Giftschlangen für jedermann ?!?

  • Hallo zusammen,


    da ich weiß, dass hier auch Giftschlangen-Halter im Forum unterwegs sind, möchte ich mal fragen, ob euch der aktuelle Fall nachdenklich macht:
    Video: http://www.zdf.de/ZDFmediathek…001714/Kobra-im-Mietshaus
    Abschlussbericht: http://www.bild.de/BILD/news/2…n-falle-tot-gefunden.html


    Ich will jetzt nicht darauf hinaus, dass der Besitzer sich selbst und andere Mitbewohner des Hauses in Gefahr gebracht hat, mir geht es eher um den finanziellen Aspekt. Der Junge kann sein ganzes Leben diese Kosten abbezahlen, sollte man unter solchen Umständen nicht die Haltung von Giftschlangen doch überdenken, oder zumindest eine Art Versicherung zur Pflicht machen?


    Lg,
    jan

  • Ne Versicherung ist nicht verkehrt denk ich noch wichtiger find ich das es einheitliche regelungen gibt und die die solche tiere halten wollen auch entsprechende nachweise haben. Nur kümmert es viele Händler nicht ob der wo kauft entsprchende haltungerfahrung vorraussetzung und nen Giftschein oder wie des heist besitzt

  • Wow,


    das ist wirklich mal ein heftiger Fall, da ist mir glatt die Kinnlade runtergeklappt beim Anblick der entkernten Wohnung.
    Man könnte dem jungen Mann nun zwar vorwerfen das Terrarium nicht ausreichend gesichert zu haben (ich sehe z.B. kein Schloss an Türe und die Glasscheiben hängen auch ziemlich lose...), aber ob man mit 19 Lenzen das alles schon so überschauen kann... Klar, eigentlich man sollte es, sooooooooo jung ist das nun auch wieder nicht, aber er hat jetzt wirklich sien ganzes Leben was davon sozusagen. Wohnung hinüber und Schulden ohne Ende, das ist wohl genug der Strafe. Ich find`s schon auch seltsam, dass ein Händler ein derart giftiges Tier einem doch recht jungen Menschen fraglos anvertraut.


    Ich geb dir da also Recht Jan was deine Bedenken angeht, ich hab`s gerade schon in einem anderen Thread geschrieben. Ich würde da sehr einen Sachkundenachweise befürworten und dazu eine regelmäßige Haltungskontrolle von offzieller Stelle aus. Das kostet zwar, aber wer so etwas halten will, dem ist es das entweder wert oder man lässt es eben. Ich find so was in einem Wohnraum auch daneben, viele vernünftige Gitftierhalter haben einen seperaten Raum dafür der IMMER verriegelt ist und noch dazu gesicherte Terras. Und ich finde das auch richtig so. Wenn da was entkommt, nimmt es nichts solche Ausmaße an. Versicherung würde nur den Sachschaden abdecken, es geht hier aber auch um Menschenleben. Hier in Hessen ist vieles ganz verboten, find ich auch wiederrum etwas schade.


    Gruß Jenny

  • Hi,


    soweit ich weiß, ist die Gifttierhaltung in NRW mit keinerlei Beschränkungen belegt, soll heissen, wenn man 16 ist, kann man sich ins Haus holen, was man gerade möchte. Bei mir in Niedersachsen ist das wieder komplett anders, da muss derjenige der solche Tiere halten will, sich die Genehmigung des örtlich zuständigen Amtsveterinärs einholen, und heftigste Auflagen erfüllen (weiß ich von einem Bekannten der selber Giftschlangen und Krokodile hält).


    Meiner Meinung nach sollte es eine Regelung für das gesamte Bundesgebiet geben, weil wenn man von einem Bundesland ins andere zieht, kann es sein das man sich, bei der momentanen Regelung, von einem Moment zum nächsten strafbar macht. Ein Sachkundenachweis ist meiner Meinung nach so oder so Voraussetzung wie ich finde (ich habe zwar selber noch keinen, strebe diesen aber an).


    Gruß


    Andree

  • Arme kleine Schlange! Mein Mitleid mit dem Besitzer hält sich da in Grenzen, auch mit 19 sollte ein gewisses Maß an gesundem Menschenverstand vorhanden sein. Nicht daß mir noch nie meine Schlange entwischt wäre, die hat auch mal nen ganzen Sommer frei im Schlafzimmer verbracht, nur ist Kornatter und Kobra dann doch ein bisschen ein Unterschied (Wobei ich auch durch die Decke hätte gehen können als Freunde einen völlig entkräfteten Königspython im Küchenschrank ihrer neuen Mietwohnung fanden, der Kleine ließ sich zum Glück wieder aufpäppeln. So schwer ist es jetzt auch wieder nicht, eine Schlange einzufangen: Einmachglass mit lebender Maus in den Raum stellen und warten, bis es dunkel wird. Wenn die Hunger bekommen sind sie ratzfatz da)


    Von mir aus dürfte da flächendeckend die Haltung von Arten eingeschränkt werden, die schlicht schwer zu halten sind. Wer keinen extra Raum mit gesicherten Terras und die nötige Sachkunde hat bekommt halt keine Gifttiere (naja, da fängt's dann schon an, definiere "Gifttier"). Dem Schwarzmarkt ist damit immer noch nicht Einhalt geboten aber was frei verkäuflich ist wird auch gekauft, ob die Leute Ahnung haben oder nicht. Meistens leiden nur die Tiere drunter. Wenn so Fälle wie der hier schön breit getreten werden wird vielleicht dem einen oder anderen doch noch rechtzeitig klar, daß auf die Art Kobras halten ne saudumme und ruinöse Idee sein kann und läßt die Finger davon.

  • Vorsicht: soll jetzt keiner persönlich nehmen ist nur meine eigene Meinug !


    Ich finde solche Tiere gehören nicht ins Haus. Wenn ein Tier einen Menschen mit nur einem Biss/Stich töten kann sollte es nicht in ein Terrarium gezwängt werden. Wen man sich unbedingt ein Gifttier ins Haus holen muss, sollte wirklich eine Erlaubnis mit Sicherungspflicht verlangt werden. Das Problem ist nur wie definiert man "Gifttier" ? Ist jetzt Pandinus imperator ein Gifttier weil er für Allergiker gefährlich werden kann, oder weil er mit Gift seine Beute tötet... ?


    Ich wäre für ein verbot von Giftschlangenhaltung ohne Extra Raum und jeweilige sicherung des einzelnen Terrariums !

  • Wobei man sagen muss, dass Pandinus imperator genau wie Heterometerus spp. als äußerst stechfaul gelten, und ihr Gift eher mindergiftig eingestuft wird. Die benutzen meistens ihre Scheren um die Beute zu töten. Viel schlimmer sind da beispielsweise die Androctonus spp. deren Gift ist schon recht übel.

  • Meine Rede, wo fängt "giftig" an und hört harmlos auf ?
    Ich habe selbst 2 Pandinus imperator, und die sind absolut lieb und umgänglich. Allerdings kann das ser schwache Gift sollte es gegen einen Allergiker eingesetzt werden einen anaphylaktischen Schock auslösen...

  • Pandinus imperator sind doch auch nicht gefährlicher als eine x-beliebige Vogelspinnenart. Dementsprechend finde ich nicht, dass sie unter irgendeine Gifttierverordnung fallen sollten.
    Die Sache mit extrem giftigen Tieren verhält sich für mich da schon anders. Ich bin gegen ein Verbot der Haltung, fände aber eine Art Sachkundenachweis schon vorteilhaft.
    Die Geschichte mit der Kobra wurde meiner Meinung völlig falsch angegangen. Hätte man da Experten von Beginn an hinzugezogen, hätte man gar nicht diese imens hohen Kosten angehäuft. Ich würde an Stelle des 19jährigen Klage wegen des unverhältnismäßigen und falschen Vorgehens einlegen und so zumindest einen Teil der Kosten reduzieren.
    Siehe dazu diverse Artikel u.a.:
    http://www.derwesten.de/staedt…n-Muelheim-id2813673.html
    Gruß,
    Daniel

  • Ich finde solche Tiere gehören nicht ins Haus. Wenn ein Tier einen Menschen mit nur einem Biss/Stich töten kann sollte es nicht in ein Terrarium gezwängt werden.

    Ich bin absolut der selben Meinung.


    Ich würde mich selber auch als absolut gewissenhaften Tierhalter bezeichnen und doch passiert es auch denen, die sich besonders bemühen mal, dass Terratüren nicht ausreichend, oder gar überhaupt nicht verschlossen werden. Meine boehmei war auch schonmal 5 Tage auf Wanderung in meiner Wohnung unterwegs :rolleyes: . Ich habe ich mir aber viel mehr Sorgen um das arme Tier gemacht und war überglücklich sie unbeschadet wieder gefunden zu haben, weil sie nunmal mehr Schaden nehmen, als anrichten konnte.
    Ich finde das Risiko bei den wirklich Giftigen aber einfach zu groß und die Halter gefährden ja nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihres Umfelds. Das ist es, was die ganze Sache in meinen Augen so kritisch macht. Es ist einfach verantwortungslos. Nicht grundsätzlich, sondern eben nur weil ein Mensch nunmal keine Maschine ist und nicht 100%ig sicher damit umgehen kann.


    Und ich finde auch, dass man zwischen den verschiedenen Potenzen der Gifte durchaus unterscheiden kann.
    Ein Kaiserskorpion, oder Vogelspinnen sind nur wirklich gefährlich, wenn eine Alergie vorhanden ist. Dann müssten Wespen, Hummeln und Co allerdings auch als "Gifttiere" eingestuft werden.
    Ein Tier welches einen gesunden Menschen nicht ernsthaft vergiften kann, ist in meinen Augen nicht als riskant im Sinne von Klapperschlange o.ä. einzustufen. Alles was darüber fällt schon ...und fertig.


    Ich bin auch absolut für eine Meldepflich und würde sogar soweit gehen, die Haltung solcher extrem giftigen Tiere in "normalen" Haushalten zu verbieten und den wirklichen Liebhabern und Fachleuten eine Art Führerschein abzuverlangen, bei dem dann auch die äußeren Gegebenheiten abgegangen werden.
    Eine kleine 2-Zimmer-Wohnung im Wohnblock mit vielen Parteien wäre z.B. ungeeigneter, als ein frei stehendes Haus, ab vom Schuss.



    Und wenn ich auf Börsen sehe welche Deppen teilweise vollkommen gedanken- und hirnlos sowohl kaufen, als auch verkaufen, kommt mir regelmäßig die Galle hoch.
    Das ist auch der Grund warum ich mich davon in Zukunft stark distanzieren werde. Es gibt so viele tolle und gewissenhafte Tierhalter, aber die Anzahl der totalen Idioten, die diese Tiere eher als Prestige-Objekte nutzen überwiegt nunmal. Und das ist der Grund warum ich die Haltung von hochgradig giftigen Tieren komplett verbieten würde. Die sind einfach eine Kathegorie zu hoch um sie an Jedermann verkaufen zu dürfen.


    ...Leider sind die gewissenhaften Liebhaber dann die Leidtragenden...


    Bla-bli-blub...und das war mein Senf dazu ;)


    Liebe Grüße Anna :)

  • Meine Rede, wo fängt "giftig" an und hört harmlos auf ?
    Allerdings kann das ser schwache Gift sollte es gegen einen Allergiker eingesetzt werden einen anaphylaktischen Schock auslösen...

    So darfst du da aber nicht an die Ausarbeitung so einer "Richtlinie" rangehen, das führt nirgendwohin, außer vielleicht zum völligen Haltungsverbot jeglicher Tierarten ;)


    Eine Freundin von mir bekommt schon schwere Asthmasymptome, nur wenn jemand der neben ihr sitzt Katzenbesitzer ist...
    Mein Freund ist Wespengiftallergiker, bei einem Stich wäre er binnen Minuten tot, er hat daher immer ein Notfallset dabei und ich bete es nie einsetzen zu müssen...
    Ich selbst bin vor Jahren bei einer Klassenfahrt beinahe über die Klippe gegangen, weil ich eine schwere Sellerieallergie habe und es bis dato nicht wusste, plötzlich lag ich in der Notaufnahme mit zugeschwollener Speise- und Luftröhre nach einem Veggieschnitzel...


    Soll man nun hergehen und Katzen, Wespen oder gar Sellerie verbieten? :D


    Wenn ich so einen Standart ausabeiten würde, würde ich Aggressivität und Giftigkeit beim gesunden Durschnittsmenschen (allerdings von Kleinkind bis Erwachsenem) berücksichtigen.


    Gruß Jenny


    PS. Sehe gerade der junge Mann hatte noch mehr Giftschlangen und ist auch arbeitslos, wie kann er sich so was dann überhaupt leisten? Hm....

  • Quote

    PS. Sehe gerade der junge Mann hatte noch mehr Giftschlangen und ist
    auch arbeitslos, wie kann er sich so was dann überhaupt leisten? Hm....

    Das Ding ist zum Beispiel in Hamm im Gifttierraum werden dir Klapperschlangen (10 Euro das Jungtier) und Kobra und ich weiß nicht was noch an hochgiftigen Arten für nen Appel und nen Ei hinterher geworfen. Von daher ist das Problem mit der Anschaffung überschaubar. Auch fragt dich da keiner wo du wohnst und ob du da überhaupt Gifttiere halten darfst, geschweige denn da fragt mal einer nach dem Alter.

  • Meinen Senf, wie verantwortunglos und so, das alles ist, brauch ich ja nicht mehr hinzuzufügen...wurde schon oft genug erwähnt...


    Sollte sowas erlassen werden, beraten dann wenigstens Leute, die diese Tiere selbst halten und Ahnung davon haben oder irgendwelche Deppen vom Staat, die schon bei einer kleinen Schabe an die Decke gehen - weiß das vllt jemand?


    Wie man Kategorisieren könnte, wüsste ich auch nicht; man könnte ja erstmal die Unfälle/Sterbefälle an denen giftige und "giftige" Tiere beteiligt waren begutachten, dazu die Hintergründe und dann da, wo das Gefahrenrisiko am größten ist, anfangen...


    :wacko: *laut nachdenk*

  • Hi Phyllium,


    wahrscheinlich läuft das so wie immer das dann die Politiker beraten und sich vielleicht jemand dazu holen der sich für einen Experten hält. Was dann dabei raus kommt muss ich glaub ich nicht wirklich ausmalen. :cursing: :cursing: :cursing:

  • Das Ding ist zum Beispiel in Hamm im Gifttierraum werden dir Klapperschlangen (10 Euro das Jungtier) und Kobra und ich weiß nicht was noch an hochgiftigen Arten für nen Appel und nen Ei hinterher geworfen. Von daher ist das Problem mit der Anschaffung überschaubar. Auch fragt dich da keiner wo du wohnst und ob du da überhaupt Gifttiere halten darfst, geschweige denn da fragt mal einer nach dem Alter.

    Ah Ok,


    ich war noch nie im Gifttierraum, weil es einfach nicht mein Interessensgebiet ist und die Messe auch so anstrengend genug ist.
    Ich hätte jetzt gedacht, dass gerade Giftschlangen sehr teuer wären, wenn ich draußen so sehe für was Würgeschlangen so weg gehen (300-1500 € und mehr...).


    Tja, dann kann wirklich jeder da ran kommen, das ist schon erschreckend :(


    Gruß Jenny

  • Oh nur 10€ für ne Kobra. Da hol ich mit doch gleich eine, ist doch egal wenn sie eingeht. Und wozu brauch ih ein teures Terrarium, wenn das das Vieh Ausbricht hol ich mir halt ein neues !


    Nur mal um die Gedankengänge eines solchen Menschen nachvollziehen zu können ....

  • Ja leider sind die Gifttiere da ziemlich billig. Das hat aber auch den Grund, weil kaum jemand sich diese Tiere an die Backe holen will. Die meisten, die sich so ein Tier holen (behaupte ich jetzt einfach mal), tun dies als "Potenzverlängerung".

  • Vor ein paar Jahren gab es die Zahl 700, 700 Unfälle jährlich mit giftigen oder gefährlichen Haustieren in Deutschland jährlich, die Zahl war von PETA und pro wildlife in die politische Diskussion eingebracht worden, um ein generelles Haltungsdverbot von Wildtieren zu erreichen. Die Zahl stimmt nicht, es sind etwa 100 Fälle jedes Jahr, sicher hundert zuviel, keine Frage. Ich würde einen Sachkundenachweis für die Wildtierhaltung fordern, wie es ihn in vielen anderen Bereichen auch gibt. Der belegt zumindest, dass sich der potentielle Halter mit dem Thema auseinandergesetzt hat und sein Wissen unter Beweis gestellt hat. Abgabe auf Börsen oder im Handel dann nur gegen den Sachkundenachweis, das würde doch schon mal viel Unsinn und Tierleid verhindern.
    Schönen Sonntag, K.


    PS: @darkandy, das Wort heißt "Schwanzverlängerung", Potenzverlängerung ist was anderes...... ;););)

    "Bildung ist das Bewußtsein der Zusammenhänge." KAESTNER, aber der Alfred und nicht der Erich, 1963

  • Vor ein paar Jahren gab es die Zahl 700, 700 Unfälle jährlich mit giftigen oder gefährlichen Haustieren in Deutschland jährlich, die Zahl war von PETA...

    Warum nur wundert es mich nun so gar nicht, dass ausgerechnet PETA da mit falschen Zahlen um sich wirft 8| Es ist zwar OT, aber dennoch:


    http://petatotettiere.de/index.cfm
    http://petatotettiere.de/petasdirtysecret.cfm


    Gruß Jenny