Wehrsekret (Achtung das Thema ist schon sehr alt)

  • Hallo,
    nach längerem Urlaub habe ich mir sämtliche Terrarien vorgeknöpft und erstmal gesprengt und durchgefüttert.


    Bei den Epibolus pulchripes Nachzuchten, die von hier , hat sich ein Weibchen, das vom Wasser getroffen wurde, gewunden die Beine abgespreizt und eine radförmige Schleuderbewegung gemacht. Das Ergebnis waren zwei große Flecken mit Wehrsekret an der Rückwand und ein breiter Streifen brauner Punkte auf meinem weißen T-Shirt. Glücklicherweise trage ich eine Lesebrille bei diesen Aktivitäten, sonst hätte das ins Auge gehen können.
    Ich habe vorher so etwas noch nie erlebt.


  • Das ist ja mal interessant zu wissen.
    Wie genau meinst du das mit der radförmigen Schleuderbewegung? Es ist schwer sich darunter was vorszustellen.
    Was genau passiert eigentlich sollte man etwas in die Augen oder Schleimhäute im Mund bekommen? Nur ein brennen/jucken oder kann es
    auch bei Nichtallergikern bleibende Schäden hinterlassen?


    Danke und liebe Grüße,
    Cindy

  • Hmm, ich kann das schlecht beschreiben. Sie hat mit dem Körper mit abgespreizten Beinen einen Ring gebildet und dann mit dem Hinterteil geschlagen, vielleicht wie eine Peitsche.
    Das war schon eine Schleuderbewegung. Das wäre ja normalerweise kein Problem, aber das, durch das Wasser verdünnte, Wehrsekret war natürlich in großer Menge vorhanden und wurde eben durch die Luft geschleudert.


    Naja, es verätzt die Oberflächen und beim Auge ist das nicht ungefährlich.

  • @ cindy


    Ich kann mich an einen Beitrag erinnern in
    dem glaub ich Peter erzählt hat dass er einmal
    das wehrsekret von pelmatojulus ligulatus un den Mund
    bekommen hat und er schrieb es brannte
    höllisch um fühlte sich wie eine Art Verätzung an
    aber er schrieb auch das es keine bleibenden
    Schäden hinterließ tat halt "nur" weh !! ^^

    Werd deb Beitrag mal suchen ...

  • >HIER< ist der Erfahrungsbericht von mir.


    Sehr interessante Beobachtung. In der Literatur wurde mal erwähnt, dass diese Art ihr Wehrsekret bis zu 40cm weit spritzen kann. Vielleicht wurde es in dem fall auch durch eine Schleuderbewegung, wie bei solaris, so weit gespritzt.


    Auf jeden fall hast du (und deine Augen) mächtig Glück gehabt.

  • In welchen Situationen haben sich die Tiere bei euch denn gewehrt? Beim greifen mit den Fingern oder beim rumlaufen auf der Hand? Oder gab es vielleicht heimtückische Spritzangriffe aus sicherer Entfernung? :D

  • Wie Sol schon im ersten Beitrag geschrieben hat, geschah es in diesem Fall beim sprühen, als sie aus Versehen das Tier traf.
    Tausendfüßer geben ihr Wehrsekret nur bei Bedrohung ab und das ist auch nur der 2. Abwehrmechanismus.
    Zuerst wird eingerollt um die empfindliche Unterseite zu schützen.
    Somit schließt sich die Abgabe von Wehrsekret beim "über die Hand laufen" schon von selbst aus.
    Denn wenn die Tiere sich entrollen und bewegen, dann fühlen sie sich auch nicht bedroht ;)



    Edit: Sei denn sie flüchten gerade ^^


    LG
    Tobi

  • Beim neu machen des Epi -Terrariums hab ich die ganze alte Erde rausgebuddelt mit einer Kindersandkastenschippe und mit neuem Substrat vermischt. Dabei hab ich auch ein Männchen ausgegraben, ich hab ihn auf die Schippe genommen und umgesetzt zu den anderen Tieren. Das reichte aus um mir die Hand mit Sekret zu übersprühen. Wie beim letzten Mal hab ich es erst später gemerkt. Als ich den Geruch wahrnahm sah ich mir das an, die Hand war übersäht mit orangefarbenen Punkten. Ich hab das gleich abgewaschen und nichts überbehalten.


    Also, die Epis sind nicht wirklich so harmlos, wie man immer denkt.

  • Guten Mittag zusammen,


    ja, E. pulchripes kann auch ganz zickig werden... Von einem Weibchen, dem ich mit einem Pinsel überschüssige Milben entfernt habe, habe ich einen Tropfen Wehrsekret in den Mund bekommen, der Rest des Sekrets landete guter weiße auf Tisch und T-Shirt. Zuerst merkte ich nichts, bis ein Metallener Geschmack aufkam. Anschließend saß ich gefühlte 4 Stunden vor der Toilette und ja... den Rest der Geschichte erspare ich euch. Das zeigt wie unberechenbar und unangenehm die Tiere sein können. Ich frage mich heute noch, warum das Weibchen so reagiert hat, da es ja auch nicht die erste Pinselprozedur war. Scheinbar ist diese Art doch recht Stressanfällig, anders kann ich mir solche Reaktionen nicht erklären. Oder hat jemand eine Idee?


    Gruß

  • Zusammenfassend kann man sagen, dass Epibolus pulchripes in der Lage ist, sein Wehrsekret zu versprühen. Und das bei Störungen, bei denen man normalerweise keine Reaktion erwartet, und bei denen die Tiere meistens auch keine Reaktion zeigen.


    Das bedeutet, wenn man mit den Tieren hantiert, muss man immer vorsichtig sein und die Augen schützen.


    Bisher habe ich das bei keiner der anderen Arten erlebt.

  • So,


    ich kann mich nun auch dranhängen, heute hat beim Sprühen ein Chicobolus spinigerus angesäuert reagiert -ich hab ihn aus Versehen gewässert-, allerdings war die "Sprühdistanz" seines Sekrets nicht sehr groß. Dennoch, ich geb nun ein wenig besser acht als bisher, die Faunabox sieht jetzt aus wie Hund.


    Gruß Jenny

  • Gut zu wissen, dass die Epis so reagieren können.
    Habe auch mal meine Dame auf die Hand genommen, aber habe erst ein bischen später gemerkt dass die Hand teils richtig angeschwärzt war, habe angenommen dass das von der Epi-dame kam oder war das dann eher was andres?
    Hab am Anfang gedacht ich hätte ausversehen ein Stückchen Kohle angefasst, aber nach einer halben Std Händewaschen, was nur bedingt zu einem guten Ergebnis führte, da die Hand danach immer noch ziemlich verfärbt war, schließe ich die Kohletheorie aus, da die ja eigetnlich weggehen müsste.


    LG
    Phili