Schwulitäten unter Tausendfüßern...

  • Hallo an alle!




    Wollte mal hören, ob ihr auch einen Tausendfüßer mit homosexuellen Neigungen habt?




    Mein Epibolus pulchripes-Männchen hängt ständig am Pachybolus ligulatus-Männchen dran.




    Und das ist keine Zufallsereignis. Ich seh das immer wieder.


    Es ist ja nicht so, dass er kein artgleiches weibliches Gegenstück hätte, aber anscheinend findet er die E. pulchripes - Dame langweilig ?( .




    Fortpflanzung ade... :wacko:




    Viele Grüße,


    Anna

  • Hm oder mein Epi-Männchen ist eigentlich hetero und der P. ligulatus-Mann sendet falsche Signale aus und täuscht meinen Epi-Mann.


    Schon komisch die Sache. Er geht wirklich nur auf den P. ligulatus. Andere Männchen lässt er in Ruhe.



    Mal nachgeschaut warum deine Epi-Männchen nicht mehr zu sehen sind ;) :D ?



    Viele Grüße, Anna

  • Das mit den Signalen (oder vllt Duftstoffe?, wenn Tausis sowas abgeben können) kann ich weder bestätigen noch abstreiten, dafür weiß ich leider zu wenig ^^



    Meine liebste Tausidealerin (Shuraaa *flausch*) meint das die Tausis auch unter der Erde ihren Spaß haben können,
    vielleicht sind meine Süßen ja schüchtern und wollen nicht das ich zuschaue ^^ Wobei ich das sooo gerne mal sehen würde :S
    Oder sie wollen mich ärgern, die Kerle (Gustav und Nooby :P ) sind schon seit 5 Wochen weg und das eine Weibchen (Kira) lässt sich auch nicht mehr blicken seit ich sie eingesetzt hab. Nur Noir schaut manchmal raus und futtert den halbtoten Farn...



    Njaa egal hier gehts ja um deinen süßen (schwulen) Tausi ^^

  • Ich glaub ich spinne,



    sehe gerade, dass sich mein Rubanostreptus spec. - Mann über den schwulen Epibolus pulchripes-Mann hermacht.



    Und Epi-Mann ist geflüchtet (nimmt wohl auch nicht jeden.. :D ).



    Die Frage, wie, bzw. woran die Tausis das jeweils richtige Geschlecht erkennen (sollten), möchte ich gerne mal an die Fachmänner/-frauen hier im Forum weiterleiten.




    Bin schon gespannt...

  • Man weiß zwar noch nicht sehr viel über die genauen Mechanismen der Partnererkennung, aber Pheromone spielen dabei unter anderem ein wichtige Rolle. Meist liegt es aber dann an dem Weibchen das Männchen als Artangehöriger zu erkennen und eine "erfolgreiche" Begattung zuzulassen bzw. bei einer anderen Art zu verhindern. Klopfsignale mit den Antennen (Schnurfüßern), Klopfsignale mit dem Kopf (Chordeuma) und die Stridulation (Kugler) sind einige der wenigen bekannten Balzverhalten.


    Ich könnte mir noch gut vorstellen dass bei vielen Arten Größe/Dicke bei der Partnerwahl noch ein Rolle spielen kann. Bei E. pulchripes fällt es schon auf, dass sie deutlich größere und dickere Partner bevorzugen.


    Bei der Haltung im Terrarium darf man allerdings nicht vergessen, dass es nicht der natürliche Lebensraum ist, wo solche Verwechslungen wahrscheinlich seltener vorkommen. Zum einen würden sich viele Arten nicht über den Weg laufen, da z.B. Art Nr. 1 an Bäumen, Nr.2 in Totholz, Nr.3 in der Laubstreu und Nr.4 im Boden lebt. Zum anderen haben die verschiedenen Arten zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr Paarungszeit bzw. sind adulte Männchen auf der Oberfläche unterwegs. Teilweise unterscheiden sie sich noch in der Tageszeit, wo sie aktiv sind (morgens, mittags, Dämmerung, Nachts).


    Im Terrarium ist nun alles anders. Die geographischen Schranken werden aufgehoben (Madagaskar, Tansania und Nigeria in einem becken), Boden-, Holz- und Baumbewohner sind teilweise auf engstem Raum zusammengedrängt bzw. verhalten sich teilweise ganz anders als in der Natur und die Pheromone der Weibchen sammeln sich im Becken. Da ist die Verwirrung perfekt.


    Vielleicht solltest du das Epibolus-Pärchen mal in ein separates Becken setzen, damit das Männchen nicht seine komplette Energie an andere Arten vergeudet, die ihm keinen Nachwuchs bescheren werden ;)

  • Hallo Peter!




    Vielen Dank für die ausführliche Info!



    Das Thema ist wirklich sehr interessant!



    Hm ja ich denke ich werde einen Umzug starten, mal schaun, ob sich was tut.. .



    Ich glaube, der E. pulchripes klebt fast Täglich auf dem P. ligulatus drauf, hat ganz schön ausdauer das Kerlchen.




    Viele Grüße, Anna

  • Hmm, ich glaube das rhythmische mit den Beinen Zucken gehört bei meinen [lexicon]MPA[/lexicon] mit zum Balzverhalten. Zumindest werden die Girls immer ganz emsig "beklopft" (tststs, sexuelle Belästigung von Minderjährigen) manchmal gehn die Jungs auch aufeinander los, wobei der "angeklopfte" sich sofort entsetzt fest einringelt und so schnell nicht wieder auf macht. Zum Glück sind's jetzt nicht nur mehr die zwei Jungs alleine, dann verteilt sich die Anmache besser.

  • Hallo!


    Habe meine E. pulchripes in ein anderes Terrarium gesetzt, weg vom geliebten P. ligulatus-Männchen.
    Und heute haben sie sich gepaart :thumbsup:


    @ Millipeter: Danke für den Tipp mit dem Umsetzen!


    Bin total happy!


    Viele Grüße, Anna

  • Hallo


    Ich möchte mal diesen uralten Thread aus der Versenkung holen.
    Ich habe gestern mit Entzetzen festgestellt, dass meine N.americanus-Dame Emma offensichtlich doch ein Mann ist. Er hat eindeutig dieses verdickte siebte Segment, das mir erst gestern aufgefallen ist. Offensichtlich hat er sich kürzlich unbemerkt gehäutet..
    Letzten Herbst hat er mit dem anderen Männchen aufs Heftigste rumgemacht. Ich habe das für eindeutige Paarungen gehalten.
    Das andere Männchen ist viel kleiner als er und das verdickte Segment war von Anfang an deutlich erkennbar.
    Es ist noch ein Mädchen (also glaube ich zumindest) mit im Becken, die etwa genauso groß ist, wie das kleinere Männchen.
    Gibt es tatsächlich schwule Tausies?
    Und warum war das verdickte Segment bei dem kleineren Männchen von Anfang an sichtbar und bei dem großen Männchen erst jetzt?


    Verwirrte Grüße
    Sabine

  • Hallo Waldfee,
    die Verdickung ist nicht immer eindeutig bei jedem Männchen vorhanden.
    Ob es Tausis gibt die wirklich homosexuell sind kann ich dir nicht beantworten. Aber ich vermute, dass dieses Verhalten eher auf den Mangel an Weibchen zurückzuführen ist.


    LG
    Phili

  • Hallo Phili


    Danke für Deine schnelle Antwort.
    Ich habe heute den jungen Mann mal messen können. Er hat ziemlich genau 7cm und meine Emma hat schon mindestens 7,5cm. Also ist es das kleinere vermeintliche Mädchen, das sich gehäutet hat und dabei enorm gewachsen ist. Als ich Mitte März das neue Terra gemacht habe, war "sie" noch deutlich kleiner.
    Also keine schwulen Tausies, obwohl das Männchen auch mit "ihr" ein bißchen rumgemacht hatte.
    Sind die beiden mit 7 und 7,5cm eigentlich überhaupt schon adult?
    Wenn ja, sollte ich dann noch ein Weibchen für die beiden Kerle besorgen, damit Emma nicht gar so arg belästigt wird?


    LG, Sabine

  • Nur zur Richtigstellung:


    Seit ein paar Tagen sind alle drei N.americanus unterwegs und es sind eindeutig zwei Mädels und ein Kerl :)
    Das Männchen hatte ursprünglich als einziger an den vorderen Segmenten rosa Beinchen, die restlichen Beine sind cremefarben, wie bei den Mädels. Nach der Häutung waren alle Beinchen bei ihm cremefarben, deshalb war ich mir sicher, dass es eines der Mädels war, das sozusagen zum Mann mutiert ist.
    Es hat bestimmt zwei Wochen gedauert, bis die vorderen Beinchen wieder rosa waren.


    LG, Sabine