfutter (Gemüse,Obst...) andere nur als Jungtiere kaum, wieder andere schon von ganz klein weg sehr gerne.


    LG Simon

  • Hallo


    Danke für die ausführliche Antwort!


    Ich weiss nicht, wie voll ich die Box füllen darf, da ich auch eine Art bekomme, welche sehr gerne klettert (ich habe aber auch wiederum gehört, dass Kleintiere noch nicht so viel klettern). Wieviel cm würdest du etwa empfehlen?


    Ich bekomme:
    2x Pelmatoiulus ligulatus
    2x ? Cameroon giant matt black mill (Verkäufer weiss selbst nicht, was es genau ist, Kletterer)
    4x Epibolus pulchripes


    Was passiert, wenn man einen Tausendfüsser beim Häuten stört?
    Anscheinend war es ein Fehlgriff, Jungtiere zu beschaffen. Ich wollte sehen, wie sie wachsen, werde sie aber vermutlich eh nie sehen...


    LG ShadowOfRainbow

  • Für diese Arten würde ich auf jeden Fall ein HOCH angereichertes Substrat verwenden, da die P.ligulatus und die E.pulchripes so gut wie nur Laub und Weißfaules Holz fressen, und das in großen Mengen.
    In Anbetracht dieser beiden Arten ist meiner Meinung nach auch die Box zu klein, da du hier eigentlich ständig das Substrat erneuern müsstet
    Die fressen wirklich viel.

    Über die unbestimmten Kameruner kann ich dir leider nichts sagen.


    Bei Jungtieren solltest du mindestens 10 besser 15cm Substrat haben, hier gilt: je mehr desto besser!
    Die Tiere sind während der Häutungsphase sehr empfindlich,wenn du die Tiere bei der Häutung störst kann das zu Häutungsfehlern führen, die je nach Ausmaß sogar tödlich sein können.
    Daher ist es ersten wichtig nicht nach den Tieren zu graben auch wenn man sie mal eine Zeit lang nicht sieht, und zweitens nicht ständig das Substrat wechseln zu müssen!


    LG Simon

  • Fressen diese Arten auch ausgewachsen kein Gemüse? Das wäre nämlich Schade. Muss ich ausser dem Substrat sonst noch etwas beachten, was besonders für Jungtiere wichtig ist?


    LG ShadowOfRainbow


    PS: Wieviel Luft brauchen die jetzt eigentlich?

  • Also bei mir gehen weder die P.ligulatus noch die E.pulchripes an Gurke,Apfel usw...
    Wenn du die an die Substrat Zusammensetzung hälst, die über die beiden Links oben zu finden sind, dann sind die Tiere ausreichend versorgt!


    Da die beiden oben genannten Arten gerne eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit mögen würde ich für diese die Lüftungsflächen eher klein ausfallen lassen...auch hier kann ich dir zu den Kamerunern nichts sagen.


    LG Simon

  • was heisst genau klein? Wie bereits im Text beschrieben, kann ich mir darunter gar nichts vorstellen. Wieviel auf Wieviel cm etwa? Oder doch besser ein paar Löcher stechen?
    (Vielen Dank für die Antworten)


    LG ShadowOfRainbow


    PS: Weche Arten sind denn dafür bekannt, dass sie wie wild Gemüse fressen?
    PPS: Wie kann man wissen, dass die Tausendfüsser noch leben, wenn sie immer im Substrat sind und nicht einmal zum "Leckerli-essen" herauskommen?

  • Ich würde an deiner Stelle mal einige Löcher in den Boxendeckel bohren...und wenn dann über all das Wasser steht dann noch ein paar mehr.


    Die meisten Arten die sich Großteil im Boden/Substrat aufhalten sind meist nur mäßig vom Zusatzfutter begeistert, die meisten Arten die viel Oberirdisch unterwegs sind nehmen meist auch sehr gerne Obst Gemüse Fischfutter usw...aber auch innerhalb einer Art kann es sein dass manche Tiere begeistert von etwas sind und andere es nicht anrühren...also ausprobieren!


    Wenn dir ein Tier stirbt kommt es meistens, vor allem bei großen Tieren, zu einer ziemlichen Geruchsentwicklung...es kann aber auch sein dass dir ein Tier verstirbt ohne dass du es riechst, dann merkst du es halt erst beim nächsten Substratwechsel.


    LG Simon

  • Hallo, ich kann Simon da nur zustimmen. Meine P.ligulatus nehmen max. gekochtes Ei oder frische Lamm-Innereien als Zusatzfutter an, und auch das nicht regelmäßig.
    Diese Art ist auch adult nur sehr wenig zu sehen, dann lohnt sich das hinsehen aber umso mehr.
    lg Caroline

  • Hallo


    Danke für die Antwort! Ich habe gar nicht gewusst, dass die auch Fleisch fressen. Ich habe jetzt nur ein Problem. Ich habe die Erde aus dem Wald besorgt, und habe noch nicht viele Löcher in den Deckel gemacht. Inerhalb von 2-3 Tagen hat sich jetzt unglaublich schnell Schimmel gebildet, vor allem auf dem Holz (weisser Flaum). Ist das problematisch? Kann ich was dagegen tun, abgesehen von der Luftfeuchte senken?


    Lg ShadowOfRainbow

  • Hallo,


    Gegen Schimmel kannst Du versuchen Asseln zu halten. Die sollen es beseitigen und halten das Terrarium sauber.
    Ich hoffe, dass ich Dir weiterhelfen konnte,
    Liebe Grüße


    Noizi

  • Hallo


    Vielen Dank für den Tipp. Woher kriege ich die aber? Da ich die Erde unter dem Schnee freigegraben habe, ist sie fast vollständig ohne Kleintiere. Ich weiss auch nicht, wo ich im Moment Asseln finden kann.


    Lg


    ShadowOfRainbow

  • Grüß dich,


    Da ich zur Zeit im Garten ebenfalls keine Asseln habe, habe ich in der Zoofachhandlung weiße Asseln (für etwa fünf Euro) gekauft. Das Problem war nur, dass diese auf Kokoshumus gehalten wurden und ich jede Assel einzeln ins Becken umsiedeln musste...
    Alles Gute


    Noizi

  • Du könntest statt des Plastikdeckels für ein paar Tage eine Abdeckung aus Fliegengitter machen, damit die Feuchtigkeit schneller entweichen kann, das schimmelige Holz einfach rausnehmen und abwarten. Das pendelt sich normalerweise recht schnell ein.
    Lg Caroline

  • Hallo


    Ich habe die Kleinen jetzt bekommen, sie sind alle heil angekommen. Ich frage mich jetzt nur, ob die es überhaupt überleben werden. Alle schreiben, dass die Jungtiere Kotbällchen brauchen. Da es bei mir aber meine ersten sind, habe ich nur kleine (3-4 cm) lange, weisse Würmchen.


    Lg ShadowOfRainbow