Mal wieder ein Spirobolida sp. Versuch...

  • Soo, ich nochmal.


    Ich unternehme nun noch einen weiteren Versuch, das Terrarium für den Sommer herunter zu kühlen.


    Es müssen ja nur einige Grad sein. Ich bin aus diesem Grund dabei eine Art elektrothermischen Klimaschrank zu bauen. Ich habe ihn in mein vorhandenes Regal eingepasst. Das Ganze ist jetzt komplett mit Holz eingefasst und mit Styropor innen isoliert. Alles ist Marke Eigenbau. Der größte Aufwand war das Sichtfenster vorn einzubauen. Das Terrarium passt exakt zwischen die Styroporwände, es wird also an beiden Seiten sowie oben und unten kein einiziger Millimeter mehr Platz sein. Ebenso wird das Terrarium vorn bündig mit der Türisolierung abschließen. Hinter dem Terrarium ist dann noch ein Spalt von 2,5 cm, der zwischen der kompletten Rückseite des Terrariums und der Isolierung hinten ist.
    Der Schrank ist noch nicht ganz fertig. Die Technik bekomme ich Anfang der kommenden Woche per Post. Das Loch, dass man in der Rückwand der Box sehen kann dient dann der Kühlung. Auf das Loch wird von innen wird ein Lamellenkühlkörper geschraubt, wie man ihn aus PC's kennt. Darunter wird ein Radiallüfter montiert, der Luft durch die Lamellen nach oben bläst. Auf die Rückseite des Kühlkörpers wird mit Wärmeleitpaste ein Alublock geklebt, der die 3cm Lochtiefe nach Außen überbrücken soll. Alu deshalb, weil es gute Wärmeleiteigenschaften besitzt. Auf der Außenseite des Blocks wird dann ein Peltier-Element geklebt, ebenfalls mit der Paste. Das Element verschwindet dann mit in dem Loch. Außen auf das Loch, auf der Wärmeseite des Peltiers wird dann noch ein weiterer Lamellenkühllörper geschraubt. Dieser wird mit einem Lüfter versehen, der die Warmluft vom Kasten weg bläst.
    Ich erhoffe mir von diesem Versuch insofern mehr, als dass das Peltier dieses Mal besser isoliert ist und dadurch die Luft im Kasten gekühlt werden soll und nicht die Scheibe des Terrariums selbst.
    Auf dem letzten Bild sieht man ein Kühlelement. Ich habe bereits einen Testlauf gemacht, um zumindest schon einmal die Isolierung des Kastens zu testen, ob es überhaupt prinzipiell funktionieren kann. Dabei musste ich die Tür wegen des Kabels noch einen Spalt weit offen lassen. Auch das Loch hinten und die Decke des Kastens sind noch nicht isoliert. Trotzdem hielt der Kasten die Temperatur im Innern dauerhaft um ca. 6°C unter Raumtemperatur. Wenn die Isolierung vollständig angebracht ist, erhoffe ich mir noch bessere Ergebnisse.


    Hier einige Fotos der Box. Es werden noch weitere nachgereicht, wenn der Bau der Technik fertig ist.
    Viel Spaß!


    Edit: Ach, was ich vergessen hab, ihr dürft jetzt sagen, was euch grade durch den Kopf schiesst: FREAK! :D

  • Sooo, da bin ich mal wieder...


    Ich hab ja weitere Technikfotos versprochen, und hier sind sie...


    Man sieht den Lamellenkühlkörper innen, der dann von außen durch das Loch in der Rückwand gekühlt wird. Der gekühlte Lamellenkühler wird dann von unten mittels Radiallüfter angeblasen. Die Luft schiebt sich durch die kalten Lamellen und wird dadurch ihrerseits gekühlt. Da direkt am Ende des Kühlers nach vorne das Terrarium stehen wird und sich nach oben eine Isolierung in den Weg stellt, so muss die Luft auf ihrem Weg nach unten erneut durch die Lamellen und soll so noch weiter gekühlt werden....So die Theorie, ich hoffe, es funktioniert auch in der Praxis.
    Der Rest der Technik folgt, sobald ich einen Aluminumblock beschaffen konnte. Das gute Stück ist aber bereits in Arbeit bei einem Freund und ich werde es demnächst in den Händen halten, dann folgt der Rest und ich kann den Kasten endlich in Betrieb nehmen.


    Außerdem ertappe ich die beiden, vor allem aber das Weibchen, immer öfter beim Fressen von Moos. Sie scheint das Zeug gern zu mögen und frisst zur Zeit den halben Tag daran. Ich hatte mich zuvor schon gewundert, warum das wenige Moos, das im Terrarium war, auf einmal verschwunden ist. Nun habe ich sie aber wie gesagt beim Fressen gesehen und daraufhin einiges an Moos zur Verfügung gestellt. Sie nehmen es dankend an. Beweisfoto liegt bei :)


    Viel Spaß!

  • Hallo baox,
    Ich muss erst mal dein Engangement loben, echt super :bigthump:
    Will gar nicht wissen wieviel Geld du bis jetzt ausgegeben hast 8o


    Also klimatisch gesehen dürfte es deinen A. corallipes gut gehen, vorallem im Sommer aber ich hätte noch einen Verbesserungsvorschlag. Biete ihnen mehr Laub und weißfaules Holz an. Ein Engländer hat diese Art wohl schon mal nachgezüchtet mit Unmengen an Laub und Holz.
    Ich bin auch momentan daran meine ganzen Terrarien umzugestalten um den Tausendfüßern noch mehr Laub und noch mehr Laub bieten zu können als sonst. Ich habe die eine Hälfte des Erdsubstrates, bis auf eine 1cm dicke Schicht, aus den Terrarien entnommen und durch eine ca. 15-20cm dicke Laubschicht ersetzt und größere Stücke (ca. 20x6cm) weißfaules Holz halb in die Erde vergraben.
    So können die Tausendfüßer mehr Laub und Holz fressen und vorallem ihre Eier dort ablegen.
    Ich habe schon öfters Eier entdeckt von manchen Arten, aus denen aber nie etwas geschlüpft ist und ich glaube dass es erstens mit der Temperatur und zweitens mit der Luftfeuchtigkeit bzw. auch der Luftversorgung zu tun hat. In einer dicken Laubschicht herrschen zum einen durch die Zersetzung etwas höhere Temperaturen, es ist dauerhaft feucht und es zirkuliert mehr Luft wie in einem Erdsubstrat.

  • Jaja, das Geld, da sprechen wir wirklich am besten net drüber, sonst fang ich das Heulen an ;)


    Weißfaules Holz, teilweise auch eingegraben befindet dich schon im Terrarium. Ich werde aber mal deinen Tip befolgen und demnächst eine Ladung Buchenlaub aus dem Wald holen und ins Terrarium schütten. Ich habe nach den vielen Paarungen ja die Hoffnung, das doch was geklappt haben könnte und werde deshalb vorerst die Erde nicht auswechseln. Aber ich kann ja auch noch Laub obendrauf geben wie gesagt. Moos werde ich auch noch neues holen, denn das fressen die beiden wirklich gern. Das Weibchen ist allein heute bestimmt 10 Stunden nur am Fressen gewesen, heute mittag nur Moos, heute abend zusätzlich etwas Buche. Das macht sie seitdem ich mehr Moos drin habe, da zeigt sie sich ständig. Zuvor war sie ja oft vergraben...

  • Hallo baox,


    weisst du, dass du dein Peltierelement durch umpolen der Versorgungsspannung auch zum Heizen nehmen kannst ?


    Elektronisch könnte das so aussehen, dass dein Regler eine Art Fensterdiskriminator hat und damit über einen H-Schalter aus 4 Powermosfets die Polarität vertauscht.


    Ach ja was schwatz ich, wenn du ein "Heizen - Kühlen- Regler" nimmst, brauchst du nur den H-Schalter ansteuern.


    Nur so mal als Input aus Griechenland.


    LG Lothar

  • Hallo Lothar,


    das mit dem Umpolen weiß ich, ja. Bei Bedarf werd ichs auch mal ausprobieren :) Aber erstmal brauch ich nur die Kühlfunktion :)


    Aber der Tip ist gut! Danke dir

  • Ich mal wieder :)


    Habe die Kleinen nun auch schon öfter klettern sehen inzwischen und deshalb noch mehr Klettermöglichkeiten angeboten. Mal schauen, wie sie so angenommen werden.


    Auch habe ich den Tip mit dem Laub mal etwas beherzigt. Aus Angst, dass vielleicht doch Eier im Terrarium sein könnten und ich sie beim Erde auswechseln zerstöre, werde ich das erstmal nicht tun. Ich war allerdings gestern im Wald und habe eine große Tüte voller Buchen- und Eichenblätter mitgenommen. Habe gleich mal eine Hand voll zu den kleinen ins Terrarium getan. Sie scheinen total begeistert und fressen seitdem wie verrückt. Ich füttere jetzt garnichts mehr zusätzlich. Zum einen fängt alles zusätzliche Futter - mit Ausnahme von Gurke - nach spätestens einem Tag zu schimmeln an. Mit dem Rest des Terrarium hab ich keine Schimmelprobleme. Zum anderen rühren sie außer Banane und ein einziges Mal einem Stück Apfel sowieso nichts an. Die Blätter aber lieben sie!!! Dazu einige tote Schaben. Klingt nach natürlicher Ernährung oder? D.h., gibts auf Madagaskar Buchen...?... oder Eichen...? :) Hmm ich weiß es net...


    Mein gewünschter Aluminumblock ist leider immernoch nicht da, obwohl ich ihn eigentlich für Mitte der Woche versprochen bekommen habe, naja. Ich hoffe, dass es kommende Woche was wird damit und ich den Kasten endlich fertig bauen kann. Zum Glück sind die Temperaturen zur Zeit ja noch ziemlich niedrig, so dass eine Kühlung derzeit noch nicht dringend ist.

  • So, mal wieder was von der corallipes Front zu berichten.


    Wo fange ich an...wohl am ehesten mit dem Terrarium. Ich habe festgestellt, dass die Beneblungszeiten zu lang sind. Es bildet sich zu viel Wasser, im Terrarium waren die unteren 5cm des Substrats nicht nur nass, sondern unter Wasser, das hab ich allerdings ne Zeit lang nicht gemerkt...mir war dann auch klar, warum mein Mädel nicht mehr ins Substrat verschwunden ist. Ich habe dann beschlossen - evtl. Eier und Jungtiere hätten unter Wasser wohl eh nicht überlebt - den Tip von Peter komplett zu beherzigen und habe das Substrat herausgenommen und auf eine dünne Erdschicht von 1,5-2cm Höhe eine Laubschicht aus Eichen- und Buchenlaub aufgefüllt von 7-8cm Höhe. Dazu viele Klettermöglichkeiten und ein wenig Moos. Die Benebelungszeiten habe ich umgestellt. Es wird nun morgens und abends je 30 Minuten genebelt und Nachmittags nochmal 15 Minuten. So bleibt die rLF den ganzen Tag über auf knapp unter 100%, es bildet sich allerdings nicht so extrem Nässe wie vorher. Ich hoffe, dass sich das so auf Dauer bewährt. Nachdem ich die corallipes umgesetzt habe, sind sie sofort im Laubstreu verschwunden und nun seit ca. 5 Tagen nichtmehr aufgetaucht. Wird ihnen wohl gefallen...so hoffe ich zumindest...


    Als nächsten konnte ich endlich die Kühlung fertigstellen. Ich habe nun einen Aluminiumblock erhalten der 3,5cm im Durchmesser und 4cm in der Länge hat. Dieser dient zur Überbrückung des Lochs in der Rückwand und stellt die Verbindung zwischen Peltier-Element und Lamellenkühler innen her. Auf dem ersten Bild sieht man das eingebaute Alu, isoliert mit Styropor, bereits mit aufgeklebtem Peltier. Als Kleber wurde Wärmeleitpaste verwendet. Als nächsten Schritt befestigte ich dann den Kühlkörper auf der Außenseite. Dieser kühlt die warme Seite des Peltiers herunter, sodass die kalte Seite noch ein wenig kälter werden kann. Ich klebte den Kühler ebenfalls mit Wärmeleitpaste auf das Peltier sowie mit normalem Silikon am Styropor fest. Um eine stabile und festanliegende Verbindung mit dem Peltier herstellen zu können spannte ich über den Kühler zwei Drahtstreben, die ich durch festschrauben im Holz spannte. Der Kühler wird so an das Peltier gedrückt und nimmt von diesem die Wärme auf.
    Die ersten Tests mit der Konstruktion laufen bereits, ich hoffe demnächst vom Erfolg der Anlage zu berichten :D
    Hier die Fotos, viel Spaß!

  • Hey zusammen,


    komme mal wieder dazu nen bissl was zu erzählen. Meinen Corallipes gehts immer noch sehr gut, auch konnte ich noch keinerlei Änderung der Färbung erkennen, die evtl. auf eine schwächelnde Gesundheit hindeuten könnte. Sie sehen noch immer aus wie am ersten Tag.


    Mein Kühlungsprojekt ist allerdings kräftig misslungen. Ich habe mir ja schon sowas in die Richtung gedacht. Bei normalen Raumtemperaturen merkte man in der selbstgebauten Kühlkiste nur eine minimale Temperaturänderung, bei den extremen Temperaturen bei teilweise 30°C im Zimmer war eine Änderung garnicht zu bemerken. Mir wurde also schnell klar, dass die Konstruktion nicht dazu beitragen konnte, das Terrarium für den Sommer ausreichend zu kühlen. Ich nehme an, dass es zum einen an der natürlich völlig unzureichenden Isolation lag, zum anderen wohl aber auch entweder an der Kühlleistung des Peltiers oder an der Wärmeübertragung durch das Aluminium.


    Nun stehen die Kleinen in einem Mini-Kühlschrank. Der läuft auch mit einem Peltier-Element, welches allerdings um einiges größer ist und zudem ist die Isolation natürlich besser. Er hält das Terrarium fast konstant bei 14 - 16°C. Solche Werte hatte ich ja anfangs schon für die Laubschicht im Wald vermutet als Temperatur im natürlichen Habitat.


    Leider führt die Aufbewahrung im Kühlschrank dazu, dass ich die Tiere nichtmehr so ausfürhlich beobachten kann, wie das zuvor der Fall war. Denn zuvor konnte ich immer mal schauen, wenn einer der zwei zu sehen war. Nun öffne ich manchmal den Kühlschrank um nachzuschauen, oftmals ist da dann aber gerade von den Tieren keine Spur. Paarungen konnte ich demnach auch keine weiteren beobachten.


    Heute habe ich mal das Substrat ausgetauscht, da fast sämtliche Blätter inzwischen gefressen waren. So konnte ich mal wieder Fotos machen von den Kleinen.


    Viel Spaß!