• Hallo zusammen!


    Wisst ihr, ob es auch möglich ist, Tee an Tausis zu verfüttern? Ich meine natürlich nicht ganz Beutel (möglichst noch mit Schild un Klammer), sondern losen Tee. Bisher werfe ich meinen Tee nach dem Überbrühen weg, aber vorhin habe ich überlegt, ob die Tausis eventuell daran Interesse haben könnten. Nach dem Abkühlen ist es ja quasi eine 100% biologische feuchte Masse... Dürfte nix dagegen sprechen, oder?

  • ...hmm, ist ne interessante Frage


    hab es noch nie ausprobiert, nicht dass die Fuesser total "hibbelig" im Terra rumsausen, smile
    wuerde aber auch keinen Kaffeesatz(schreibt man das so?) verfuettern, nochmalsmile


    nee, im Ernst, ich glaube zu wissen, dass Teeblaetter durchaus insektizidmaessig behandelt werden(da war vor Jahren mal in so nem Stiftung Warentest Heftli mal ein Beitrag dazu, dass mgl. in diversen Proben Rueckstaende vorhanden waeren...urgs)


    da musste ich grad dran denken
    ausserdem moegen die Fuesser ja eher was suesses, leckeres und wuerden womoeglich von den noch vorhandenen Gerbstoffen nicht besonders begeistert sein, hmmm
    ...nur so meine Gedanken dazu, wie gesagt, bevor du den Tee reinkippst, wuerde ich eher einen Fuesser separieren und ihm das vor die "Schnauze" halten, wenn er sich "angewidert" abwendet, weisst du ja Bescheid
    (ueber Fruechtetee liesse sich noch diskutieren)


    LG,
    Shura und die ganze Bande

  • Biene, ich würde Dir dringend davon abraten, die frisch aufgebrühten Teeblätter den Tausis anzubieten, erstens werden sie diese wahrscheinlich sowieso nicht annehmen, zweitens ist das schon fast ein Tierversuch, den Du da machst. Pestizide, Fermentation, Anti-Schimmel-Behandlung im Ballen... Schmeiß die Teeblätter auf den Kompost, laß die Sekundärkonsumenten darin ein Jahr daran arbeiten und verlängere danach Dein Substrat mit dem Kompost, dann bist du auf der sicheren Seite,
    K., Teetrinker, der schon seit Jahren fast nur noch FF-Darjeelings aus kontrolliertem Aanbau trinkt.

    "Bildung ist das Bewußtsein der Zusammenhänge." KAESTNER, aber der Alfred und nicht der Erich, 1963

  • Hi!


    Dazu fällt mir noch ne Frage ein......dürfen die Hagebutten fressen, die Tausis? Also, nicht die für den Tee zubereiteten, einfach so Hagebutten? hier gibts nälich einige Sträucher und wenn sies dürfen und mögen wärs ja ne Abwechslung zum Speiseplan...


    Lieben Gruß!

  • kannst es ja mal probieren(und probieren meine ich so wie ich es sage, erstmal ein winziges Stueckli einem Fuesser hinhalten), aber du solltest gucken, das die Butten nicht direkt an der Strasse zu sammeln, bzgl. Abgasbelastung.


    Und ich wuerde die Kerne mit dem Juckezeugs auf alle Faelle entfernen und danach die Butten ueberbruehen(zwecks Bekoemmlichkeit)


    LG,
    Shura und die ganze Bande

  • Hallo,
    nochmal zum Tee. Ich hatte auch schon die gleiche Idee wie Biene. :) Da die Teeblätter ja fermentiert sind müssten unsere Diplopoden auch ihre Freude daran haben. Wer auf die eigene Gesundheit achtet, wird ohnehin nur Tee aus kontrolliertem Anbau (z.B. Teekampagne) trinken. Der kann unseren Tieren ja auch nicht schaden. Ausprobiert habe ich Tee nur bei den Arthrosphaero brandti. Die haben den jedenfalls gefressen, zumindest ist nichts mehr davon zwischen den anderen Blättern zu finden. :)

  • huhu,
    also ich habe michg erade mal so bisserl schlau gemacht bei Wikipedia:


    Fermentierung von Tee


    Unter dem Fermentieren eines Tees versteht man das Aufschließen und Oxidieren der Teeblätter in einer feuchten Umgebung. Die Teeblätter werden hierzu gerollt, wobei die Pflanzenzellen teilweise zerstört werden. Dadurch können Enzyme (v. a. Phenoloxidasen) und andere Inhaltsstoffe der Teepflanze (v. a. Polyphenole), die in der intakten Zelle streng von einander getrennt vorkommen, zusammen kommen und miteinander zu dunkel gefärbten Polyphenolen und Aromastoffen reagieren. Der Vorgang dauert ca. 3 Stunden. Er läuft im Gegensatz zu den meisten Fermentationen ohne Beteiligung von Mikroorganismen ab. Im Gegensatz zum schwarzen Tee wird der Oolong-Tee nur kurz und der grüne Tee gar nicht fermentiert. Es entwickeln sich ätherische Öle.

    Fermentation Wikipedia


    so wie ich das aufgegriffen habe ist an der Fermentation nichts schädlich !ß :confused: :rolleyes: :undecided:


    lg

  • Jens, ich habe das mit den Polyphenolen und den Phenoloxidasen noch nicht so richtig kapiert, ist das Phenol jetzt gut für die Tausis oder sollte man besser doch nur unfermentierte Teeblätter verfüttern.....?????
    K.

    "Bildung ist das Bewußtsein der Zusammenhänge." KAESTNER, aber der Alfred und nicht der Erich, 1963

  • DAs entsteht bei der Fementierung doch alles natürlich oder nicht? weil da steht ja auch nur drin das die zusammengerollt werden und das das dann losghet nichts von beigabe von irgendwelchen sachen. Aber ich fütter meinen trotzdem keinen tee

  • Hallo,
    die Stoffe, die durch die Fermentierung (Aufbrechen der Zellwände) entstehen sind ja genau die Aromastoffe, die wir mit dem kochenden Wasser bei der Teebereitung den Blättern entziehen und trinken.
    Gleichzeitig ist aber doch die Fermentierung so eine Art "Vorverdauung" der Blätter, was ja unseren Diplopoden ihre Arbeit erleichtern müßte.
    Den Arthrosphaera habe ich die gut gespülten Teeblätter deswegen angeboten, weil wir bei diesen Tieren zwar wissen was sie fressen, aber nicht wovon sie sich ernähren (siehe Peter und Thomas).
    Es könnte ja sein, dass die Nahrung (Teeblätter) eben durch die Fermentierung für die Tiere besser aufzuschließen ist.

  • Sol, es wäre schön, wenn Du für die weniger Fortgeschrittenen in Sachen Arthrosphaera-Verdauung einfach mal erklären könntest, was das heißt, wir wissen, was sie fressen, aber nicht, wovon sie sich ernähren. Und irgendwie hatte ich gedacht, es geht bei der Fermentierung in Bezug auf die Tausis nicht um die ausgespülten Aromastoffe, sondern um das, was da sonst noch drin ist und vielleicht durch die Fermentierung besser verfügbar ist. Interessante Geschichte.....K.

    "Bildung ist das Bewußtsein der Zusammenhänge." KAESTNER, aber der Alfred und nicht der Erich, 1963

  • Hallo Klaus,
    leider sind wir alle "weniger Fortgeschrittene" in Sachen Ernährung von Arthrosphaero [lexicon]cf.[/lexicon] brandtii. :)
    Wenn man aber alle bisherigen Äußerungen (vor allem von Peter u. Thomas) sowie eigene Erfahrungen zusammenfasst, sieht die Lage im Moment so aus:
    Die Tiere "verputzen" große Mengen der Kombination weißfaules Holz und Laub, sonst nichts. Scheinen sich aber nicht ausreichend davon zu ernähren, keine Gewichtszunahme, keine stabilen Häutungen keine Zucht.
    Bei höheren Temperaturen (ca >22°C) scheinen die Tiere regelrecht zu verhungern, trotz Nahrungsangebot. Es drängt sich die Annahme auf, dass die für die Verdauung verantwortlichen Bakterien eben wärmeempfindlich sind, eingehen, und die Tiere deshalb verhungern.
    Aber auch wenn die Tiere kühl gehalten werden und zumindest nicht sterben, gelingt es doch nicht sie ausreichend zu ernähren.
    Es scheint irgendetwas zu fehlen. Also muss man experimentieren. :)
    So kam ich auf die Teeblätter, aber es sieht nicht so aus als wäre das die Lösung, jedenfalls haben sie bisher gewichtsmäßig noch nicht zugelegt.
    Wenn du dich genauer dafür interessierst, solltest du die Kommentare von Thomas und Peter zu diesem Thema lesen, vielleicht fällt dir ja etwas ein.

  • Sol, ich habe ein paar Berichte und Beschreibungen im Foruml durchgesehen. Ziemlich ambivalent in Sachen Proteinzufuhr. Ich übersehe die Literatur über die Darmflora von den Biestern natürlich nicht, aber wenn ich experimentell was machen müßte, würde ich auf jeden Fall jemanden hinzuziehen, der sich der Frage annimmt, ob und wenn ja, sich die Darmflora von frisch importierten gesunden und dahinvegetierenden, siechen, kranken oder frischtoten Arthrosphaeriden qualitativ und zumindest halbquantitativ unterscheidet. Wenn man weiß, was da für Bakterien, Hefen und Einzeller hausen, kann man die ja auch vermehren und checken, was die verstoffwechseln können. Sowas ist doch für andere Tausis auch schon vor Zeiten gemacht worden und es gibt es doch ein paar kompetente Forscher im Forum, die das sicherlich labormäßig machen könnten. Wäre bestimmt auch eine wunderbare Diplomarbeit für einen Zoologen oder Mikrobiologen, wenn es nicht schon gemacht ist, was ich eigentlich hoffe, denn der andere Weg ist ja nichts anderes, als das, was die Zooleute vom neunzehnten bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts so betrieben haben, wenn sie sich neue Tierarten in ihre Menagerien gesetzt haben, würde heute kein Mensch mehr akzeptieren so was.
    Also, Dir noch einen schönen Sonntag,
    K.

    "Bildung ist das Bewußtsein der Zusammenhänge." KAESTNER, aber der Alfred und nicht der Erich, 1963

  • Noch ein altes Thema, was ich hinsichtlich neuer Erkenntnisse aufgreifen will:


    Gibt es zum Tee-Verfüttern neue Erkenntnisse?


    Zum Kaffeesatz habe ich gerade Folgendes gelesen:

    Regenwürmer lieben Kaffee und werden von ihm „angezogen“ – wer also Kaffeesatz als Dünger nutzt, lockert dank der Regenwürmer gleichzeitig den Boden auf.

    Hat jemand schon probiert und/oder erkannt, ob auch die Tausis Kaffeesatz lieben und dann hoffentlich auch vertragen?


    LG Karola