Gibt es grobe Infos zu Häutungsintervallen?

  • Hallo ihr :)


    Ich weiß das Entwicklung, Wachstum Häutung usw. immer auch von den Haltungsbedingungen (z.B. Wärme) abhängen, aber mich würde doch interessieren,
    ob man grobe Angaben zu den Häutungsintervallen junger Füßer (in meinem Fall die großen Madagassen von Shura 4cm) machen kann? Ich habe dazu keine allgemeinen Angaben gefunden.
    Es ist ja auch immer zusätzlich eine Frage der Art denke ich...


    Mich persönlich interessiet da der Bereich der größeren,langlebigeren Arten, die sich generell bestimmt eher seltener häuten, oder?



    Kann mir da jemand etwas zu sagen?
    Würde mich freuen...


    Liebe Grüße Anna

  • Naja Anna, da hast du ja selbst schon alles gesagt. :thumbup:


    Häutung heißt ja immer Wachstumsschub, es ist ja die Technik bei gepanzerten Lebewesen stufenweise zu wachsen. Sie fressen also, bis sie ihr Grenzgewicht bei der Größe erreicht haben, dann häuten sie sich und werden schlagartig größer, genau wie deine Spinnen auch.


    Da der Stoffwechsel von Temperatur und Nahrungsangebot abhängig ist, ist das Häutungsintervall davon auch abhängig. Bei den Kleinen wird auch immer noch die Segmentzahl erweitert. Man kann es so ausdrücken, das Häutungsintervall ist bei den Kleinen kürzer und je größer sie werden, um so größer ist das Zeitintervall bis zur Häutung.


    Ich denke, dass die Zahl der Häutungen bis zum adulten Tier bei den einzelnen Arten ungefähr feststeht.


    Da deine Art aber bisher glaub ich nur von Shura nachgezogen wurde, weiß man die Zahl der Häutungen bis zum adulten Tier nicht.


    Peter hat irgendwo mal einen Zahlenwert angegeben, ich weiß aber nicht mehr wo. :whistling:


    Vielleicht find ich es irgendwo.

  • Danke für die schnelle Antwort Sol :)


    Ich weiß auch genau was du meinst und es leuchtet mir natürlich absolut ein.
    Es ist nur immer so schwer vorstellbar, in welchen ungefähren Abständen die Häutungen bei Jungfüßern stattfinden, wenn man diese Tier noch nie gehalten hat. Wobei das wahrscheinlich auch schwer zu dokumentieren ist, wenn ich mir so ein Becken voller Füßernachwuchs vorstelle.


    Ich will auch keine genauen angaben, auf die ich dann jemanden festnageln würde ;)


    Einfach nur irgendeine Beobachtung um zu wissen, ob es sich eher um Wochen oder mehrere Monate handelt, oder kann man das auch nicht sagen?



    Liebsten Gruß :)

  • Wenn ich das hier so betrachte muessten sie sich bei dir in Baelde wieder haeuten, bei meinen [lexicon]NZ[/lexicon] dieser Spezies laeuft grad die Massenhaeutung wieder an.


    Ich werd jetzt mal versuchen das zu dokumentieren, schad dass ich jetzt erst mit den Aufzeichnungen einsteigen kann, so wird es immer unvollstaendig bleiben.


    Zusatzinfo:
    Die kleinen Racker hab ich als Eier am 26.02.09 entdeckt, sie haben zwei Monate bis zum Schlupf gebraucht.
    Temperatur war um die 23°C.


    LG,
    Shura und die ganze Bande

  • Anna, zähl doch mal bei deinen kleinen Modellen einfach die Segmentzahl, guck ob alle etwa gleich sind, bilde einen Mittelwert und notier den. Das wäre dann schon ein Anhaltspunkt für ein Jahr alt.
    Die Segmentzahl der Erwachsenen kannst du eventuell aus alten Bildern von Shura ermitteln. Im Buch hat sie auch ein Bild, auf dem ein komplettes Tier ist, da kannst du mal abzählen. :thumbup:


    Ich finde das sowieso schade, dass nur wenige sich die Mühe machen, solche Daten festzuhalten. :!:


    Es macht ja die Informationsqualität eines Forums aus, wenn möglichst viele Mitglieder sowas machen.

  • Oh ja das ist eine gute Idee :)


    Ausbuddeln werde ich sie jetzt nicht, aber anhand meiner Bilder kann ich da glaube ich auch schon erste Zählungen machen.
    Und dann grabe ich noch mal in Shuras Fotoarchiv herum ;)



    Liebste Grüße

  • Na das ist schon schwieriger, ich nehme an, du weißt nicht so genau, wie sie vorher gehalten worden sind.


    Wie Anna oben schon gesagt hat, hängt die Wachstumsgeschwindigkeit von der Ernährung und der Temperatur ab, und wenn du das nicht weißt, wie das vorher war, kannst du auch nicht raten.

  • N'abend zusammen.
    Das ist noch einmal genau das, was mir Peter damals zum gleichen Sachverhalt geschrieben hat (wahrscheinlich hat solaris den post auch gemeint). Vieles wurde schon gesagt, aber neben den genauen von euch durchzuführenden Beobachtungen bekommt man erst einen ganz guten Überblick....:


    Der eigentliche Häutungsprozeß (aus der Häutung raus, aufpumpen, aushärten) ist meist abhängig von der Größe des Tieres. Je kleiner dest schenller, je größer dest länger. Bei Juvenilen unter 1cm würde ich es mal auf 15-30min schätzen, bei Tieren über 25cm auf einen halben bis mehrere Tage.


    Zu der eigentlichen Häutung gehört allerdings bei vielen Arten (besonders den Bandfüßern) der Bau einer Häutungshöhle und eine Ruhephase vor der Häutung. Nach der Häutung kommen die Tiere auch nicht sofort an die Oberfläche, sondern verbleiben noch in der Höhle für einige Zeit.
    Bei kleinen Larven kann das alles an einem Tag ablaufen, bei Größen von ca.10cm mehre Tage bis eine Woche und bei Archispirostreptus gigas kann es teilweise mehrere Monate dauern bis sie wieder auf der Oberfläche erscheinen.


    Die Anzahl der Häutungen ist abhängig von der Art- bzw Familienzugehörigkeit.


    Bandfüßer (Polydesmida) häuten sich ca. 6 bis 7 mal bevor sie geschlechtsreif sind und häuten sich anschließend nicht mehr.


    Bei den einheimischen Tausendfüßern (Julida) haben wir ca. 5 bis 9 Häutungen. Je nach Art und Geschlecht häuten sich die Adulten noch (mehrere) mal danach.


    Bei einigen [lexicon]Spirobolida[/lexicon] können je nach Art/Geschlecht noch mehrere Häutungen nach der Geschlechtsreife erfolgen (ohne Segmentzuwachs). Leider liegen bisher kaum Daten für den Entwicklungszyklus von Arten dieser Ordnung vor, allgemein sind sie aber recht segmentarm und werden daher Schätzungsweise werden sie 6 bis 9 Häutungen benötigen.


    Bei den Spirostreptiden liegen bisher auch keine genauen Daten vor, sie werden aber wohl eher 7 bis 10 Häutungen benötigen, da sie meist segmentreicher sind als die Spiroboliden. Nach erreichen der Geschlechtsreife häuten sie sich nicht mehr nach ENGHOFF, 1992. Es sind aber für einige Arten Fälle bekannt in den sich die adulten Tiere während der Trockenzeit nochmals häuten (KRABBE, 1982).


    Die Saftkugler (Glomerida) häuten sich bis zum erreichen der Geschlechtsreife ca. 5 mal und häuten sich danach (ohne Segmentzuwachs) meist mehrere male.
    Genauso verläuft es bei den Riesenkuglern (Sphaerotheriida). Allerdings weiß nicht nach wieviel Häutungen diese geschlechtsreif sind. Es müssten, glaube ich, 1 bis 2 mehr wie bei den Glomeriden sein.

    Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes...
    Salvador Dali

  • Mensch Jan danke für die Infos.


    Da sind ja ein paar wirklich interessante Sachen dabei.


    Dass [lexicon]Spirostreptida[/lexicon] z.B. insgesamt ca.7-10 Häutungen durchleben, ist ja schonmal ein toller Richtwert, mit dem ich mir eine Vorstellung machen kann.
    Wenn man dann noch die stetige Verlängerung der Abstände zwischen den Häutungen bedenkt und von einem etwaigen Zeitraum von ca 4 Jahren, bis zur vollen Größe der Tiere einkalkuliert....


    Ja darunter kann ich mir jetzt wirklich etwas vorstellen :)


    Danke dir!


    Ich werde mal anfangen ein wenig Buch zu führen und Segmentchen zählen ^^ ...so gut es geht



    Einen schönen Abend