Hundert- oder Tausendfüßer in Mittelamerika

  • Hallo!
    Ich lebe seit ein paar Wochen in Mittelamerika, El Salvador, und habe gestern Abend einen [lexicon]Hundertfüßer[/lexicon] unter meinem Bett gefunden. Als erstes habe ich ein Foto gemacht, dann habe ich meinen Mitbewohnern davon erzählt. Sie wurden ganz aufgeregt, weil das Tier angeblich sehr giftig sein soll. Leider haben wir es nicht gefunden, es läuft also noch immer in der Wohnung rum. Ich habe das Internet danach abgesucht, aber nur herausgefunden, dass es fast unmöglich ist das Exemplar zu bestimmen ohne es zu untersuchen. Laut meiner Mitbewohner ist es ein [lexicon]Hundertfüßer[/lexicon], kein Tausendfüßer, aber ich weiß nicht, ob das wirklich stimmt. Das Foto ist auch nicht besonders gut, aber vielleicht gibt es ja trotzdem ein paar Anhaltspunkte? Das Tier war ca. 10 cm lang.
    Vielen Dank für eure Hilfe,
    Katharina

  • Hallo Katharina,


    das ist ganz sicher ein Hundertfüsser :) Er hat nur ein Beinpaar pro Segment, und die typische Form & das Aussehen eines Hundertfüsser. Ich finde ihn jetzt speziell dünn (länglich).. habe aber für die Räuber nix übrig. Und ja, vorsicht, diese Biester können unter Umständen sehr giftig sein.


    Herzliche Grüsse
    Marie

  • Ich habe gerade etliche Videos auf Youtube gesehen. Wenn ich gewusst hätte, dass das :cursing: aggressiv und giftig ist, wäre ich ihm nie so nahe gekommen. Eigentlich sah es ganz niedlich aus. Laufen die nur auf dem Boden rum oder können sie auch auf Möbel und Betten klettern? Ich wünschte ich hätte Stiefel hier :) Bin jetzt bei jedem Schritt übervorsichtig...

  • Ja sie koennen auch gut klettern, normalerweise halten sie sich aber gerne in Ritzen (Holzboden o.ae. auf).
    Stiefel waeren keine schlechte Option.
    Auch neigen sie dazu sich gerne in Schuhen oder aehnlichem zu verstecken, immer vorher gut ausklopfen..und sie erreichen auch eine erstaunliche Geschwindigkeit.
    Kleidung oder aehnliches sofort vom Boden weg, immer alles ausschuetteln und ausklopfen.


    Falls du doppelseitiges Klebeband besitzen solltest, da haben sich an Tueren "Sperren" mit Klebeband bewaehrt, zumindest um z.B. den Schlafraum sicher zu machen.
    Wie Marie schon sagt, mit der Giftigkeit der Tiere ist leider nicht zu spassen, ich moechte nicht gebissen werden.


    LG,
    Shura und die ganze Bande

  • Hallo Katharina,
    meiner Ansicht nach gehört dieses Tier zu den Geophilomorpha, den Erdläufern. Eine Ordnung, die zu den Hundertfüßern gehört, von denen es auch einige Arten bei uns gibt.
    Allerdings denke ich nicht, dass sie den Menschen gefährlich werden, da sie nicht so schnell sind wie Scolopender, giftig sind sie auch.


    Ich würde sie eher als Nützlinge betrachten, da sie viele Schädlinge und Lästlinge vernichten.


    Aber wenn du dich besser informieren möchtest, solltest du das Bild hier einstellen zur Bestimmung, die haben ein Unterforum für diese Tiere.

  • Wenn sie zu den Geophilomorpha gehoeren wuerde muesste sie meines Wissen mehr als 31 Beinpaare haben.
    Habs noch nicht gezaehlt, allerdings koennen die auch ganz schoen beissen (aus eigener Erfahrung) und sind auch in der Lage mal flugs nen Arm ueber ne Woche schmerzhaft zu machen.
    Katharina, ich haeng schon an den Datenbanken zur Identifikation dran, vielleicht finden wirs ja raus um welche Spezies es sich handelt.


    LG,
    Shura und die ganze Bande

  • Dann geh ich mit dir dáccord bzgl. der Familie Geophilomorpha.
    Bis jetzt konnt ich leider nur eine halbwegs passende Spezies aus Richtung Suedamerika ausmachen, allerdings habe ich keine Nachweise ueber die potentielle "Giftigkeit" (was nix heisst) finden koennen.


    LG,
    Shura und die ganze Bande

  • Ich habe gerade mal nachgezählt, ich glaube es sind 89 Beinpaare.
    Shura, ich bin echt mal gespannt, was Du herausfindest! Vielen, vielen Dank für Deine Hilfe!
    Wenn Du nichts findest, kann ich das Bild ja mal in das andere Forum setzen... :)

  • Mach das auf alle Faelle, Katharina, hier laufen die Suchanfragen naemlich ziemlich ins Nirvana aufgrund den nicht auszumachenden Merkmalen auf dem Bild und ich kann ja auch nicht von dir erwarten dass du das Tier umdrehst und nochn Pic machst, das waere womoeglich nicht so gut.


    LG,
    Shura und die ganze Bande

  • Die Geophilomorpha sind auf allen Bilder eher hell. Mein Exemplar war fast schwarz, vielleicht auch sehr dunkel braun.
    Und ich bin mir sicher, dass es länger als 10 cm lang war. Falls ich es noch einmal finden sollte, fange ich es ein und mache bessere Fotos :)

  • Hallo Katharina,


    das ist ein Vertreter der Geophilomorpha, diese sind im gegensatz zu den Skolopendern nicht so beißwütig bei Bedrohung. Ein Biss würde wahrscheinlich auch nur max. einem Bienenstich entsprechen. In Mittelamerika kommt nur eine so segmentreiche Geophilomorphenfamilie vor, die Oryidae. Der Blick in die Literatur hat für El Salvador die potentielle Art Notiphilides maximilani ergeben (bis 115 mm, 85-89 Segmente), eine weit verbreitete Art in Mittelamerika. Näheres könnte man aber nur bei genauerer Untersuchung des Tieres sagen.


    Gruß,
    Peter